Ungewöhnliche Flugzeiten und Mikroklimawandel   1 comment

oik2066-fig-0001

Generationsfolge beim Mauerfuchs verschoben: Quelle: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/oik.02066/abstract

Kaum haben wir hier mit unserer kleinen Arbeitsgemeinschaft mal etwas über die Zusammenhänge zwischen Wetter, Klima und Generationsfolgen herumspekuliert, kommen unsere niederländischen Kollegen mit einer größeren Studie daher, die einen Zusammenhang zwischen Generationsfolgen und dem Rückgang des Mauerfuchses herstellt. Die Autoren stellen die Hypothese auf, dass durch eine dritte Generation des Mauerfuchses (im ndl. „Argusvlinder“) im Herbst die Nachkommen dieser Generation nicht mehr das Überwinterungsstadium erreichen und deshalb für die Population verloren gehen.
Veröffentlich wurde das im Online-Magazin Oikos, unter http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/oik.02066/abstract kann man ein Abstract lesen bzw. den kompletten Artikel downloaden.

In der Zusammenfassung der vlinderstichting ist noch ein weiterer interessanter Aspekt enthalten: Die Abkühlung der Mikrohabitate durch die längere Wachstumsperiode und die höhere Stickstoffdeposition in den Flächen, die eine höhere Vegetation zur Folge hat. Das ist allerdings ein ziemlich alter Hut, findet sich doch in der Niederberg-Fauna von Kinkler et al. (1971 ff.) an zahlreichen Stellen Bemerkungen wie „wegen Abkühlung heute seltener“. Nur genau untersucht, d.h. an der Autökologie einzeler Arten festgemacht und genau quantifiziert, wurde das seinerzeit noch nicht. Das war übrigens lange bevor das Wort Klimawandel im allgemeinen Wortschatz angekommen war, in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es allenfalls „Waldsterben“ und „Treibhauseffekt“.

Download:
Dahl, A. & A. Radtke (2014): Ungewöhnliche Falterflugzeiten im Herbst 2014. Melanargia, 26 (4): 214-216

Advertisements

Veröffentlicht 23. Dezember 2014 von spoerkelnbruch in Arten / Listen, Ökologie, Phänologie, Tagfalter

Eine Antwort zu “Ungewöhnliche Flugzeiten und Mikroklimawandel

Abonniere die Kommentare per RSS.

  1. Hallo Zusammen,

    da würde ich doch denken, daß gerade der Mauerfuchs der Ende September/Mitte Oktober fliegt noch gute Chancen hat, daß sich seine Nachkommen bis zum Überwinterungsstadium entwickeln. Laut Settele/Feldmann/Reinhardt „Die Tagfalter Deutschlands“ und (Koch „Schmetterlinge“) überwintert die L3. Arten wie der Schwalbenschwanz, der als Puppe überwintert, sollten es da viel schwerer haben, das September/Oktober Falter noch genügend Zeit hätten sich entsprechend weit zu entwickeln.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: