Ein Blick zurück auf das Schmetterlingsjahr 2021   2 comments

Ein weiteres Pandemie-Jahr liegt hinter uns. Auch wenn wir nicht alle Pläne umsetzen konnten, waren immerhin einige schöne Exkursionen möglich, wir konnten einen Artikel in einer internationalen Zeitschrift veröffentlichen und einen YouTube-Kanal starten. Faszinierende Einblicke in das Innere von sich entwickelnden Puppen (Titelbild) erhielten wir aus einer Kooperation mit der Uni Düsseldorf. Alles in allem ein gutes Schmetterlingsjahr, in dem wir uns auch erfolgreich für den Erhalt der Lebensräume unserer geflügelten Freunde einsetzen konnten.

Was lässt sich sonst noch über das vergangene Jahr 2021 sagen? Im Grunde nicht viel mehr als über das Jahr 2020 – viele Veranstaltungen sind der Pandemie zum Opfer gefallen. Im Sommer waren immerhin einige Exkursionen und Vorträge in Präsenz möglich. In weiser Voraussicht wurden Tagungen – wie der Westdeutsche Entomologentag – im Herbst direkt als Online-Veranstaltung geplant. So nützlich das auch ist, der direkte Austausch unter Insektenfreunden bleibt dennoch auf der Strecke. Hoffen wir, dass sich die Situation im nächsten Jahr bessert. Nun aber zu den den schönen Dingen des Lebens: den Schmetterlingen.

Was ist im vergangenen Jahr gelaufen?

  • Im Februar kam nach einem langen, aber durchaus fruchtbaren Review-Prozess endlich unser Artikel über 160 Jahre Schmetterlingsbeobachtungen in Wuppertal heraus. Obwohl wir alle Hebel in Bewegung setzten, wurde damit jedoch keine öffentliche Wirkung erzielt, auch eine Aufbereitung der Grafiken und konkrete Ansprache verschiedener Medien halfen nicht weiter. Auf schlechte Nachtrichten aus dem Insektenreich hat wahrscheinlich keiner mehr Lust. Immerhin haben wir nun alle uns zur Verfügung stehenden Informationen auch international präsentiert – und das zumindest ist ein bleibender Erfolg!
  • Mitte Mai hatten wir eine schöne Exkursion an die Mosel zum Orion-Bläuling.
  • Ende Mai haben wir ein Ferienhaus in der Nähe des Radioteleskops „Astropeiler“ am Stockert in der Eifel gemietet und konnten in kleiner Runde zahlreiche seltene Tag- und Nachtfalter beobachten.
  • Im Juni haben wir unser YouTube-Projekt „mothhunters“ gestartet. Einige Beiträge sind schon online, weitere in Planung.
  • Im Frühsommer waren noch Ausflüge an die Mosel und in die Eifel möglich. Insbesondere ging es dabei um die Bestände des Blauschillernden Feuerfalters und des Mosel-Apollofalters.
  • Nach dem 14. Juli, dem Beginn der Hochwasserkatastrophe, waren weitere Touren in die Eifel und an die Mosel zunächst nicht mehr denkbar. Im September konnte ich die Bahnstrecke in Nettersheim besichtigen, die eher einer Achterbahn glich (Bilder unten). Die Auswirkungen auf die Schmetterlinge sind noch unklar. Hoffentlich bleiben sie gering. Jedenfalls wurden die Wiesen rund um die Urft und auch im Lampertstal zwar stark überschwemmt, aber augenscheinlich nur wenig in Mitleidenschaft gezogen. Stark betroffene, teilweise abgetragene und verwüstete Stellen waren vor allem im Bereich von Verengungen, Brücken und Bebauungen zu finden.
  • Ein Kurztrip in den Harz bei Quedlinburg (den Ort kann man nur wärmstens empfehlen!) hat Lust auf mehr gemacht. Sicher ist dies ein lohnendes Ziel für Frühling und Sommer.
  • Die neue Rote Liste der Schmetterlinge in NRW ist erschienen. An die schlechten Nachrichten daraus haben wir uns ja leider schon gewöhnt. Auch hier muss man sagen: will keiner mehr hören.
  • Der Datenbestand auf observation.org wächst zusehends und mit steigender Geschwindigkeit.
  • Armin Dahl hat einen Schmetterlingskurs am Heiligen Meer zusammen mit dem LWL-Museum für Naturkunde durchgeführt. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg und wird im nächsten Jahr wieder stattfinden.
  • Armin Radtke und ich haben einen Vortrag mit anschließender Beobachtung von Nachtfaltern am Naturfreundehaus Neuenkamp in Leichlingen angeboten, an dem zahlreiche Personen begeistert teilnahmen.
  • Im Herbst konnten wir unser Projekt mit der Uni-Düsseldorf, nämlich die Beobachtung der Metamorphose der Puppen des Nachtpfauenauges zum Schmetterling mittels Kernspinresonanztomographie, zu Ende bringen (Beispiel: Titelbild, ein entwickeltes Weibchen in der Puppenhülle, gefüllt mit Eiern). Ein entsprechender Artikel ist bereits eingereicht und hat die erste Review-Runde gut überstanden.
  • Der Kaisermantel wurde auf unsere Initiative hin zum Schmetterling des Jahres 2022 gewählt und soll zu einer nachhaltigeren Waldwirtschaft ermahnen.

Zum Abschluss, wie jedes Jahr, einige farbenfrohe Bilder zur Aufheiterung (Beschreibung: bitte Bilder anklicken!). Nächstes Jahr wird bestimmt alles (noch) besser!😉

Euch allen einen guten Übergang ins Jahr 2022, alles Gute, Glück und Gesundheit!

Veröffentlicht 31. Dezember 2021 von Tim Laußmann in Arten / Listen

2 Antworten zu “Ein Blick zurück auf das Schmetterlingsjahr 2021

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  1. Witzigerweise komme ich gerade im Moment von einer Wanderung der Eifelschleife Stockertblick und Herkelstein zurück! Ich hatte mir überlegt, daß es da im Sommer bestimmt viele Falter zu sehen gibt .,, und dann finde ich diese Mail in meiner In-Box! Danke auch für die wunderschönen Aufnahmen und einen guten Start ins Neue Jahr.

  2. Hallo Tim,
    danke für die wunderschönen Bilder der vielen so interessanten Arten!
    Viele Grüße und guten Rutsch
    Brigitte

    Brigitte Schmälter

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