Was tun im Winter? Halde Haniel bei Bottrop   5 comments

Bei bester Fernsicht habe ich mir gestern den höchsten Berg des Ruhrgebiets gegeben, die Halde Haniel bei Bottrop, ca. 50 Kilometer Luftlinie nördlich von Haan. Für den Liebhaber der Industriekultur ein Muss, für normal Sterbliche eher gewöhnungsbedürftig.
Ein riesiger, zehn Quadratkilometer Fläche bedeckender Hügel, eine Dreiviertelstunde gings bergauf, das Ding ist immerhin 180 m hoch. Der Anstieg durch Pionierwald dürfte im Sommer schmetterlingstechnisch ganz spannend sein, hier stehen reichlich Heckensträucher und es scheint auch mal die Sonne auf die Wege. Der Weg hinauf ist garniert mit technischen Relikten der Bergbauindustrie, außerdem ein Kreuzweg mit sinnstiftenden Stationen: Papst Johannes Paul II. war auch schon mal da oben, aber wahrscheinlich nicht zu Fuß. Oben dann eine waldfreie, und vor allem ungedüngte und vollsonnig gelegene Kuppe, aus der noch mal ein fast nackter, kurzrasiger Hügel aufragt. Im Übergangsbereich zwischen Wald und Kuppe eine  halboffene Heckenlandschaft mit Besenginster, Schlehen und Weißdorn.

Eine atemberaubende Aussicht! im Süden erkennt man das Ende der Bergischen Heideterrasse mit dem (Autobahnkreuz-) Kaiserberg bei Duisburg, am Horizont ist der Rheinturm in Düsseldorf zu sehen. Im Norden liegt am Fuß der Halde die ziemlich bewaldete Kirchhellener Heide, nach Nordwesten geht der Blick bis nach Kalkar am Niederrhein, im Norden bis ins Münsterland. Und überall drumherum qualmen die Schlote, Kraftwerke, Stahlwerke, Müllverbrennungsanlagen, der reine Wahnsinn.

Aber abgesehen von der Aussicht im Sommer sicher ein interessanter Schmetterlingsplatz, der Boden der Kuppe ist nur lückig mit Kräutern und Gräsern bedeckt, und heizt sich an Sonnentagen wahrscheinlich erbarmungslos auf.

Zum Schluss paar Bildimpressionen, sogar ein paar Schmetterlinge bzw. ihre Spuren fanden sich.

Advertisements

Veröffentlicht 18. Januar 2015 von spoerkelnbruch in Auf Tour, Glasflügler, Heideterrasse, Lebensräume

5 Antworten zu “Was tun im Winter? Halde Haniel bei Bottrop

Abonniere die Kommentare per RSS.

  1. Sieht spitze aus. Eventuell ein bisschen wenig Windschutz da oben, was den meisten Faltern nicht so gefällt. Ist jedenfalls spannend zu sehen was sich an derartigen Flächen in der „Kürze der Zeit“ schon alles so angesiedelt hat. Viel Erfolg jedenfalls…..

    frankrosenbauer
    • ich fand vor allem spannend zu sehen wie dicht am Münsterland wir mit der Bergischen Heideterrasse liegen. Mit ein paar ordentlichen Trittsteinbiotopen (die sind dort sicher noch, auf Industrie. und Gleisbrachen etc.) ist das alles in Sichtweite, und bei Rückenwind in einer Stunde erledigt.

  2. Naja, das Münsterland ist schon ziemlich tot, besser wird es dann erst in Südwestniedersachsen wenn der Sandboden kommt.

    frankrosenbauer
  3. Wenn du von historischen Vorkommen sprichst, waren das Topgebiete, gespickt mit Raritäten. Heute kommt da nichts besonderes mehr vor – alles nur noch gewöhnliches Grobzeugs (leider).

    frankrosenbauer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: