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Munteres Treiben am Efeu   1 comment

Die Tage sind kurz und die letzten Blüten welken. Nur an unseren Efeu – Blüten herrscht bei sonnigen Abschnitten noch munteres Treiben – Neben Admiral, C-Falter, Schwebfliegen und anderen Insekten finden sich dort auch zahlreiche Wespen und die letzten noch aktiven Honigbienen ein. Ein Idyll? Wohl eher nicht – denn um die letzten Ressourcen entbrennt ein Kampf. Und wozu mühsam selber Nektar saugen und verdauen? – Am besten nimmt man eine Abkürzung zu den wertvollen Proteinen. Die Wespen erlegen im Blitzangriff zahlreiche Bienen. Unter dem Efeu kommt es dann zum Showdown: Geschickt entfernt die Wespe zuerst die Beine der Biene, dann wird der „saftige“ Hinterleib abmontiert und weggetragen.

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Nachdem sich die Wespe auf eine an Efeu – Blüten saugende Biene „gestürzt“ hat, fallen beide Tiere zu Boden. In dem kurzen Kampf scheint die Wespe überlegen zu sein. Schnell trennt sie die Beine der Biene ab, so dass diese relativ wehrlos ist. (Leverkusen, 15.10.2017, Foto: Tim Laußmann)

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Das Ergebnis des Gemetzels: Gut zu erkennen ist das Brustsegment der Biene mit Kopf und abgetrennten Beinen. Den ebenfalls abgetrennten, nährstoffreichen Hinterleib der Biene greift die Wespe mit den Vorderbeinen (Leverkusen, 15.10.2017, Foto: Tim Laußmann)

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Die Wespe hat den Hinterleib der Biene abgetrennt und macht sich startklar. (Leverkusen, 15.10.2017, Foto: Tim Laußmann)

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Veröffentlicht 12. November 2017 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Auch Wuppertal hat etwas zu bieten…   Leave a comment

Hier einige Bilder unserer Exkursion zur Stromtrasse Marscheid in Wuppertal am Samstag, 24.06.2017. Bei trübem aber warmem Wetter und gelegentlichem leichten Nieselregen konnten wir innerhalb von gut drei Stunden eine stattliche Anzahl von Insekten entdecken. Da die Stromtrasse regelmäßig von aufkommendem Baumbewuchs befreit wird, hat sich hier eine artenreiche, heideähnliche Fläche entwickelt, wie man sie nur noch selten findet.

Veröffentlicht 29. Juni 2017 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Ein Perlmuttfalter-Määrchen   Leave a comment

Am 23.06. zog es mich dann doch noch einmal an die Mosel. Nach den vielen sehr heißen Tagen hatte es sich etwas abgekühlt. Um 8 Uhr morgens am Apolloweg oberhalb des Örtchens Valwig war es bei bedecktem Himmel bereits 20 Grad warm. Die erste Überraschung gab es sofort am Beginn des Weges: Einige Dutzend (!) Exemplare von Aglaope infausta („Trauerwidderchen“) schwärmten durch die Schlehengebüsche. Dennoch blieb dies zunächst die einzige interessante Beobachtung. Auf dem langen Weg und dem anschließenden Pfad flogen bei eher trübem Himmel nur wenige Falter, drei große Füchse, zwei Brombeer-Permuttfalter, einige Weißlinge und Kleine Füchse, aber kein einziger Apollofalter. Erst gegen zehn lockerte es auf. Die Temperatur stieg rasch auf über 25 Grad und oben an den Felsen der Brauselay waren noch drei Apollofalter zu entdecken. Wahrscheinlich geht die Apollofalterzeit nach der Hitze nun dem Ende entgegen. Am Fuße der Felsen ließ sich ein Kreuzdorn-Zipfelfalter (Satyrium spini) blicken und ablichten – dies ist bei den flinken und scheuen Tieren gar nicht so einfach. Am Wegrand fielen noch vier Raupen von Melitaea didyma (Roter Scheckenfalter) auf, die an Gewöhnlichem Leinkraut (Linaria vulgaris) fraßen (Bildbeschreibung: bitte Bilder anklicken!). Gegen 12 Uhr war es bereits so heiß, dass ich mich lieber in die Eifel zurückzog…

… in der Eifel gibt es bei dem kleinen Ort Strohn ein trockengefallenes Maar. Das Maar ist in eine monotone Agrarlandschaft eingebettet, so dass sich scheinbar alle Falter der Umgebung dort versammelt hatten. Insbesondere fand ich vier (!) Permuttfalterarten gleichzeitig vor, darunter der Hochmoor-Perlmuttfalter (Boloria aquilonaris) in ca. 15 Exemplaren. Auffällig und ungewöhnlich war zudem, dass ich bei der gesamten Exkursion nur einen blauen Bläuling (Celastrina argiolus an der Mosel) beobachten konnte.

 

Veröffentlicht 25. Juni 2017 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Im Kaiserstuhl ver“haftet“   1 comment

Ein paar Tage in Freiburg, Wandern im Schwarzwald und einen Tag in den Europapark zum Achterbahnfahren – bei so einem Kurzurlaub bleibt nicht viel Zeit für Insekten. Dennoch gab es einen spannenden fotografischen „Beifang“: bei einem morgendlichen Kurztrip in den Kaiserstuhl konnte ich zwischen Badberg und Haselschacher Buck zahlreiche Schmetterlingshafte (Libelloides longicornis) beobachten. Die libellenähnlichen Tiere aus der Ordnung der Netzflügler sind eher scheu, nicht ganz so wendig wie Großlibellen, aber dennoch sehr gute Flieger. Mit einer Spannweite von ca. 5 cm sind sie auch gar nicht so klein. Sie jagen andere Insekten im Flug. Die Larven leben räuberisch am Boden. Das Verhalten ist bemerkenswert: in der Sonne sitzen die Tiere mit ausgebreiteten Flügeln im Gras und fliegen bei Annäherung rasch und weit weg. Sobald die Sonne fehlt, werden die Flügel über dem Körper zusammengelegt und die Tiere fliegen selbst bei extremer Annäherung nicht weg, sondern drehen sich hinter den Halm auf dem sie sitzen, als wollten sie sich dahinter verstecken.

Auf dem Rückweg aus Freiburg blieb Zeit für eine Pizza in Kobern-Gondorf an der Mosel. Bei einem 30 minütigen Spaziergang am Fuße des Felsens moselabwärts konnten wir sofort 5 frische Apollofalter fliegend beobachten, dazu noch einen Kreuzdorn-Zipfelfalter. (Beschreibung der Bilder: Bild anklicken!)

Veröffentlicht 16. Juni 2017 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Was guckst Du?   Leave a comment

Zur Einstimmung auf unser Moselwochenende eine gerade frisch geschlüpfte Eichenglucke (Phyllodesma tremulifolia), Nachzucht eines Falters, den wir 2015 in Starkenburg an der Mosel gefangen haben. Man beachte die bemerkenswerte Tarnung als welkes Blatt. Die Tiere ahmen sogar das „schaukeln im Wind“ nach.

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Phyllodesma tremulifolia – Eichenglucke, 07.05.2017, Nachzucht aus einem Falter, der 2015 in Starkenburg an der Mosel gefangen wurde (Foto: Tim Laußmann)

Veröffentlicht 8. Mai 2017 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Lampronia capitella – Johannisbeermotte in Opladen   Leave a comment

Da steige ich am Freitag (5.5.) aus meinem Auto und sehe bei uns an der Hauswand einen kleinen, hübschen Falter sitzen. Armin Dahl und ich waren uns beim folgenden – weitgehend erfolglosen – Leuchtabend an der Naturschule Grund in Remscheid einig, dass es sich um die Johannisbeermotte Lampronia capitella handelt. Am nächsten Morgen konnte ich an unseren Johannisbeeren noch zwei Falter und einen Tag später wieder zwei (andere) Falter im Flug beobachten. Die Tiere scheinen gerne am Morgen und am Abend zu fliegen, tagsüber hatten sie sich zurückgezogen. Allzu viele Beobachtungen dieses Tierchens gibt es in NRW nicht…

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Lampronia capitella – Johannisbeermotte, 06.05.2017, Leverkusen – Opladen (Foto: Tim Laußmann) – man beachte die markante „Frisur“

 

Veröffentlicht 8. Mai 2017 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Große Sause im Schlehenbusch   1 comment

In den letzten 3 Tagen ist bei sonnigem Wetter in Leverkusen an unserem Schlehenbusch im Garten richtig was los. Hier einige Impressionen. Zeitweise waren 5 Tagpfauenaugen gleichzeitig auf unserer Schlehe. Im Vergleich zur Situation in den letzten Jahren ist das beachtlich. Macht das Hoffnung auf ein gutes Jahr für diesen Tagfalter? Ein Admiral war auch dabei – Überwinterer oder Frühankömmling – wohl eher ersteres. C-Falter dürfen auch nicht fehlen.

Veröffentlicht 26. März 2017 von Tim Laußmann in Arten / Listen