Neujahrs-Fortbildung in der Drover Heide   Leave a comment

Seit Jahren rennen wir hier in der Gegend alle Schlehenhecken ab, in der Hoffnung endlich mal ein Ei von Thecla betulae zu finden – Nix ist! Andernorts, zum Beispiel im Münsterland, ist das gar kein Problem, in Ostwestfalen anscheinend auch nicht. Jedenfalls hat der Kollege dort in den letzten Tagen etliche Quadranten abgeräumt, wie man im Naturgucker nachschauen kann.
Also blieb nichts anderes übrig als ein Ausflug, frische Luft schnappen schien genau das richtige nach einer zünftigen Silvesterparty, 80 Kilometer Anfahrt in die Voreifel mussten dafür in Kauf genommen werden.

Die Drover Heide ist ein ehemaliger Truppenübungsplatz südlich von Düren, und gilt so ein bisschen die Drehscheibe zwischen den umliegenden Heidegebieten Wahner Heide, Hohes Venn und Teverener Heide. Jedenfalls groß genug dass man sich darin einen Nachmittag lang auslüften kann, das ganze Naturschutzgebiet umfasst knapp sieben Quadratkilometer Fläche, davon sind 120 Hektar echte Heideflächen, auf dem Rest wird irgendwie gemanagt, zum Teil mit Schafen, Ziegen und Rindern, zum Teil mit Feuer.

Aus dem Auto gestiegen, 50 Meter neben dem Parkplatz einmal an eine Zitterpappel hingelangt, und schon der erste Nachweis: Schlupfloch von Sesia melanocephala, nicht schlecht für den Anfang! 500 Meter weiter der erste Schlehenbusch, ein Blick, ein weißer Punkt – Bingo heißt das aus neudeutsch heutzutage: Eier von Thecla betulae, vier Stück innerhalb von fünf Minuten Suche.


Danach gab´s im besten Sonnenschein noch die kleine „barrierefreie“ Runde über den Aussichtspunkt, nach zwei Stunden waren zwei weitere melanocephala-Löcher gefunden! Auf dem Heimweg rasch noch ein paar Pappelreihen abgesucht: Alle dicken Hybridpappeln haben Löcher vom „Hornissenschwärmer“  Sesia apiformis. Auch die mitten in den allerbeschissensten Agrarwüsten weitab von allem was die Bezeichnung „Biotop“ verdient. Insgesamt aber war das ein völlig zufriedenstellender Neujahrsausflug!

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Schlimmer geht´s nimmer: Feldflur in der Zülpicher Börde bei Nörvenich. Doch sogar hier lebt Sesia apiformis!

 

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Veröffentlicht 2. Januar 2016 von spoerkelnbruch in Auf Tour, Glasflügler, Tagfalter

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