In Ulmen, um Ulmen und um Ulmen herum   Leave a comment

Blühende Ulmen sind sehr selten geworden, seit der Ulmensplintkäfer und den von ihm übertragenen Schlauchpilz Ophiostoma novo-ulmi das sogenannte „Ulmensterben“ nach Europa gebracht haben. Genauso erwischt hat es im Gefolge des Ulmensterbens die auf Ulmenblüten angewiesenen Falterarten, zum Beispiel Xanthia gilvago, und natürlich den Ulmen-Zipfelfalter Satyrium w-album (KNOCH, 1782).

Junge Ulmen stehen aber an vielen Stellen, und manche kommen zur Blüte, und dann sind die Falter wie von Geisterhand wieder da. Hier mal ein Dokument der Zeitgeschichte, aufgeschrieben von Martine Goerigk.

„am 12. Mai hatte ich während einer meiner Inspektionsgänge an der Unterführung [das ist der bekannte Tunnel unter der A46]  im Eller Forst, an der Wand, nicht sehr weit von dem Ausgang zum Wald hin eine kleine Lycaenidae-Raupe entdeckt. Erst dachte ich, wegen der braunen Farbe, an den Blauen Eichenzipfelfalter. Der aber soll sich in der Bodenstreu, und ohne Halterungsgürtel verpuppen. Ähnlich kam mir noch die Raupe des Faulbaum-Bläulings vor (C. argiolus), die sichert sich mit Faden ab …
Die Raupe verpuppte sich ganz brav in der Dose, ich schaue regelmäßig nach der Puppe, keine Änderung… Der Faulbaum-Bläuling würde in 2. Generation bestimmt nicht vor dem Sommer schlüpfen… Ich vergass das Tierchen einige Tage in der geschlossenen Dose (kein durchsichtiger Deckel!). Bis heute – und da war es zu spät.
Ein Zipfelfalter lag tot in der Dose, dunkelbraun – es war die Oberseite, die er komplett übergeklappt hatte. Mit wahrscheinlich ungeschickten Griffen klappte ich die Flügel allmählich um – und erkannte an dem Muster der versteckten Flügelunterseite einen Ulmen-Zipfelfalter (S. w-album)!
Ich weiß nicht, ob dir ein Vorkommen von w-album im Eller Forst bekannt ist, deshalb diese etwas ausführlichere Meldung. [die letzte Sichtung liegt ca. 15 Jahre zurück und stammt von Jörg Mesenhöller]
Eine Ulme steht gleicht neben dem Ausgang der Unterführung in Richtung Forst, rechterhand. Ihre abgefallenen Früchte haben einige Zeit lang den Boden des Tunnels reichhaltig geziert.
Ich sollte wirklich auf Dosen mit eindeutig durchsichtigem Deckel umsteigen. So ein Ärger!“

Der Ulmen-Zipfelfalter ist also immer noch im Gebiet, und wahrscheinlich häufiger als wir denken. Gewußt wo – das ist das Geheimnis. Der Falter fliegt in den Baumkronen und kommt – ähnlich wie der Eichen-Zipfelfalter – nur selten herunter und ist dann auf Blüten zu sehen.

 

Satyrium w-album (KNOCH, 1782), Düsseldorf, Eller Forst, Raufenfund am 2. Mai 216 (Fotos: Martine Goerigk)

Satyrium w-album (KNOCH, 1782), angesponnene Raupe, Düsseldorf, Eller Forst, Raupenfund am 12. Mai 2016 (Foto: Martine Goerigk)

Satyrium w-album (KNOCH, 1782), Düsseldorf, Eller Forst, Raufenfund am 2. Mai 216 (Fotos: Martine Goerigk)

Puppe von Satyrium w-album (KNOCH, 1782), Düsseldorf, Eller Forst, Mai 2016 (Foto: Martine Goerigk)

Satyrium w-album (KNOCH, 1782), Düsseldorf, Eller Forst, Raufenfund am 2. Mai 216 (Fotos: Martine Goerigk)

Satyrium w-album (KNOCH, 1782), Düsseldorf, Eller Forst,  8. Juni 2016 (Foto: Martine Goerigk)

 

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Veröffentlicht 10. Juni 2016 von spoerkelnbruch in Tagfalter

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