Das Blaue Wunder an der Garagenwand   3 comments

Wir fahre viel herum, um seltene Arten zu sehen. Mittelrhein, Mosel, Sieg, Hohes Venn, jedes Jahr gehen etliche Tankfüllungen für das Hobby drauf, von der aufgewendeten Zeit mal gar nicht gesprochen. Bis in die Hohe Rhön nach Thüringen bin ich in diesem Jahr gefahren, um mal ein Blaues Ordensband zu sehen. Eigentlich überflüssig, es reicht auch eine eine normale Lampe an der Garage, und der Rest ist Routine!

Catocala fraxini – Blaues Ordensband Wuppertal-Barmen, 11. September 2018 (Foto: Ludger Buller)

Denn es geht natürlich auch anders, wie man sehen kann: Ludger Buller aus Wuppertal hat keine exquisite Wohnlage, lebt in einem normalen gut durchgrüntes Wohnviertel in Wuppertal-Barmen, die Barmer Anlagen und der Kothener Wald liegen in fußläufiger Entfernung. Nix dolles, würde man denken.

Aber von wegen: Alleine durch regelmäßiges Beobachten am Haus lassen sich auch in „normalen“ Gebieten tolle Arten nachweisen, nach denen sich der eine oder andere erfahrene Faunist die Finger lecken würde. Denn die meisten der angeblich verschwundenen einheimischen Nachtfalterarten sind nicht komplett ausgestorben, sondern leben nur unter der Wahrnehmungsschwelle. Und kommt ein gutes Jahr wie 2018, dann bekommt man sie zu Gesicht – vorausgesetzt man geht allmorgendlich seine Runde und kontrolliert alle Lampen in der Umgebung.

 

Advertisements

Veröffentlicht 11. September 2018 von Armin Dahl in Eulenfalter

3 Antworten zu “Das Blaue Wunder an der Garagenwand

Abonniere die Kommentare per RSS.

  1. Das ist wirklich selten. Ich habe ein Mal ein blaues Ordensband gesehen, vor Jahren im Vogelsberg.
    Auch im September, eigenartigerweise auf einem Friedhof. Gärtner hatten es dort aufgescheucht, durch ihre Rasenmäher, sonst hätte ich es gar nicht gesehen…

  2. Auch so ein „Spätflieger“, das Blaue Ordensband. Wenn man gar nicht mehr damit rechnet, ist es da.
    Ein Bekannter von mir hatte im letzten Jahr im Oktober ein Weibchen im Spessart am Licht…

  3. Wunderbarer Fund! Am Morgen zuvor hatte ich in meiner Lichtfalle (ca. 500m von Ludger Bullers Garagenwand entfernt) eine Catocala sponsa gefunden. Diese Art gabs ja in 2018 an vielen Fundorten in Anzahl zu sehen, aber bei mir auf dem Balkon war es der erste Falter in diesem Jahr. Auch die sponsa hatte deutliche Alterungserscheinungen gezeigt, womöglich waren beide Ordensbänder ja auf Dispersionsflügen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: