Archiv für die Kategorie ‘im Netz

Falterpost mit der Schneckenpost   Leave a comment

Nur mal kurz zwischenrein, weil es sich beim Kleinen Nachtpfauenauge Saturnia pavonia  um unser „Haustier“ handelt, und weil der Entwurf von einer Wuppertaler Designerin entworfen wurde.

Und weil manch einer ja noch „old style“ kommuniziert und nicht per Mail, Whatsapp oder Facebook: Die Deutsche Post verkauft seit Juni 2016  Briefmarken mit einem schönen Nachtfaltermotiv, vielleicht hat der eine oder andere ja Lust sich ein paar von diesen Marken auf Vorrat anzuschaffen

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Veröffentlicht 9. Februar 2018 von Armin Dahl in Arten / Listen, im Netz, Spinner

Das niederbergische Lepi-Radar   1 comment

Das kleine Netzwerk der Entomologen in der Region ist ja schon ganz schön dicht. Aber es gibt immer noch Menschen im Niederbergischen, die sich mit Tag- oder Nachtfaltern beschäftigen, und bisher unter unserem Radar durchgeflogen sind.
Nun  ist hier nicht der Platz um Werbung für Produkte oder Leute zu machen, aber an dieser Stelle mache ich einmal eine Ausnahme: Ich habe selten so schöne Makrofotos gesehen wie die von Andreas Kolossa in Langenfeld! Und passend zur Jahreszeit hier mal ein Shopping-Tipp: Der vom Colouria Verlag produzierte Kalender, „Schmetterlinge auf Wiesen 2018“ wird demnächst auch in meinem Arbeitszimmer hängen. Andreas Kolossa hat einen Tagfaltertranssekt in der Eifel im Raum Blankenheim und ist ansonsten mit Profi-Fotoausrüstung unterwegs auf der Suche nach Naturmotiven. Einen Teil seiner Eifel-Falterdaten habe ich bereits in die „schmetterlinge-nrw.de“ überführen dürfen, und es kommen wahrscheinlich in Zukunft noch ein paar mehr. Dem Kollegen fehlen übrigens noch gute Falterbilder von Cupido argiades, das kommt davon wenn man nur in die Spitzenbiotope der Eifel fährt 🙂 Diese Lücke werden wir 2018 mit einiger Sicherheit „vor der Haustür“ stopfen können.

Nummer 2 unterhalb des Radars ist Johannes Meßer, der dieses Jahr im Landschaftspark Duisburg  schon einige Male Lichtfang durchgeführt hat.  Meßer ist Vorsitzender des Landschaftsbeirats in Duisburg, und seinen Daten und Belegfotos sind seit neuestem auf www.observation.org zu bewundern. Auch Karola Winzer aus Mülheim hat begonnen ihre Fotos und Schmetterlingsbeobachtungen dort einzugeben.

Bei observation.org landen übrigens in Zukunft auch die meisten Daten der Biostation Westliches Ruhrgebiet. Martin Schlüpmann, in der Biologischen Station zuständig für Herpetofauna, Libellen, Heuschrecken, Gewässerfauna und seit den 1980er Jahren mit Kollegen in Leitung des Arbeitskreises Amphibien und Reptilien NRW, treibt das voran.  Die NRW-Arbeitskreise für Heuschrecken, Libellen und Reptilien/Amphibien werden wohl zukünfig ihre Daten über diese Plattform erfassen und pflegen. Die Datenbank zu durchpflügen macht bei so richtig Spaß, denn man stößt immer wieder auf faunistische Highlights, zum Beispiel die Beobachtung vom Hummelschwärmer in Hagen-Hohenlimburg.

Neue internet-basierte Techniken bei den Datenbanken waren auch Thema bei den Vorträgen auf dem Westdeutschen Entomologentag in Düsseldorf. Besonders interessant fand ich den Vortrag von Dominik Jablotschkin über die Suche nach Libellen-Hotspots in Nordrhein-Westfalen, der aus dem Datensalat der Libellen-Experten mit ein bisschen Mathematik einige leckere Karten und Ergkenntnisse herauszauberte. Bei den Libellen ist die Dynamik in der Faunenveränderung ähnlich hoch wie bei den Heuschrecken, ehemals häufige Arten verschwinden und Raritäten werden wiedergefunden.

Der „WET“ ist immer noch eine Plattform für den intensiven Austausch über Insektenkunde. Die altehrwürdige Entomologische Gesellschaft Düsseldorf hatte zum 150. Jubiläum in das renovierte Löbbecke-Museum geladen. Vorsitzender Jürgen Eckl referierte über „150 Jahre EGD. Was können wir aus der schönen Vergangenheit für die bescheidenere Zukunft hoffen“.

LED-Lampe von bioform: handlich aber teuer.

Derartige Bescheidenheit halte ich übrigens für völlig fehl am Platz. Früher war angeblich immer alles besser! Und die Museumszoologie inclusive der sogenannten Fachgesellschaften müssen sich 30 Jahre nach dem Siegeszug des Internets halt auch mal irgendwann wandeln. Wir haben heute in der Region wieder eine ordentliche Menge Beobachter, Fotografen und Datensammler, und die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit sind heute um Lichtjahre besser als vor 150 Jahren.

À propos Licht: Für alle die noch ein wenig Geld auf dem Konto haben zum Schluss noch eine Neuerung, die vielleicht langfristig die Generatoren, Mischlichtlampen und Kabeltrommeln beim Lichtfang ersetzen wird: Eine ursprünglich aus dem Bootsbedarf stammende Lampe mit verschiedenen LED-Spektren war die Hauptattraktion im Entomologie-Shop nahe beim Löbbecke-Museum. Das etwa faustgroße Ding soll angeblich so gut fangen wie die herkömmlichen Anlagen, man spart sich den Generator, Lampen, und alles passt in eine kleine Tasche. Das macht den happigen „Einführungspreis“ von über 500 Euro vielleicht etwas erträglicher. Das Material trotz angeblich Wind und Wetter, bei der zu erwartenden Lebensdauer der LEDs kann man die Anlage an seine hoffentlich noch entomologie-begeisterten Enkelkinder vererben.

In diesem Sinne machen wir dann hier mal so weiter wie bisher: Im meinem Garten sind aktuell noch die drei Wintereulen Eupsilia transversa, Conistra vaccinii und C. rubiginosa am Köder unterwegs. Die ausgebrachten Alsophila-aceraria-Pheromone haben bisher in der Region noch keinen Falter ergeben, die Flugzeit für die im Spätherbst fliegenden Spannerarten hat aber auch gerade erst begonnen.

Veröffentlicht 26. November 2017 von Armin Dahl in im Netz, mehr Lepis

Volle Köderschnüre in Cronenberg   2 comments

Vortrag oder Exkursion? Das ist oft die Frage! Ein Vortrag ist eine sichere Sache, die Kundschaft parkt vor dem Haus, sitzt im Trockenen, die Schuhe bleiben sauber, das Ende ist absehbar. Die faunistisch interessanten Plätze der Region sind dagegen oft abgelegen und schlecht erreichbar, Nachtfaltermenschen haben unchristliche Arbeitszeiten, geleuchtet wird bei jedem Wetter: Grund genug dass wir mit unseren Lichtfängen das Publikum oft nicht mehr anlocken können.

Aber mit ein bisschen Glück lassen sich Vortrag und Exkursion sogar verbinden. Und so trafen sich die entomologisch Interessierten des Naturwissenschaftlichen Vereins Wuppertalin der Station Natur und Umwelt in Cronenberg, um den im Frühjahr ausgefallenen Vortrag in verkürzter Form zu wiederholen. Und anschließend ging es noch eine Runde auf halbwegs gesicherten Pfaden durch das Außengelände, zum Licht- und Köderfang.

Das Wetterglück war dem neuen Format hold, und wir erwischten einen milden Herbstabend mit Windstille und bedecktem Himmel, und der Anflug an den Leuchtturm und die Köderschnüre im Garten der Station war gar nicht mal so schlecht: 14 Nachtfalterarten standen 1 1/2 Stunden nach Einbruch der Dämmerung auf dem Zettel, ganz ordentlich für die zweite Oktober-Dekade, mitten in der Stadt. Darunter der gefürchtete Buchsbamzünsler, der im Jahr 2017 praktisch durchgehend flog, und das Flechtenbärchen Eilema depressa, das offenbar dieses Jahr eine zweite Generation einlegt.

Blieb noch Zeit für ein Experiment: Daß es mir die großen frei zugänglichen Internet-Datenbanken angetan haben, das hat sich ja schon herumgesprochen. Und deshalb findet Ihr auch unter dem folgenden Link die Daten und Falterfotos der Exkursion. Zur Nachahmung empfohlen!

Und hier nch ein kleines Youtube-Video vom darauffolgenden Abend aus meinem eigenen Garten, mit Griposia aprilina

Veröffentlicht 12. Oktober 2017 von Armin Dahl in Arten / Listen, Auf Tour, Buchsbaumzünsler, im Netz

Great Blue: Britischem Schmetterlingsfänger droht der Knast   2 comments

Ein Mann, der im Juni 2015 im Daneway Banks reserve in Gloucestershire und im Collard Hill reserve in Somerset einige Exemplare des Quendel-Ameisenbläulings Maculinea arion (engl. „Great Blue“) gefangen hatte, ist jetzt verurteilt worden. Zu dieser Meldung, die auch durch die Internationale Presse gelaufen ist, kann ich nur sagen: Recht so!

Es ist das erste Mal in England dass eine Verurteilung wegen des Fangs dieser Bläulingsart geschieht. Der Sammler Philipp Cullen hat offenbar gegen alles verstoßen was in England im Artenschutz gilt.

  • Fang in Gebieten mit Special Scientific Interest
  • Fang und Handel einer Art die unter absolutem Schutz steht, (6 Arten in England), und das in großem Stil.
  • Betrug (Die beschlagnahmten Tiere hatten offenbar gefälschte historische Etiketten)

Das gehört sich nicht und jedes Kind in England weiss es. Das arion-Projekt ist in England so bekannt wie man sich das hierzulande nicht vorstellen kann, und es ist eine Unmenge öffentliches Geld des British Wildlife Trust und anderer Stiftungen hineingeflossen.
Neben dem „Great blue“ hatte der Sammler weitere Tiere in seinen Kästen, darunter die in England extrem seltenen und geschützten Arten Siona lineata, Pyropteron chrysidiforme und Melitaea athalia.

Und deshalb ist meines Erachtens nichts daran auszusetzen dass der Kollege dafür eine Freiheitsstrafe bekommt. Schon alleine weil er so dumm war die Tiere bei Ebay zu verkaufen gehört er bestraft. Die Höhe der Strafe wird Anfang April verkündet. Ungewöhnlich an der Sache ist eigentlich nur, dass es mal einen Schmetterlingsfänger und -händler trifft. Hätte der Kollege mit Elfenbein gehandelt, würde niemand darüber ein Wort verlieren.


Butterfly Conservation UK: Collector convicted for illegally catching and killing the UK’s rarest butterfly
BBC-News: Man guilty of capturing and killing UK’s rarest butterfly
Spiegel Online: Seltene Schmetterlinge getötet – Brite verurteilt

Veröffentlicht 18. März 2017 von Armin Dahl in im Netz, Tagfalter

Insektensterben: Keine Zulassung von Neonikotinoiden!   Leave a comment


Liebe Freunde und Kollegen

kurz vor Weihnachten wurde vom Freiburger Entomologischen Arbeitskreis ein Offener Brief zum Thema Insektensterben an den (Grünen) Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann und die Minister Untersteller (Umwelt) und Hauk (Landesforst) verschickt. Aktueller Anlass ist die im Januar 2017 bei der EU-Kommission bevorstehende Prüfung der Wiederzulassung der drei Insektenvernichtungsmittel Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam.

Weitere regionale und überregionale Organisationen haben sich mittlerweile angeschlossen, aber das reicht noch nicht!
Der Rückgang der Insektenpopulationen in weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist eher noch drastischer als aus Baden-Württemberg beschrieben. Ich kann das für beide Gebiete halbwegs beurteilen, weil ich als Daten-Administrator der Webseite „www.schmetterlinge-nrw.de“ tagtäglich mit diesem Thema zu tun habe.
Dieser Brief und unser gemeinsames Anliegen wird deshalb auch von mir unterstützt.

Die wichtigsten Forderungen aus dem Brief lauten:

  • Ein vollständiges und dauerhaftes Verbot der Neonikotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam in der Europäischen Union noch vor Beginn der Vegetationszeit 2017.
  • Die Realisierung und Erweiterung eines breit angelegten Programmes als Maßnahme Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität bzw. gegen das Verschwinden der Insekten.
  • Die alsbaldige Einführung eines landes-und bundesweiten Langzeit-Monitorings wichtiger Zeigergruppen von Insekten und Insektenfressern.
  • Unterstützung der Einrichtung eines unabhängigen Forschungszentrums mit der Aufgabe, alle Ursachen für den aktuell zu beobachtenden Rückgang der Insektenpopulationen zu ergründen und Schutzkonzepte zu entwickeln.
  • Die längerfristige Förderung von Öffentlichkeitsarbeit zur Stärkung des Problembewusstseins über die weitreichenden Konsequenzen des Insektensterbens.

Das vollständige Schreiben liegt hier zum Download bereit

Bitte nehmt Einfluss auf alle die Ihre politischen Möglichkeiten gegen die Wiederzulassung dieser Stoffe einsetzen können. Es muss uns gemeinsam gelingen, die Neonikotinoide aus der Landschaft herauszuhalten!

Veröffentlicht 6. Januar 2017 von Armin Dahl in Ökologie, im Netz, Umwelt

Big Data oder wo die Painted Ladys bleiben   Leave a comment

Distelfalter Vanessa cardui, Düsseldorf-Neandertal, 2. September 2012 (Foto: Armin Dahl)

Distelfalter Vanessa cardui, Erkrath-Neandertal, 2. September 2012 (Foto: Armin Dahl)

Heute sind die meisten Zoologie-Lehrstühle entweder ganz verschwunden oder kleingespart, das Museensterben geht weiter und die Naturschutzbehörden entwickeln sich zu weitgehend kenntnisfreien Zonen. Opa Hoppenstedt, der Weihnachts-Klassiker von Loriot, würde an dieser Stelle sagen „Früher war mehr Lametta“. Und wenn man heute gefragt wird wo denn in der Freilandbiologie so richtig die Musik spielt, dann fällt einem nichts rechtes ein.

Aber es scheint sie doch noch zu geben, die interessanten Lehrstühle und Forschungseinrichtungen. Vor einiger Zeit bin ich durch einen Radiobeitrag über das Park Grass Experiment gestolpert: Seit 1856 (!) untersuchen die Briten am Rothamsted Research Institute in Hertfordshire nördlich von London, wie das Gras wächst. „Nach 2000 Jahren Pflege wird mein Rasen recht annehmbar sein“ sagt der Ureinwohner in „Asterix bei den Briten“. So lange wollen wir nicht warten! Etwa seit der Jahrtausendwende beobachten die Forscher wieder einen deutlichen Anstieg der Biodiversität in den untersuchten Wiesen, was angeblich auf verringerte (Luft-)Stickstoffeinträge zurückzuführen ist. Es besteht also immer noch Hoffnung für die Falter der Wiesen und Weiden!

Rothamsted hat aber noch eine weitere höchst interessante Forschungseinheit, die sich mit der Migration von Insekten beschäftigt: Das Institut für Radar-Ökologie! Eine der Fragen, mit denen man sich dort in den letzten Jahren beschäftigt hat: Was passiert mit alle den schönen Distelfaltern, die jedes Frühjahr nach England einfliegen? Die Antwort ist ein wenig erstaunlich, weil die Beobachter am Boden davon fast nichts mitbekommen: Die „Painted Ladys“  ziehen im Herbst wieder weg, aber nicht wie der Admiral (Vanessa atalanta) dicht am Boden, sondern in Höhen von bis zu 1000 Metern, und sie nutzen gezielt bestimmte Luftströmungen für ihre Wanderung!

Herausbekommen haben das die Engländer mit Faltern, denen eine winzige sogenannte Schottky Barrier Diode aufgeklebt wurde. Die Details sind aber nur etwas für diejenigen die auch in Physik aufgepasst haben. Zusammengefasst lässt sich wohl sagen dass diese kleinen Dinger auf Radarsignale  antworten, ohne dass man dem Falter eine Batterie mitgeben muss. Und die Mannschaft in Rothamsted hat ein sogenanntes Harmonisches Radar, mit dem man bis in 1,5 Kilometern Höhe diese Dioden auf Sendung bringen und damit die Falter bis in große Höhen verfolgen kann.

Die Dimensionen der Insektenwanderungen auch ausserhalb der Tropen sind so gewaltig, dass das altehrwürdige Magazin Spektrum passend zu Weihnachten gar von den Himmlischen Heerscharen sprach.
Wer die Details ganz genau nachlesen will (und wer stolze 38 $ für ein .pdf bezahlen will) kann das z.B. in der Wiley Online Library tun. Ansonsten tut es vielleicht erst mal die Zusammenfassung in der Pressemitteilung des UFZ von 2012. Ein paar schöne Bilder zum umsonst angucken finden sich in der Science Photo Library unter dem Stichwort: Trackig Insects by Radar.
Totalüberwachung hat Konjunktur, auch bei den Insekten!

Veröffentlicht 27. Dezember 2016 von Armin Dahl in Ökologie, im Netz, Tagfalter, Umwelt, Wanderfalter

Kyrill, der Klimawandel und die Folgen   1 comment

Entomologisch betrachtet ist ein geschlossener Buchen-Hallenwald oder schlimmer noch ein Fichtenforst eine ziemlich langweilige Angelegenheit. Auf einer schönen Kahlschlagfläche explodiert dagegen geradezu das Leben, und im Gefolge der Pioniervegetation summt und brummt und flattert und piept es ordentlich.
Wenn der Förster keinen neuen Kahlschlag macht, dann geht die „Schlagflur“, die Pflanzengesellschaft welche sich nach dem Abholzen von Baumbeständen entwickelt, rasch verloren. Und mit ihr eine ganze Anzahl von Schmetterlingsarten, die an die entsprechenden Futterpflanzen auf den Schlägen angepasst sind, und gleichzeitig Licht, Sonne und Windstille lieben. Weidenröschen, Brombeeren und Walderdbeeren verschwinden unter dem Pionierwald, und spätestens nach 20 Jahren ist das Klima wieder kühl und gleichmäßig, und die schönen Insekten sind weitgehend weg.
So einfach der Zusammenhang ist, so schwierig ist das dem ahnungslosen Teil der Bevölkerung zu vermitteln: Der Deutsche Wald ist heilig, und wer daran rüttelt erntet verständnisloses Kopfschütteln und ist in Gefahr als Öko-Terrorist beschimpft zu werden.
Und so laufen die entomologisch Aktiven hier zu Lande traurig herum, warten auf den Klimawandel und verbringen die Urlaube in waldarmen Gegenden. Wenn nicht ab und zu ein kräftiger Sturm die Wälder durchrütteln würde, wäre es gar nicht auszuhalten. Aber dann! Egal ob es jetzt der Klimawandel war oder nur ein starker Sturm bei nicht an den Standort angepasster Forstwirtschaft: Die positiven Folgen des Orkans Kyrill auf die einheimische Tierwelt sind unübersehbar! Neun Jahre ist das jetzt schon her, und immer noch kommen Arten zum Vorschein die wir regional schon lange vermisst hatten. Und hier ist der Beleg: Josef Bücker hat im Umfeld der Stadt Hagen in den letzten Jahren eine ganze Reihe schöner seltener Falter aufgestöbert, jetzt ist die Arbeit erschienen:
BÜCKER, J. 2016: Bemerkenswerte Funde von Schmetterlingen im Einzugsbereich der Kyrill-Windwurffolgeflächen in Dahl, Eilpe, Haspe und Hohenlimburg; Hohenlimburger Heimatblätter 77, Heft 6/2016, Seite 3-17

Veröffentlicht 30. Juni 2016 von Armin Dahl in im Netz, Klimawandel, Lebensräume