Stadtgrün nicht so schlecht wie gedacht   5 comments

Euclidia glyphica - Braune Tageule. Düsseldorf, Toulouser Allee, 16. Mai 2018

Euclidia glyphica – Braune Tageule. Düsseldorf, Toulouser Allee, 16. Mai 2018

Straßenbegleitgrün wird immer ein wenig scheel angesehen, meistens taugt es aus entomologischer Sicht nicht viel, dient nur als Staub- und Müllfänger, wird immer zum falschen Zeitpunkt gemäht, ökologische Aspekte spielen in den Städten kaum ein Rolle, alleine die Optik zählt. Bisher!

Aber ab und zu gibt es doch ein paar Lichtblicke, so im frisch angelegten Marc-Chagall-Park und den angrenzenden Grünstreifen entlang der Toulouser Allee mitten in Düsseldorf.
Vor wenigen Jahren war hier noch der Güterbahnhof, umgeben von schrägen Etablissements der Rotlichtszene, jetzt stehen hier moderne Wohnungs- und Bürohäuser. Die Wohnungen sind zwar ziemlich unbezahlbar, aber was soll man sagen, die Stadt boomt und platzt aus allen Nähten, und besser als ein Wohngebiet auf der grünen Wiese ist das allemal. Jetzt springen dort eine Menge Town-Hipster herum, es gibt etliche Fitnessstudios, im Marc-Chagall-Park liegen Menschen mit überdimensionalen Kopfhörern in der Wiese, ein Stadteil erfindet sich neu.

Und offenbar hatten die Stadtgärtner ein Einsehen beim Einsäen der Grünstreifen entlang der vierspurigen Toulouser Allee: Salbei, Margeriten, Wiesen-Knautie, Hornklee: Das was draussen vor der Stadt in den Wiesen herausgedüngt wird, das findet sich hier in voller Blüte. Und mittendrin erstaunlich viele Schmetterlinge.

Euclidia glyphica - Braune Tageule. Düsseldorf, Toulouser Allee, 16. Mai 2018

Düsseldorf, Toulouser Allee, 16. Mai 2018

Die beiden Bläulinge Polyommatus icarus und Cupido argiades habe ich dort gestern gesehen, und die Braune Tageule Euclidia glyphica hat gerade ein Massenvorkommen auf dem Mittelstreifen. Chapeau ihr Stadtgärtner, mehr davon!

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Veröffentlicht 16. Mai 2018 von Armin Dahl in Eulenfalter, Lebensräume, Tagfalter

5 Antworten zu “Stadtgrün nicht so schlecht wie gedacht

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  1. Es geht ja noch weiter: Man will jetzt mehr Stauden pflanzen! Klingt doch auch gut, oder? https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/duesseldorf-spart-bei-blumenbeeten-in-parks_aid-22671611

    Ulrike Schäfer, Düsseldorf

    Ulrike Schaefer
  2. Das ist doch mal eine positive Nachricht, von den schlechten gibt es eh genug. Dass sich da die Schmetterlinge einfinden, und nicht nur Kohlweißlinge, ist schon erstaunlich und gleichzeitig erfreulich. Die Natur lässt sich halt nicht so leicht unterkriegen, sie erfasst jede noch so kleine Chance, um zum Leben zu erwecken. Ich habe das festgestellt bei einem Neubaugebiet. Wo es vorher eine langweilige Wiese gab, mit höchstens Löwenzahn als Lichtblick, waren urplötzlich, nachdem die Erde aufgewühlt wurde, wieder zahlreiche Pflanzen und Blumen die sich zeigten und auch die Schmetterlinge ließen nicht lange auf sich warten.

    Danke für die schöne Nachrcht.

  3. Und wenn dieser Mittelstreifen dann in Zukunft abwechselnd auch nur hälftig auf einer Straßenseite gemäht werden würde, dann kann der ja dauerhaft attraktiv bleiben.
    Ich würde mich zudem bei der zuständigen Stelle in der Stadtverwaltung für diese Art der Begrünung gerne bedanken wollen. Die bekommen bestimmt Beschwerden über dieses „Unkraut“, da kann Zuspruch nicht schaden.

  4. Tobias Krause wirds weitergeben. und die Salbei sind übrigens von den Stadtgärtnern vorgezogene Pflanzen die dann gruppenweise gepflanzt wurden. Salbei wird sonst nach dem Keimen meist komplett von den Schnecken gefressen ….

  5. Hallo zusammen,

    danke „für die Blumen“, der Mittelstreifen ist mit auf meinem „Mist“ gewachsen. Nicht nur den Salbei haben wir gepflanzt, sondern auch Knautien, Wiesenstorchenschnabel, Skabiosenflockenblume und weitere. Ja dass mit der Streifen- oder Teilmahd wäre toll, ist aber heute bei den Unternehmern nicht soo einfach. Ich bin schon froh, wenn sie es mit dem zweischürigen Schnitt hinbekommen. Aber mal sehen, im Moment sind ja alle für die Insekten, evtl. geht da noch mehr.
    Im Grünland haben wir jetzt 3% Mahdverzicht je Schnitt im Landschaftschutzgebiet und 5% im Naturschutzgebiet in neue Pachtverträge aufgenommen. Dass ist ein echter Gewinn in der Fläche.

    Tobias Krause, Düsseldorf

    Tobias Krause

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