Blick ins Innere   2 comments

Die Metamorphose einer Raupe zum Schmetterling ist sicher eines der faszinierendsten Schauspiele, die die Natur zu bieten hat. Aus ein und derselben genetischen Information entstehen zwei vollkommen unterschiedliche Lebewesen: kaum etwas lässt vermuten, dass aus dem unscheinbaren wurmförmigen Wesen einmal ein Schmetterling werden wird. Moderne Technik macht es möglich, die Entstehung eines Schmetterlings in der Puppe sichtbar zu machen und das ohne das Tier dabei beschädigen zu müssen: Prof. Ulrich Flögel vom Institut für Molekulare Kardiologie an der Uni Düsseldorf verfügt über ein Kernspinresonanzspektrometer das so modifiziert wurde, dass man damit Bilder aus dem Inneren von Lebewesen erzeugen kann. Im Wesentlichen wird die Verteilung von Wasser gemessen. Wo ansonsten Mäuse untersucht werden, wurden nun in einer explorativen Studie Puppen unseres „Haustieres“, des Kleinen Nachtpfauenauges, in verschiedenen Entwicklungsstadien in Hunderten von Schnittebenen angeschaut. Hier einige Bilder als Vorschau (bitte anklicken!). Wir hoffen, daraus in Zusammenarbeit mit Biologen an der Uni Düsseldorf ein interessantes Forschungsprojekt entwickeln zu können. Dazu müssen nun erstmal die gewonnen Daten gesichtet werden…

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Veröffentlicht 12. Mai 2019 von Tim Laußmann in Arten / Listen

2 Antworten zu “Blick ins Innere

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  1. Phantastische Bilder, Tim! Bei der männlichen Puppe sieht man ja schon auf dem ersten Bild die Beine, alles andere ist in dieser Ebene wohl nur schwer zu interpretieren. Bei der weiblichen Puppe sind die Eier auch eine Woche vor dem Schlupf schon zu erkennen. Offensichtlich wird da ja aber noch mindestens Zweidrittel des Gewebeinhalts der Puppe in der letzten Woche in Eimasse umgesetzt. Das fertige Weibchen scheint ja einzig ein Eierkarton zu sein.
    Es wäre sicher interessant eine Zeitreihe über die ganze Puppenentwicklung zu sehen. Gibt es Phasen in denen die Metamorphose pausiert, wäre solch eine Ruhephase temperaturabhängig?
    Ich bin gespannt auf die weiteren Ergebnisse.

  2. Hallo Armin, was wir ziemlich sicher wissen ist, dass die Puppen einen „Kälteschock“ (unter 8 Grad Celsius) von mindestens 6 Wochen benötigen, damit die Metamorphose in der Puppe beginnt. Es ist, als würde dadurch eine Art „Schalter“ umgelegt, bzw. ein Inhibitormolekül abgebaut. Ist der Prozess einmal angestoßen, ist er nicht mehr aufzuhalten. Lediglich die Geschwindigkeit der Metamorphose hängt dann noch von der Außentemperatur ab. Bei Raumtemperatur dauert die Umwandlung zum Falter dann ziemlich genau 3 Wochen.

    Tim Laußmann

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