Verloren und gefunden   Leave a comment

Die Saison kommt so langsam in Schwung, der 1. Mai brachte endlich mal Sonne satt und natürlich war ein kleiner Ausflug angesagt. Dabei nehme ich mir öfters mal ein neues Gebiet vor, gestern war es das NSG Rahmer Benden im Norden Düsseldorfs. Das NSG ist ein ausgedehntes Waldgebiet mit hohem Wasserstand, durchzogen vom begradigten Dickelsbach und Breitscheider Bach, übel gerupft vom Sturm „Ela“und demensprechend licht, eben, gut erschlossen, der perfekte Maispaziergang für einen faulen Nachmittag im Exkursionsschleichtempo.

Einer der schönsten Blühaspekte im Frühling wird momentan vom Wiesenschaumkraut bestimmt, die Pflanze ist sehr nektarreich und ein gutes Schmetterlingsfutter. Und ausserdem gibt´s da noch einen weißen Fleck auf unseren Verbreitungskarten – die Schaumkraut-Langhornmotte Cauchas rufimitrella (SCOPOLI, 1763). Alle Blüten waren abgesucht, die Stichstraße bis zur Autobahn  endete in einem Wendehammer: kein Weiterkommen. Und dann, auf der wirklich allerletzten Blüte, ein winziges metallisches Ding, das sehr unruhig zwischen den blühenden Schaumkräutern herumsauste: einmal gesehen: weg! 10 Minuten suchen, zweitesmal gesehen, noch mal weg! 10 Minuten später hatte ich fast die Nase voll, aber am Ende saß das Tierchen doch im Glas und bekam ein Taxi nach Hause. Eine Stunde Wartezeit im Kühlschrank ist eine probate Methode um nervöse Mikros ordentlich fotograferen, aber nicht so Cauchas rufimitrella: Die Aufwärmzeit betrug keine zwei Sekunden und der Falter war – weg, in der Küche, unauffindbar.

24 Stnden später saß dann eine tiefenentspannte Schaumkrautmotte am Küchenfenster, ließ sich in aller Ruhe auf eine Wiesenschaumkraut-Blüte schubsen und ablichten. Beim anschauen der Bilder beschleicht einen allerdings der Gedanke der Falter hätte einfach nur ordentlichen Kohldampf gehabt. Wie dem auch sei: Hier sind sie, die Bilder von Cauchas rufimitrella.

Cauchas rfimitrella (SCOPOLI, 1763), Düsseldorf, Heltorfer Mark, 1. Mai 2016 (Foto: Armin Dahl)

Cauchas rufimitrella (SCOPOLI, 1763), Düsseldorf, Heltorfer Mark, 1. Mai 2016 (Foto: Armin Dahl)

Cauchas rfimitrella (SCOPOLI, 1763), Düsseldorf, Heltorfer Mark, 1. Mai 2016 (Foto: Armin Dahl)

Cauchas rufimitrella (SCOPOLI, 1763), Düsseldorf, Heltorfer Mark, 1. Mai 2016 (Foto: Armin Dahl)

Cauchas rfimitrella (SCOPOLI, 1763), Düsseldorf, Heltorfer Mark, 1. Mai 2016 (Foto: Armin Dahl)

Cauchas rufimitrella (SCOPOLI, 1763), Düsseldorf, Heltorfer Mark, 1. Mai 2016 (Foto: Armin Dahl)


Kommentar von Willi Wiewel
hättest Du diese Sache nicht angeschoben, wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen, nach diesem Falter zu suchen. So jedenfalls war ich gestern auch auf „Deiner“ Strecke im Wald, auch bis zum Wendehammer, wo es nicht mehr weiter ging. Doch da hatte ich keinen Erfolg. Heute war ich dann zu einem Wiesengelände bei Maria in der Drucht, entlang eines kleinen Grabens. Dort standen am Wiesensaum jede Menge blühende Pflanzen des Wiesenschaumkrautes. Zunächst ging es mir, so wie Dir. Ich sah einen Falter dieser Art, konnte aber kein Bild machen. Als ich gegen 16:30 Uhr den Weg zurück ging, 24°, sonnig, sah ich mindestens 6 Falter der Art gleichzeitig, und es werden deutlich mehr gewesen sein. Sie überflogen das Schaumkraut in höchstens 20 cm Abstand, setzten sich ständig ab und flogen wieder auf. Sie verweilten nicht sehr lange an den Blüten. Es bedurfte schon einer gewissen Übung, die Tierchen als Falter zu erkennen. Zuerst hatten sie das Aussehen im Flug wie Mücken, hätte ich da nicht die etwa 2 cm langen Fühler entdeckt. Sie sind also sehr unauffällig im Flug, man muss schon sehr genau hinschauen. Dann dauerte es auch nicht mehr lange, bis ich Bilder fertigen konnte. Auf dem zweiten Foto ist gut das Größenverhältnis zu einer Blüte des Wiesenschaumkrautes zu erkennen.

Cauchas rufimitrella (Scopoli), Duisburg-Rahm, 4. Mai 2016 (Foto: Willi Wiewel)

Cauchas rufimitrella (Scopoli), Duisburg-Rahm, 4. Mai 2016 (Foto: Willi Wiewel)

Cauchas rufimitrella (SCOPOLI, 1763), Duisburg-Rahm, 4. Mai 2016 (Foto: Willi Wiewel)

Cauchas rufimitrella (SCOPOLI, 1763), Duisburg-Rahm, 4. Mai 2016 (Foto: Willi Wiewel)

 

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Veröffentlicht 3. Mai 2016 von spoerkelnbruch in Arten / Listen, Mikros

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