Archiv für die Kategorie ‘Arten / Listen

Am Johanniskraut: jetzt auf Adela violella achten!   2 comments

Heute habe ich wieder zwei Exemplare der Langhornmotte Adela violella am Tüpfel-Johanniskraut bei mir im Garten in Leverkusen beobachten können. Die Winzlinge fallen durch ihren typischen „hüpfenden“ Flug und natürlich durch die langen Fühler auf. Die Tiere fliegen gerne in der prallen Sonne. Am besten wartet man an einem schattigen Platz, bis sie von der Raupen-Futterpflanze auffliegen. Bisher konnte ich die Tiere immer nur einzeln, nie in größeren Mengen finden.

Wer also Lust hat, sich auf die Suche nach den kaum 5 mm messenden Winzlingen (Fühler nicht eingerechnet!) zu begeben, hier ein paar Bilder (anklicken!):

 

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Veröffentlicht 22. Juni 2019 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Bläulingsparade am Schlangenberg   1 comment

Gut, ich gebe es zu: Bläulinge sind meine Lieblingsschmetterlinge. Sie haben so nett geringelte Fühler und Knopfaugen und bestechen durch knallige Farben, die bei den Feuerfaltern auch mal ins metallisch-glänzende übergehen.

Über Observation.org kann man sehr schön von anderen Entomologen erfahren, welche Falter (und somit auch Bläulinge) gerade ihre Flugzeit beginnen. Das ist wichtig, denn ganz frische Falter sehen natürlich besonders schön aus.

Am Freitag, 07. Juni 2019 fuhr ich also früh morgens um 6:30 Uhr zum Naturschutzgebiet Schlagenberg bei Stolberg. Der dortige Schwermetallrasen mit Galmeivegetation bietet zahlreichen hoch spezialisierten Pflanzen einen Lebensraum, z.B. dem Galmei-Veilchen und der Galmei-Grasnelke. Wenn man früh vor Ort ist, kann man den Schmetterlingen nach einer kühlen Nacht beim Aufwachen zuschauen. Dann sitzen sie oft mit ausgebreiteten Flügeln in der Vegetation und wärmen sich in der Morgensonne auf. Leider gab es einen heftig auffrischenden, böigen Wind, der das Fotografieren erheblich erschwerte. Da hilft nur: Luft anhalten, auf eine windstille Sekunde warten und – abdrücken. Dabei habe ich auch jede Menge (bestimmt 90 %) unbrauchbare Fotos produziert, was ja im Digitalzeitalter kein Problem mehr ist.

Beeindruckend war die hohe Zahl an Bläulingsarten auf dem Schlangenberg. Insbesondere den Lilagold-Feuerfalter kann man dort bewundern. Der metallische Glanz der Männchen variiert je nach Alter des Falters und nach je nach Lichteinfall zwischen kupferrot und violettrot. Hier eine Auswahl der Fotos (bitte anklicken)!

Veröffentlicht 11. Juni 2019 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Leuchtabend an der Naturschule Remscheid-Grund   Leave a comment

Am 31. Mai fand wieder unsere jährliche Nachtexkursion zur Naturschule Grund in Remscheid statt. Bestens umsorgt von Jörg Liesendahl, dem pädagogischen Leiter der Umweltbildungsstation, konnten wir wieder zahlreiche Nachtfalterarten an unseren mit UV-Lampen ausgestatteten Leuchttürmen bewundern. Wie kaum ein anderes Gelände in diesem Naturraum vereinigt das Grundstück der Schule zahlreiche Biotopformen auf kleinstem Raum: Feuchtgebiete, Laubmischwald, Bauerngarten, Heckenlandschaft und, auf dem nahe gelegenen Sportplatz, trocken-warme Kleinstbiotope. So standen dann auch um halb zwei in der Nacht gut 50 Großschmetterlingsarten auf der Liste – und das trotz aufklarendem Himmel und entsprechender Abkühlung. Hier ein paar Beispiele der beobachteten Nachtfalterarten (Fotos bitte anklicken!):



Die Artenliste, Stand 10. Juni 2019

KR-Nr wiss. Name Anzahl
3380 Nemophora degeerella (Linnaeus, 1758) 1
3770 Cauchas fibulella (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
3910 Nematopogon swammerdamella (Linnaeus, 1758) 5
7010 Monopis weaverella (Scott, 1858) 1
15280 Plutella porrectella (Linnaeus, 1758) 3
34190 Teleiodes luculella (Hübner, 1813) 1
44710 Cnephasia incertana (Treitschke, 1835) 1
45200 Eulia ministrana (Linnaeus, 1758) 1
47310 Celypha lacunana (Denis & Schiffermüller, 1775) 8
47940 Lobesia reliquana (Hübner, 1825) 1
50250 Notocelia rosaecolana (Doubleday, 1850) 1
50660 Ancylis diminutana (Haworth, 1811) 1
51440 Cydia pomonella (Linnaeus, 1758) 1
53230 Alucita hexadactyla Linnaeus, 1758 1
54850 Pterophorus pentadactyla (Linnaeus, 1758) 1
55500 Adaina microdactyla (Hübner, 1813) 1
55690 Aphomia sociella (Linnaeus, 1758) 1
61660 Scoparia basistrigalis Knaggs, 1866 7
62510 Crambus lathoniellus (Zincken, 1817) 1
66580 Eurrhypara hortulata (Linnaeus, 1758) 1
66800 Agrotera nemoralis (Scopoli, 1763) 1
69980 Pieris rapae (Linnaeus, 1758) 1
70240 Gonepteryx rhamni (Linnaeus, 1758) 1
74810 Thyatira batis (Linnaeus, 1758) 1
75030 Watsonalla binaria (Hufnagel, 1767) 3
75300 Ligdia adustata (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
75390 Macaria notata (Linnaeus, 1758) 1
75420 Macaria liturata (Clerck, 1759) 2
75470 Chiasmia clathrata (Linnaeus, 1758) 1
75960 Petrophora chlorosata (Scopoli, 1763) 1
76130 Opisthograptis luteolata (Linnaeus, 1758) 1
76470 Odontopera bidentata (Clerck, 1759) 1
76860 Biston betularia (Linnaeus, 1758) 1
77540 Peribatodes rhomboidaria (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
78000 Parectropis similaria (Hufnagel, 1767) 3
78280 Lomographa bimaculata (Fabricius, 1775) 1
78290 Lomographa temerata (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
78360 Campaea margaritata (Linnaeus, 1767) 2
80240 Cyclophora linearia (Hübner, 1799) 1
80280 Timandra comae A. Schmidt, 1931 1
81550 Idaea seriata (Schrank, 1802) 1
82490 Xanthorhoe designata (Hufnagel, 1767) 2
82520 Xanthorhoe spadicearia (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
82550 Xanthorhoe montanata (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
82750 Epirrhoe alternata (Müller, 1764) 1
83380 Ecliptopera silaceata (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
83680 Electrophaes corylata (Thunberg, 1792) 2
83850 Colostygia pectinataria (Knoch, 1781) 10
86560 Asthena albulata (Hufnagel, 1767) 1
87270 Pheosia tremula (Clerck, 1759) 2
87280 Pheosia gnoma (Fabricius, 1776) 1
87720 Moma alpium (Osbeck, 1778) 1
87780 Acronicta aceris (Linnaeus, 1758) 1
89940 Hypena proboscidalis (Linnaeus, 1758) 7
90080 Rivula sericealis (Scopoli, 1763) 3
90450 Diachrysia chrysitis (Linnaeus, 1758) 1
91140 Protodeltote pygarga (Hufnagel, 1766) 1
94560 Charanyca trigrammica (Hufnagel, 1766) 1
95050 Phlogophora meticulosa (Linnaeus, 1758) 1
97840 Oligia fasciuncula (Haworth, 1809) 3
100020 Mythimna albipuncta (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
100380 Orthosia gothica (Linnaeus, 1758) 1
100680 Pachetra sagittigera (HUFNAGEL, 1766) 1
100820 Axylia putris (Linnaeus, 1761) 2
100860 Ochropleura plecta (Linnaeus, 1761) 2
100930 Diarsia rubi (Vieweg, 1790) 1
101990 Xestia c-nigrum (Linnaeus, 1758) 3
103480 Agrotis exclamationis (Linnaeus, 1758) 5
103870 Calliteara pudibunda (Linnaeus, 1758) 7
104990 Eilema sororcula (Hufnagel, 1766) 6
105670 Spilosoma lubricipeda (Linnaeus, 1758) 1
1001600 Thera variata/britannica ARTKOMPLEX 1
1003000 Oligia strigilis/latruncula/versicolor ARTKOMPLEX 5

Veröffentlicht 10. Juni 2019 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Exkursion ins Rotbachtal und zum Bürvenicher Berg am 26.05.2019   5 comments

Die diesjährige gemeinsame Exkursion der Botaniker und Entomologen des Naturwissenschaftlichen Vereins Wuppertal führte in das Rotbachtal bei Schwerfen in der Eifel und zum nahe gelegenen Bürvenicher Berg. Bei mäßig warmen Wetter und eher bedecktem Himmel hielt sich die Ausbeute aus schmetterlingskundlicher Sicht in Grenzen. Das relativ junge Naturschutzgebiet Rotbachtal (seit 2004) war vielen von uns nicht bekannt. Bei der Wanderung stellte sich heraus, dass das Tal einiges an Potential hat, jedoch die Tal- und Hangwiesen teilweise noch mit einem hohen Nährstoffgehalt zu kämpfen haben. Dennoch gab es eine Anzahl botanischer Highlights zu bewundern, z.B. eine Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum) kurz vor der Blüte. Abschließend ging es noch zu den Kalkmagerrasen am nahe gelegenen Bürvenicher Berg. Hier einige Fotos (für die Beschreibung bitte anklicken!)

 

Veröffentlicht 1. Juni 2019 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Eselswolfsmilch-Glasflügler in Massen   6 comments

Heute kam per Mail eine höchst bemerkenswerte Beobachtung von Willi Wiewel aus Duisburg herein,  die hier ungekürzt wiedergeben wird

habe heute erstmalig in diesem Jahr einen Versuch bei den Glasflüglern unternommen und gleich mit einem Überraschungsergebnis. Ich hatte zwar Fallen und Pheromone dabei, die brauchte ich aber nicht. Die Esels-Wolfsmilch in den linksrheinischen Wiesen in Duisburg-Rheinhausen saß voll mit den kleinen Glasflüglern. Bei etwa 23° C. konnte ich zwischen 15:30 und 17:00 Uhr gar nicht alle zählen, die sich an der Eselswolfsmilch bewegten und auch darauf saßen. Insgesamt bin ich auf ein Ergebnis von 46 Faltern dieser Art gekommen, wobei ich glaube, dass es eher die doppelte Anzahl war.
Ich muss dazu sagen, dass die blühende Euphorbia esula wohl in der Größe mehrerer Fußballfelder dort wächst, unglaublich, habe solche Mengen davon noch nie gesehen. An jedem Fleckchen dort waren auch Falter zu finden.
Zumindest wurde mir bestätigt, dass Ch. tenthrediniformis wohl 14 Tage früher fliegt, als Ch. empiformis. Das werde ich aber noch testen, wenn sich die Gelegenheit bietet.
Diese riesige Wolfsmilch-Fläche hatte ich schon vor einigen Wochen entdeckt. Da kam das gute Wetter heute gerade recht.

Veröffentlicht 18. Mai 2019 von williwiewel2018 in Glasflügler, Lebensräume, Phänologie

Blick ins Innere   2 comments

Die Metamorphose einer Raupe zum Schmetterling ist sicher eines der faszinierendsten Schauspiele, die die Natur zu bieten hat. Aus ein und derselben genetischen Information entstehen zwei vollkommen unterschiedliche Lebewesen: kaum etwas lässt vermuten, dass aus dem unscheinbaren wurmförmigen Wesen einmal ein Schmetterling werden wird. Moderne Technik macht es möglich, die Entstehung eines Schmetterlings in der Puppe sichtbar zu machen und das ohne das Tier dabei beschädigen zu müssen: Prof. Ulrich Flögel vom Institut für Molekulare Kardiologie an der Uni Düsseldorf verfügt über ein Kernspinresonanzspektrometer das so modifiziert wurde, dass man damit Bilder aus dem Inneren von Lebewesen erzeugen kann. Im Wesentlichen wird die Verteilung von Wasser gemessen. Wo ansonsten Mäuse untersucht werden, wurden nun in einer explorativen Studie Puppen unseres „Haustieres“, des Kleinen Nachtpfauenauges, in verschiedenen Entwicklungsstadien in Hunderten von Schnittebenen angeschaut. Hier einige Bilder als Vorschau (bitte anklicken!). Wir hoffen, daraus in Zusammenarbeit mit Biologen an der Uni Düsseldorf ein interessantes Forschungsprojekt entwickeln zu können. Dazu müssen nun erstmal die gewonnen Daten gesichtet werden…

Veröffentlicht 12. Mai 2019 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Sergeant-Major am Schneckenklee: Grapholita compositella   1 comment

Kleewickler Grapholita compositella, Haan, 1. Mai 2019 (Foto: Armin Dahl)

Ein winziges Stäubchen, das in hohem Tempo in einer im Vorjahr eingesäten Wiese herumsaust und sich trotz der geringen Größe nur im Sprintmodus einfangen lässt: Noch vor wenigen Jahren hätte ich dieses Tierchen einfach ignoriert, einer von vielen Mikros halt.

Heute weiss ich allerdings daß die „Mikros“ zum einen deutlich bunter oder auffälliger gezeichnet sind als die größeren „Makros“ unter den Motten. Und ausserdem sind viele Arten pflanzenspezifisch: Blattwickler, Miniermotten und andere leben oft nur an einer einzigen Pflanzenart oder -gattung, und man kann aus ihrem Vorkommen Rückschlüsse auf die Lebensräume ziehen.

Also musste das kaum erkennbare Tierchen doch noch zum Fototermin eingeladen werden, und erst dabei kam die wunderschöne Zeichnung zum Vorschein.

Grapholita compositella trägt auf dem Rücken vier auffällige Querstreifen, und hat deshalb von den Nachbarn aus den Niederlanden den einprägsamen Namen Sergeant-majoortje“ bekommen: Der Sergeant-Major, im Deutschen würde man ihn etwa mit „Oberstabsfeldwebel “ übersetzen, ist beim Militär der höchste Dienstrang der Unteroffiziere und hat als Rangabzeichen auf den Schulterklappen die vier angesprochenen Querstreifen.

Es gibt nur einen Dienstgrad der noch mehr Streifen auf den Klappen trägt, fünf Schrägbalken in Form der belgischen Kartoffelstäbchen hat der „Oberstabsgefreite“, der deshalb schon zu meiner Bundeswehrzeit als „Pommes-General“ verspottet wurde. Oberstabsgefreite bei der Marine haben zusätzliche Streifen, und deshalb den Spitznamen „Nato-Zebra“. Aber das nur nebenbei, hier geht es ja nicht um Säugetiere.

Grapholita compositella fliegt nach SCHÜTZE als Falter in zwei Generationen von April bis August: Die Raupe lebt zwischen den Gipfelblättern von Medicago sativa (Schneckenklee) versponnen, im Lepiforum gibt es auch etliche Bilder mit Befallspuren von Rotklee (Trifolium pratense). In Nordrhein-Westfalen gibt es nur relativ wenige Nachweise, was an der mangelnden Durchforschung liegen dürfte: In den Niederlanden ist der Falter flächendeckend verbreitet.

 

 

Veröffentlicht 4. Mai 2019 von Armin Dahl in Arten / Listen, Mikros