Das Ende der langen Winterabende   1 comment

Chersotis cuprea (Denis & Schiffermüller,1775)

Chersotis cuprea (Denis & Schiffermüller,1775)

So langsam kommt der Frühling in Gang, und die Zeit der exzessiven Dateneingabe neigt sich (zum Glück) dem Ende zu. Über Winter haben Heinz Schumacher und ich einen ziemlich wilden Ritt hinter uns gebracht, damit einerseits die „besonderen Arten“ den Weg in die nächste Ausgabe der Melanargia, zum anderen die online-Daten der Arbeitsgemeinschaft den Weg ins Netz finden.

Zum Abschluss aber noch ein bisschen Datengewühle und zur Abwechslung mal was halbwegs Neues: Zwar gab es auch vor dem Internet-Zeitalter schon Verbreitungskarten von Schmetterlingen aus dem Arbeitsgebiet, wie zum Beispiel das Faunenheft Band 1 (1989 – G. Swoboda & H. Kinkler) Familie: NOCTUIDAE Latreille 1809  – Unterfamilie: NOCTUINAE, eine tolle Fundgrube für Altdaten. Aber die Karten waren zumeist handgepinselt, und die Daten müssen in aller Regel neu erfasst werden, so traurig das auch ist. Aber für ein paar Schlüsselarten mit nur wenigen Nachweisen kann man das ja mal machen, und so habe ich mir heute mal eine davon geschnappt, die hier eigentlich keiner mehr so recht auf dem Radar hat. Das Ergebnis seht ihr auf dem Bild, erstellt wurde es mit der Kartenfunktion von Insectis.

Chersotis cuprea, Südtirol, Ultental, Kuppelwieser Alm, 8. 8.2010 (Foto: Armin Dahl)

So sieht sie aus: Chersotis cuprea, Südtirol, Ultental, Kuppelwieser Alm, 8. 8.2010 (Foto: Armin Dahl)

Chersotis cuprea gilt in Rheinland-Pfalz als „ausgestorben“, kam aber offenbar bis in die 70er Jahre im Loreleygebiet und im Taunus vor, und einen Fund im Hohen Venn (Baraque Michel in Belgien) von W. Hoch aus dem Jahr 1957 zeigt die Karte auch noch.

In Thüringen im Raum Jena lebt C. cuprea  auf Truppenübungsplätzen und Halbtrockenrasen an den Saalehängen, weitere Angaben gibt es aus dem Werratal. Aus Sachsen-Anhalt gibt es eine Angabe aus dem Harz (Elbingerode, 1935, leg. Pfennigschmidt nach WARNECKE 1940). Eine Angabe von Bernd Hannover aus Hessen nennt C. cuprea noch für 2012 (Bad Wildungen, Kreis Waldeck-Frankenberg), das liegt dann schon fast in Sichtweite zu Ostwestfalen. In den Alpen lebt C. cuprea in hochmontanen Almen, und kann dort aus eigener Anschauung sehr häufig werden, bevorzugt auf violetten Blüten sammeln sich die Falter am Tag, saugen dort ziemlich gesellig, ähnlich wie die Widderchen.

Wer noch mehr Informationen zu der Art hat, kann er mir die gerne zukommen lassen. Bei so einem tagaktiven Nachtfalterviech weiß man nie ob die Art wirklich völlig weg ist, vielleicht wird sie auch nur übersehen?

Advertisements

Veröffentlicht 6. März 2015 von spoerkelnbruch in Eulenfalter, Lebensräume, Literatur, mehr Lepis

Eine Antwort zu “Das Ende der langen Winterabende

Abonniere die Kommentare per RSS.

  1. Da habe ich doch eine Idee wo ich die in Bad Wildungen finden könnte – wahrscheinlich da wo auch Arten wie Polymixis xanthomista und Rhyacia lucipeta fliegen sollen. Meine Frau und Tochter können ein wenig rumklettern und ich schau mal nach den Kupfereulen – guter Plan – Danke für die Anregung!

    Hubertus Trilling

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: