Refugien in Wiesen schaffen!   Leave a comment

Was wir schon lange feststellen ist die erstaunliche Arten- und Individuenarmut in „normal“ gemähtem Grünland. Bisher hatte ich immer die Pflanzen-Artenarmut oder den hohen Stickstoffgehalt der Flächen im Verdacht. Aber nachdem mir Frank Sonnenburg einen Artikel aus der Schweiz geschickt hat, gibt es für mich eine wesentlich einfachere Erklärung: Die meisten Tiere überleben den Maschineneinsatz nicht!

Das haben nicht irgendwelche Ökospinner festgestellt, sondern Agroscope, die Forschungstelle für das Schweizerische Bundesamt für Landwirtschaft. Zwar wurde vor allem an Heuschrecken geforscht, aber das liegt nur daran dass man diese methodisch ordentlich erfassen kann, was mit anderen Gruppen wie z.B. Schmetterlings(raupen) in aller Regel nicht gelingt.

Literatur: Humbert, J.-Y. , N. Richner, J. Sauter, T. Walter & G. Jaboury (2010): Wiese-Ernteprozesse und ihre Wirkung auf die Fauna. ART-Bericht 724, Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART), Ettenhausen, 12 S., Download pdf (833 kb)

Hier ein paar Eckpunkte:

  • Was der Kreiselmäher verschont, geht beim Wenden, Schwaden und Aufladen zum Teufel.
  • Der schlimmste Feind der Fauna ist der sogenannte Aufbereiter, der während der Mahd das Gras quetscht.
  • Grossen Anteil an der negativen Wirkung haben die Traktorräder.
  • Die mit dem Traktor ausgeführte Ernte kann die Effekte einer vergleichsweise vorsichtigen Mahd mit dem Motorbalkenmäher aufheben.
Pflegeschnitt im Spörkelnbruch 2013: Ohne ausreichende Refugialflächen ist maschinelle Wiesenmahd keine gute Idee.

Pflegeschnitt im Spörkelnbruch 2013: Ohne ausreichende Refugialflächen ist maschinelle Wiesenmahd keine gute Idee. Ob ich hier den Traktor noch mal drauflasse? Wohl kaum!

Mir fallen da spontan eine Reihe von Wiesen ein, die sich durch erstaunliche Artenarmut auszeichnen, zum Beispiel im Eller Forst und auf der Urdenbacher Kämpe in Düsseldorf, in Heiligenhaus-Görscheid und anderswo.
Und die schier unglaubliche Individuenzahl von Wiesenfaltern in brachgefallenen Flächen wie dem Landschaftspark Fuhrkamp in Langenfeld.
Die Ergebnisse der Schweizer Studie sollte man meiner Ansicht nach nicht nur bei fälligen Ausschreibungen zur Pflege von Naturschutzgebieten berücksichtigen. Besonders die Empfehlungen mit der Schaffung sogenannter Refugien lässt sich auf praktisch allen Wiesenflächen leicht umsetzen!

Weitere Tipps finden sich hier: http://www.naturtipps.com/mahd.html

Und wo imer möglich werde ich auch in Zukuft dafür sorgen, dass die gute alte Handsense  und der Rechen zum Einsatz kommt, und zwar „Zu Fuß“!

 

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Veröffentlicht 31. Januar 2014 von spoerkelnbruch in Lebensräume, Pflege

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