Warum die Insekten sterben oder Streifenmahd nach Düsseldorfer Modell ðŸ™ˆ   4 comments

Düsseldorf, Blick von der Franklinbrücke nach Norden, 4. Juli 2022 (Foto: Armin Dahl)

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte, deshalb fasse ich mich kurz: Vor einer Woche noch war das eine trockene, herrlich blühende Wiese, für eine Menge Steuergeld angelegt von der Landeshauptstadt, die sich mit Klimamonitoring, Artenvielfalt und einem vorderen Platz beim BioBlitz 2022 brüstet. Ein riesiges Meer von Echtem Labkraut, massig buntes Blütenangebot und darin jede Menge Fluginsekten.

Und jetzt das: Die ganze blühende Oase namens Maurice-Ravel-Park im schicken Stadtteil Pempelfort, auf einen Schlag heruntergef…. bis auf die Strünke. Wer oder was auch immer hier lebte, das befindet sich jetzt in der Kompostieranlage und wurde zur Sicherheit vorher kleingehäckselt.

Es dauert wohl noch eine Weile bis die Teilflächen- oder Streifenmahd, bis das stehenlassen von Altgras- und Refugialstreifen und das restliche kleine Einmaleins des Artenschutzes in den Köpfen der Düsseldorfer Stadtgärtner angekommen sind. So jedenfalls macht man es NICHT.

Vielleicht liegt´s ja am Namen des Parks. Maurice Ravel war als Komponist ziemlich meinungsstark, einige Wutausbrüch sind überliefert, Experimente mit seinen eigenen Werken konnte er überhaupt nicht ab. Als Arturo Toscanini einmal seinen berühmten Bolero aufführte, schrie Ravel im Saal herum: „Ich bin der Komponist!“ und beschimpfte den Dirigenten: „Das Schwein hat zu schnell gespielt, das ist unverzeihlich! Das ist unglaublich! Das Stück ist ruiniert!“.

So etwas ähnliches kam mir heute in den Sinn, als ich auf der Zoobrücke stand und das Desaster ansehen musste. Ich bin zwar nicht der Parkplaner, könnte aber schreien vor Wut und Enttäuschung. Aufräumen und Pflege sind zwei verschiedene Dinge – Gut gemeint ist halt nicht gut gemacht.

Veröffentlicht 4. Juli 2022 von Armin Dahl in Arten / Listen, Ökologie, Insektensterben, Pflege

4 Antworten zu “Warum die Insekten sterben oder Streifenmahd nach Düsseldorfer Modell ðŸ™ˆ

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  1. Für den Klima-, Umwelt- und Naturschutz ist jeder einzelne verantwortlich!
    Außer den Verantwortlichen.

    Es gab dieses Jahr erfreulicherweise eine medien-, politiker- und mächtigen-gestützte Aktion „Im Mai nicht mähen“. Das kümmerte das „Naturschutz und Grünflächenamt“ Berlin Neukölln freilich nicht. Die ellenlange Sonnenalleewiese, die früher auch Buschgruppen trug, wurde Ende Mai, als die ersten Margeriten aufblühten, in einem Zug abgemäht, und zwar schön niedrig, damit es sich lohnt. Jetzt wachsen da fast nur noch Götterbaumaustriebe.
    Die Grünen sind mit 17,6% Wahlerergebnis zweitstärkste Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung.

    Gilbert von Luck
    • was hat das mit den Grünen zu tun? Das sind meist einfach blinde Verwaltungsentscheidungen, Pflege-Ausschreibungen gehen an den Billigsten, ansonsten herrscht Unkenntnis…

      • Das hat mit ihnen zu tun, dass sie sich nicht darum kümmern. Die Möglichkeit hätten sie. Die Verwaltung macht nicht, was sie will, sondern was die gewählten Instanzen (die BVV wählt die Stadträte) ihr auftragen.

        • na ja das wäre ja mal was ganz neues, dass eine Verwaltung macht was ihr die Politik aufträgt. Ich empfehle mal einen Besuch in einem Bauhof einer durchschnittlichen Kleinstadt. Die pfeifen auf die Politik. Aber die Grünen – ausgerechnet! – sind ja bekanntlich an allem schuld.

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