Saisonvorbereitung: Warten auf Pieris mannii   2 comments

Seit einigen Jahren dringt der „Karstweißling“ Pieris mannii nach Norden vor, und scheint in der Pfalz verbreitet zu sein, auch in Nordrhein-Westfalen sind an einigen Stellen Falter gesehen worden. Das ist alles nicht ganz so einfach, P. mannii sieht dem sehr häufigen Kleinen Kohlweißling Pieris rapae sehr ähnlich. Und wer sammelt schon große Serien von Weißlingen, um dann die einzelnen mannii-Falter zu unterscheiden?
Es gibt zudem zahlreiche Formen von mannii, wer mit dem Falter Erfahrung hat kann die Arten sicher auch irgendwann unterscheiden. Für Weißlings-Analphabeten wie mich gilt vorläufig: das einzige wirklich handfeste sichere Merkmal an dem man mannii und rapae unterscheiden kann ist und bleibt: Der schwarze Kopf der Jungraupe (im Larvenstadium 1 und 2).

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Experiment für kleines Geld: Rucola-Zucht

Das Lepiform beschreibt den Lebensraum: „P. mannii ist ein Bewohner trockener, verkarsteter Flächen. Sie fliegt oft auf felsdurchsetzten Ziegenweiden„. Daran herrscht in Deutschland sicher ein ausgesprochener Mangel, und die Kollegen aus der Pfalz und dem Saarland finden „Ihre“ mannii-Falter denn auch in den Ortschaften an Steingartenpflanzen, vor allem an Schleifenblumen (Iberis), wo die Weibchen die Eier ablegen. Einen Steingarten habe ich leider nicht, dafür zu viele Schnecken im Garten und außerdem Sandboden. Was also tun?
Eine der Haupt-Nahrungspflanzen für P. manni -Raupen in der Pfalz ist neben den Iberis-Arten Diplotaxis tenuifolia. Mit dem Deutschen Namen Schmalblättriger Doppelsame kann kaum jemand etwas anfangen, aber jeder hat schon mal einen Rucola-Salat gegessen, und die Samen dazu gibts in jedem Supermarkt für ein paar Pfennige. Die „Wilde Rauke“ ist eine Staude die in Schuttfluren wächst, und kommt auch mit widrigen Bedingungen in Kübeln und Balkonkästen klar. Etwas weniger verkaufsfördernd ist der Deutsch Name „Stinkrauke“, der kommt von den Senföl-Verbindungen welche die Pflanze produziert. Und auf diese Verbindungen sind die Pieris-mannii-Weibchen angeblich ganz besonders scharf.
Für schlappe 1,39 Euro habe ich also gestern im Baumarkt ein Tütchen Rauken-Samen erstanden und sofort ausgesät. Ich selber bin kein großer Freund von Rauke, und würde in diesem Jahr meine Pflanzen sehr gerne mit ein paar Pieris mannii-Raupen teilen.

Veröffentlicht 12. März 2016 von Armin Dahl in Raupen, Tagfalter

2 Antworten zu “Saisonvorbereitung: Warten auf Pieris mannii

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  1. Auch bei mir dürfte Pieris mannii natürlich gerne vorbeischauen. Damit es ihm bzw. ihr (wg. Eiablage) nicht an Raupennahrungspflanzen fehlt habe ich neben dem Rucola auch Schleifenblumen ausgesät. Letztere haben den Vorteil das der Küchenchef sie nicht aus Versehen abernten wird…

  2. Das war ein sehr guter Tip, herzlichen Dank dafür!

    Wir greifen ja gern solche Anregungen auf, und diesmal sind wir vom Erfolg begeistert. Klar, P. mannii ist ganz von selbst bei uns aufgetaucht (im Lepiforum Anfang Juli und Mitte August bestätigt) und hat auch erst mal an Centranthus ruber gesaugt. Die Eiablage wurde zunächst an Meerrettich getätigt (jedoch fand ich keine Raupen), bevor dann doch die Rukola (Schmalblättrige Doppelsame, Diplotaxis tenuifolia) im Blumentopf bevorzugt wurde. Anfang September waren die typischen schwarzköpfigen Räupchen daran zu sehen, allerdings auch ein paar durchgehend hellgrüne. Zwei Wochen später zählten wir mindestens ein Dutzend schon recht dicke Raupen, die die Rukola weitgehend aufgefressen hatten. Zum Glück hatte sich diese Rukola-Art bei einer Freundin schon länger im ganzen Garten ausgebreitet, so dass wir Nachschub für die gefräßige Bande bekommen konnten. Und jetzt sind unter Blumenkübelrändern bei uns vor der Haustür und einem dekorativen Stein mindestens drei P. mannii-Puppen, von denen wir hoffen, dass sie gut über den Winter kommen. Und oben auf einer Trockenmauer haben wir Platz für den Rukola-Anbau geschaffen, erste Pflänzchen sind gesetzt, es kann nächstes Jahr weitergehen!

    Brigitte Schmälter

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