Tagfalter im Spätsommer 2018   4 comments

In diesem Sommer habe ich mehr Schwalbenschwänze gesehen als in den gesamten restlichen Jahren zusammen, seit ich mich mit Schmetterlingen beschäftige.

Zum Teil liegt es an dem Supersommer, der uns eine dritte Generation beschert hat. Zum Teil kann ich mir aber auch ein wenig selbst auf die Schulter klopfen, denn eine Ausgleichsfläche zwischen Haan und Gruiten, die von der AGNU Haan zum Teil unter meiner Federführung angelegt wurde, entwickelt sich zum Faszinosum: Wann immer man bei halbwegs anständigem Wetter dort hinkommt, ist die Begehung quasi mit Schwalbenschwanz-Garantie!

Dabei haben wir dort nichts weiter gemacht als im April 2018 eine Wiesenmischung einzusäen. Anfangs sah es so aus als sei die ganze Aktion für die Katz, und das komplette Saatgut vertrocknet. Aber seit Anfang Juni liefert die frisch angelegte Wiese auf einem ehemals intensivst genutzen Acker Schmetterlinge ohne Ende. Bei kurzen Begehungen hatte ich mehrfach mit ein halbes Dutzend Schwalbenschwänze auf dem Zettel, gleichzeitig beobachtet wohlgemerkt

Aktuell fliegen dort schon wieder die Goldene Acht, vier Bläulingsarten (phlaeas, argiades, icarus und agestis), und heute mal wieder drei Schwalbenschwänze. Und das auf einer Teilfläche von vielleicht einem Hektar Größe: Die Gesamtfläche ist etwa sieben Hektar groß.

Einer der Schwalbenschwänze kam übrigens gerade übers Feld geschossen, flog vor der Baumhecke an der A46 senkrecht in die Höhe, und überquerte dann die A46 Richtung Südosten in hohem Tempo. So etwas kannte ich bisher nur von „echten“ Wanderfaltern wie Admiral und Distelfalter, bei Papilio machaon hatte ich Wanderverhalten noch nie gesehen.

Hier ein paar Bilder, alle mit dem iphone aus der freien Hand geschossen und nicht beschnitten

Nachzutragen ist auch noch ein Kaisermantel aus dem ehemaligen Steinbruch Grube 10, vom 1. September, gesehen beim Pflegeeinsatz der AGNU. Der erste 2018er-Nachweis aus Grube 10 stammt übrigens vom 29. Mai. bedeutet der Kaisermantel fliegt dort im Sommer schon seit mehr als drei Monaten! Das ist ja zwar politisch überhaupt nicht korrekt, aber so ein bisschen klammheimliche Freude über den Klimawandel kann ich mir nicht verkneifen.

Argynnis paphia, Haan, Grube 10. 1. September 2018 (Foto: Armin Dahl)

 

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Veröffentlicht 4. September 2018 von Armin Dahl in Lebensräume, Pflege, Tagfalter

4 Antworten zu “Tagfalter im Spätsommer 2018

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  1. Der Kaisermantel ist hier in diesem Jahr so zahlreich wie noch nie zuvor, selbst hier in der Stadt fliegt die Art.
    Einen sah ich in einem.Supermarkt, er hat sich rein verirrt, einen weiteren in einer Bäckerei, er saugte an einem Kuchenstückchen…

  2. Zum ersten Mal in meinem langen Leben(72) hab ich gestern die Goldene Acht gesehen. Sogar bei der Paarung. Heute Abend werde ich mal ein paar Bilder einstellen.
    Mir scheint, den Schmetterlingen gefällt die allgegenwärtige Trockenheit.
    Du hast ein interessantes Blog.

  3. Den Kaisermantel konnte dieses Jahr im Juli auch in mehren Exemplaren wieder in Leverkusen-Gronenborn, NSG Gronenborner Mühle und am 14. Juli auch im Murbachtal im Sinneswald (Leichlingen) angetroffen werden.

  4. Die Goldene Acht ist hier in Südhessen jedes Jahr recht häufig. Der Schwalbenschwanz hat in diesem Jahr hier sein stärkstes Flugjahr seit 2003, findet aber wegen extremer Trockenheit jetzt keine Möglichkeit hier zur Eiablage im Kreis Offenbach. Daher wird diese Art im nächsten Frühjahr hier wieder einwandern müssen, sonst wird sie nicht mehr hier auftreten.

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