So laß ich mich gerne überraschen!   4 comments

Als ich heute Morgen die Lichtfalle auf meinem Balkon (Wuppertal-Barmen, Innenstadt, 190m) öffnete, war ich schon sehr überrascht. Ein frischer Falter von Caradrina gilva war dort zu finden! Der muß einer zweiten Generation angehören. Das erste Auftreten dieser Art auf meinem Balkon hatte ich schon vor ein paar hier in der Heidelandschaft vorgestellt. In den Folgejahren gab es zunächst, wenn überhaupt, Einzeltiere. Das hat sich aber in den letzten Jahren geändert. Und in diesem Jahr flogen dann vom 29. Mai bis zum 13. Juni 44 Exemplare dieser Staubeule in die Falle (okay, da mag mancher Falter mehrfach reingeschaut haben), aber noch nie gab es so spät einen zu sehen. In der aktuellen Literatur, u. a. Steiner/Ratzel et al. „Die Nachtfalter Deutschlands“  aber auch in Robineaus „Guide des papillons nocturnes de France“ wird von Flugzeiten im Juni/Juli bzw. Juni bis August gesprochen. Zudem sei die Art univoltin. Aber bei unserem aktuell schon so lange ausgedehnten Sommer scheint die Art mal was Neues ausprobieren zu wollen.

Vielleicht gibt es ja andernorts ähnliches zu entdecken, es bleibt spannend.

Armin RadtkeIMG_5272_gilva

Foto: Armin Radtke, Studiofoto, Wuppertal-Barmen, Innenstadt, 190m, 20. September 2018

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Veröffentlicht 20. September 2018 von ntorva in Arten / Listen

4 Antworten zu “So laß ich mich gerne überraschen!

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  1. Die gilva ist für mich eine echte Eisenbahneule! Immer sind Gleise in der Nähe, die Raupe lebt wahrscheinlich im Schotterbett.
    Und jetzt kenne ich auch endlich den Leser der die WZ kauft 🙂
    Übrigens ist der Erstnachweis in den Niederlanden seinerzeit Anfang Oktober gemacht worden.
    https://waarneming.nl/soort/photos/152972?from=2010-10-06&to=2010-10-06

  2. Und es gibt noch andere Arten, die sich in diesem Jahr unvermutet noch mal blicken lassen: heute Morgen fand sich in meiner Falle ein ganz frischer Großer Kahnspinner (Bena bicolorana) ein.

  3. Nach Auskunft der Brandenburger Kollegen scheint gilva im Berliner Stadtgebiet vor allem September/Oktober gefunden worden zu sein. Herbsttiere sind dort wohl eher die Regel als die Ausnahme.

  4. Heute Morgen war dann ein weiterer frischer Falter von C. gilva in der Falle – wenn das so weitergeht, dann bekomme ich ja vielleicht hier auch noch ein Oktobertier zu sehen. Ich finde es allerdings schon bemerkenswert, wenn diese Art in Berlin vor allem im September/Oktober und nicht im Juni/Juli gefunden wird. Allzu viele Jahre lang kann das ja noch nicht der Fall sein, denn auch der Berliner Raum wird irgendwann in den letzten 10 Jahren erstmals besiedelt worden sein. Wieso gibt es aber aus Frankreich (zumindestens gemäß Robineau) keine solchen Herbsttiere?

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