Das Further Moor trocknet aus – wenn nichts passiert!   Leave a comment

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Further Moor im Jahr 2009: Nadelwald zieht das Wasser aus den Flächen (Foto: Armin Dahl)

Der Wald rundherum muss weg! Nicht in der Schärfe, aber inhaltlich genau so formulieren es die Autorinnen in einem Artikel in der vom LANUV herausgegebenen Postille „Natur in NRW“, der sich um die schleichende Entwässerung  des Further Moors dreht. Das 42 Hektar Fläche umfassende Naturschutzgebiet (NSG-Kennung ME-001) liegt auf der Bergischen Heideterrasse zwischen Langenfeld und Leichlingen und wurde schon 1937 unter Schutz gestellt. Das Further Moor ist momentan die einzige bekannte Flugstelle vom Heidespanner  – Ematurga atomaria – im gesamten Kreis Mettmann. Früher kam hier auch noch der Rotrandbär Diacrisia sannio vor, von dem wir keine aktuellen Nachweise aus der Region haben. Wir haben vor vielen Jahren dort ein paarmal Lichtfang gemacht, in Erinnerung ist mir dort nur ein Vogel – dieWaldschnepfe – geblieben.

Entscheidend für die Moorhydrologie im Further Moor und anderswo ist die Verringerung des sommerlichen Wasserdefizits. Die Autorinnen des Artikels arbeiten dabei schön heraus, wie der Wald das Wasser aus dem Moor zieht. Bekanntlich liegt übertrifft die Grundwasserspeisung von Calluna-Heide, die durch niedrigen und lückigen Wuchs charakterisiert sind, diejenige der Wälder um 30 bis 50 Prozent.

Monatsmittelwerte der klimatischen Wasserbilanz für das Naturschutzgebiet
Further Moor; blau gestrichelte Säulen: potenzielle Wasserspende durch die Umwandlung von Wald in Calluna-Heide auf Basis der lokalen Niederschlags-Monatsmittelwerte 1981 bis 2010 (Quelle: Natur in NRW, Nr. 2/2019)

Ein Maßnahmenkonzept für den sechs Hektar großen offenen Moorbereich des Further Moors, erstellt von der Unteren Naturschutzbehörde und der Biologischen Station des Kreises Mettmann, sieht die Rücknahme des Waldsaum an den Rändern der beiden Niedermoorkerne um 60 bis 100 Meter vor. Die Freiflächen sollen als Heidefläche entwickelt werden. Die Umsetzung der weiteren erforderlichen Maßnahmen soll im Rahmen des integrierten EU-Life-Projekts „Atlantische Sandlandschaften“ erfolgen.

Als ehemaliger Vorstand der Biostation D-ME kann ich nur sagen: die Probleme im Further Moor sind seit langem bekannt, daran haben sich schon verschiedene Mitarbeiter der Biostation abgearbeitet. Thomas Hübner, beim LANUV bis vor kurzem Dezernent für Biotopschutz, hat im Further Moor seine Diplomarbeit gemacht, geholfen hat es nichts: Sinnvolle Schutzmaßnahmen sind letztendlich immer wieder an den Forstbehörden gescheitert, die sich nicht an die Umwandlung der Waldbestände machen, sondern lieber das FFH-Gebiet dauerhaft entwerten. Mal sehen ob das jetzt mit Rückenwind vom LANUV besser läuft.

Literatur

HÜBNER, T. (1985): Das Naturschutzgebiet „Further Moor“: Flora, Vegetation, Schutzwürdigkeit und Pflege. Diplomarbeit Universität Düsseldorf, 247 S.

Michels, C., D. Levacher & D. Berger (2019): Das Further Moor trocknet aus. Natur in NRW 2/2019: 39-44

Ellenberg, H. & C. Leuschner (2010): Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht. 6., vollst. neu bearb. Aufl. von C. Leuschner, 1.334 S.

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Veröffentlicht 27. Juni 2019 von Armin Dahl in Heideterrasse, Klimawandel, Lebensräume

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