Archiv für die Kategorie ‘mehr Lepis

Das niederbergische Lepi-Radar   1 comment

Das kleine Netzwerk der Entomologen in der Region ist ja schon ganz schön dicht. Aber es gibt immer noch Menschen im Niederbergischen, die sich mit Tag- oder Nachtfaltern beschäftigen, und bisher unter unserem Radar durchgeflogen sind.
Nun  ist hier nicht der Platz um Werbung für Produkte oder Leute zu machen, aber an dieser Stelle mache ich einmal eine Ausnahme: Ich habe selten so schöne Makrofotos gesehen wie die von Andreas Kolossa in Langenfeld! Und passend zur Jahreszeit hier mal ein Shopping-Tipp: Der vom Colouria Verlag produzierte Kalender, „Schmetterlinge auf Wiesen 2018“ wird demnächst auch in meinem Arbeitszimmer hängen. Andreas Kolossa hat einen Tagfaltertranssekt in der Eifel im Raum Blankenheim und ist ansonsten mit Profi-Fotoausrüstung unterwegs auf der Suche nach Naturmotiven. Einen Teil seiner Eifel-Falterdaten habe ich bereits in die „schmetterlinge-nrw.de“ überführen dürfen, und es kommen wahrscheinlich in Zukunft noch ein paar mehr. Dem Kollegen fehlen übrigens noch gute Falterbilder von Cupido argiades, das kommt davon wenn man nur in die Spitzenbiotope der Eifel fährt 🙂 Diese Lücke werden wir 2018 mit einiger Sicherheit „vor der Haustür“ stopfen können.

Nummer 2 unterhalb des Radars ist Johannes Meßer, der dieses Jahr im Landschaftspark Duisburg  schon einige Male Lichtfang durchgeführt hat.  Meßer ist Vorsitzender des Landschaftsbeirats in Duisburg, und seinen Daten und Belegfotos sind seit neuestem auf www.observation.org zu bewundern. Auch Karola Winzer aus Mülheim hat begonnen ihre Fotos und Schmetterlingsbeobachtungen dort einzugeben.

Bei observation.org landen übrigens in Zukunft auch die meisten Daten der Biostation Westliches Ruhrgebiet. Martin Schlüpmann, in der Biologischen Station zuständig für Herpetofauna, Libellen, Heuschrecken, Gewässerfauna und seit den 1980er Jahren mit Kollegen in Leitung des Arbeitskreises Amphibien und Reptilien NRW, treibt das voran.  Die NRW-Arbeitskreise für Heuschrecken, Libellen und Reptilien/Amphibien werden wohl zukünfig ihre Daten über diese Plattform erfassen und pflegen. Die Datenbank zu durchpflügen macht bei so richtig Spaß, denn man stößt immer wieder auf faunistische Highlights, zum Beispiel die Beobachtung vom Hummelschwärmer in Hagen-Hohenlimburg.

Neue internet-basierte Techniken bei den Datenbanken waren auch Thema bei den Vorträgen auf dem Westdeutschen Entomologentag in Düsseldorf. Besonders interessant fand ich den Vortrag von Dominik Jablotschkin über die Suche nach Libellen-Hotspots in Nordrhein-Westfalen, der aus dem Datensalat der Libellen-Experten mit ein bisschen Mathematik einige leckere Karten und Ergkenntnisse herauszauberte. Bei den Libellen ist die Dynamik in der Faunenveränderung ähnlich hoch wie bei den Heuschrecken, ehemals häufige Arten verschwinden und Raritäten werden wiedergefunden.

Der „WET“ ist immer noch eine Plattform für den intensiven Austausch über Insektenkunde. Die altehrwürdige Entomologische Gesellschaft Düsseldorf hatte zum 150. Jubiläum in das renovierte Löbbecke-Museum geladen. Vorsitzender Jürgen Eckl referierte über „150 Jahre EGD. Was können wir aus der schönen Vergangenheit für die bescheidenere Zukunft hoffen“.

LED-Lampe von bioform: handlich aber teuer.

Derartige Bescheidenheit halte ich übrigens für völlig fehl am Platz. Früher war angeblich immer alles besser! Und die Museumszoologie inclusive der sogenannten Fachgesellschaften müssen sich 30 Jahre nach dem Siegeszug des Internets halt auch mal irgendwann wandeln. Wir haben heute in der Region wieder eine ordentliche Menge Beobachter, Fotografen und Datensammler, und die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit sind heute um Lichtjahre besser als vor 150 Jahren.

À propos Licht: Für alle die noch ein wenig Geld auf dem Konto haben zum Schluss noch eine Neuerung, die vielleicht langfristig die Generatoren, Mischlichtlampen und Kabeltrommeln beim Lichtfang ersetzen wird: Eine ursprünglich aus dem Bootsbedarf stammende Lampe mit verschiedenen LED-Spektren war die Hauptattraktion im Entomologie-Shop nahe beim Löbbecke-Museum. Das etwa faustgroße Ding soll angeblich so gut fangen wie die herkömmlichen Anlagen, man spart sich den Generator, Lampen, und alles passt in eine kleine Tasche. Das macht den happigen „Einführungspreis“ von über 500 Euro vielleicht etwas erträglicher. Das Material trotz angeblich Wind und Wetter, bei der zu erwartenden Lebensdauer der LEDs kann man die Anlage an seine hoffentlich noch entomologie-begeisterten Enkelkinder vererben.

In diesem Sinne machen wir dann hier mal so weiter wie bisher: Im meinem Garten sind aktuell noch die drei Wintereulen Eupsilia transversa, Conistra vaccinii und C. rubiginosa am Köder unterwegs. Die ausgebrachten Alsophila-aceraria-Pheromone haben bisher in der Region noch keinen Falter ergeben, die Flugzeit für die im Spätherbst fliegenden Spannerarten hat aber auch gerade erst begonnen.

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Veröffentlicht 26. November 2017 von spoerkelnbruch in im Netz, mehr Lepis

Wider den Trend: Heidelandschaft selbst gemacht   3 comments

„Was machst Du da Papa???“ 

„Ich pflanze mir eine Heide!“

JETZT SPINNT ER DANN KOMPLETT!. Die Schriftzeichen auf der Stirn meines Sohnes sind auf 10 Meter Entfernung mühelos zu entziffern. Etwas anderes war auch nicht zu erwarten, von einem techno-affinen Oberschüler, der bisher keinerlei Begeisterung für Gartenarbeit hat erkennen lassen – kurzgetrimmte, topfebene Rasenflächen rund um den Grill ausgenommen.

Ich krieche derweil auf den Knien in meiner Schafweide herum, buddele mit den bloßen Händen im Dreck, und grinse in mich hinein. Die Schafe haben auch schon so blöde geglotzt, als ich sie mit dem Elektrozaun aus einer kleinen Fläche ausgesperrt habe, auf der die „Dahlsche Heide“ entstehen soll. Ja richtig: Ich pflanze meine eigene Heide. Und zwar genau vor der Haustür. Und wenn mich alle für bescheuert halten, das musste einfach sein. Wollen wir doch erst mal sehen ob ich nicht dem ganzen Artenschwund und der Verinselung auf der Bergischen Heideterrasse ein Schnippchen schlagen kann!

Vor ein paar Jahren habe ich die Wiese vor meinem Haus gekauft, die war nach dem 2. Weltkrieg auch schon mal Haferfeld. Auf der stehen schon seit mehr als 15 Jahren meine Schafe, und der Sandboden ist ordentlich ausgemagert. Und vor einer Woche habe ich mit der Hife der Biostation Solingen einen Hänger voll Plaggen aus dem Heidegarten in der Ohligser Heide geholt, als Impfmaterial für meine Privatheide. Eine Wiedehopfhacke habe ich mir auch noch geleistet, das ist das ultimative Arbeitsgerät für alle die sich im Abplaggen und Wiedereinpflanzen von Besenheide, Ginster und anderen Sträuchern üben wollen.

Zwei Stunden abplaggen zu dritt, drei Stunden einpflanzen, fertig ist die Heide. Jedenfalls ein paar wenige Quadratmeter, und einen stabilen Zaun muss ich auch noch drum herum bauen, sonst zuppeln die Schafe alles wieder heraus. Der Thymian, von dem ich letztes Jahr ein paar Pflänzchen aus der Wahner Heide mitgenommen hatte, blüht schon mal. Und in ein paar Jahren kann ich mir dann hoffentlich das aufwendige Herumfahren sparen und typische Pflanzenarten wie Besenheide, Ginster und vielleicht das Sandglöckchen bei mir vor der Haustür begrüßen. Und wenn das erst mal soweit ist dann sind auch die typischen Heide- und Offenland-Falter nicht mehr weit.

Der Rücken tut weh vom ungewohnten Arbeiten, das Gerät ist aufgeladen, noch ein letzter Blick auf die Fläche, man sieht fast keine Veränderung zu vorher. Aber als ich wieder unter der Dusche herauskomme steht ein prächtiger Regenbogen über der Wiese, als gutes Omen für die kommende Heidefläche.

Veröffentlicht 22. Oktober 2017 von spoerkelnbruch in Heideterrasse, mehr Lepis, Pflege

Gewusst wie!   Leave a comment

Hipparchia alcyone, 1.7.2015 (Foto: Wolfgang Schäfer). das Bild ist am 1.7.15 auf dem Campingplatz “Haut Chandelalar” zwischen den Orten Brianconnet und St-Auban

Hipparchia alcyone, Frankreich, Camping Naturiste Le Haut Chandelalar zwischen Brianconnet und St-Auban, 1.7.2015 (Foto: Wolfgang Schäfer).

Ködern, Lichtfang, Kescher, alles überholt! Eine völlig neue Methode, wie man an außerordentliche Schmetterlingsbeobachtungen kommen kann, hat der Kollege Wolfgang Schäfer aus Wipperfürth im Urlaub in den Provencialischen Alpen entdeckt: Bestimmungsbuch vorzeigen! Der Falter konnte zwar nicht lesen (im „Settele“ steht noch der alte Name Hipparchia hermione). Aber genau hinschauen konnte er sehr wohl, und näherte sich der Abbildung des Kleinen Waldportiers (der heute Hipparchia alcyone heissen sollte) ohne Scheu. Das sollten wir mal dringen hier bei uns mit Schillerfalter und Konsorten ausprobieren.

 

 

Veröffentlicht 3. Februar 2016 von spoerkelnbruch in Arten / Listen, mehr Lepis, Tagfalter

Die Entomologen-WG   2 comments

Kiedernbstraße Düsseldorf: wo ist die Erleneule Acronicta alni?

Kiefernstraße Düsseldorf: Wo ist Acronicta alni?

Die Innenstadt von Düsseldorf ist für bekennende Landeier kein angenehmes Pflaster, unbekannte Straßen, irrsinniger Verkehr, Menschenmassen: Meine Aufenthalte beschränken sich normalerweise auf das Allernotwendigste. S-Bahn-Fahrten in bunten Multikulti-Truppen finde ich anstrengend, Städtchen gucken oder gar shoppen geht garnicht. Aber es gibt Ausnahmen: Die Kiefernstraße in Flingern an der Grenze zu Oberbilk ist ein Quartier in dem die Düsseldorfer Hausbesetzerszene entstand, wo es immer noch so ein bißchen nach Gummiknüppel riecht, obwohl die Stadt schon seit langem Mietverträge mit den Bewohnern abgeschlossen hat. Um die Ecke liegt das Kulturzentrum zakk, und man hat das Gefühl, jeden Moment könnten die Toten Hosen aus einem Keller gekrochen kommen.

Eigentlich wollte ich nur mein Auto abholen, dass bei der Weihnachtsfeier doch besser stehen geblieben war. Und dann nix wie weg! Aber dann war doch noch was für den Entomologen dabei: Eines der vielen bemalten Häuser in der Kiefernstraße ist von kundigen Entomologen in ein wunderschönes Panoptikum verwandelt worden!

Veröffentlicht 14. Dezember 2015 von spoerkelnbruch in Arten / Listen, Auf Tour, mehr Lepis

Kulturgutschutzgesetz – bruche mer nit, fott domet!   Leave a comment

Was geht das mich an? war mein erster Gedanke, als ich vor ein paar Wochen von Kollegen auf das neu geplante Kulturgutschutzgesetz aufmerksam gemacht wurde. Das ist so eine Sache für Ägyptologen oder moderne Maler, und für so was habe ich weder das nötige Kleingeld noch würde ich mir ein Bild von beispielsweise Gerhard Richter an die Wand hängen, einem der bekanntesten Gegner des Gesetzes.

Beim Lesen wurde mir allerdings rasch klar, was für eine Sprengkraft die Sache hat. Damit ich nicht alles neu formulieren muss, hier ein Zitat aus einer Mail von Karin Wolf-Schwenninger , die Kollega ist Präparatorin am Rosenstein-Museum in Stuttgart und dort für Insekten, Bernstein und anderes zuständig und kennt sich mit der Materie bestens aus:

„Das geplante Kulturgutschutzgesetz umfasst nicht allein Kunstsammlungen und archäologische Schätze.
Laut Art. 1, Kap. 1, § 2, Abs. 1, Ziff. 9 ist unter „Kulturgut“ jede bewegliche Sache oder Sachgesamtheit von künstlerischem, geschichtlichem oder archäologischem Wert oder aus anderen Bereichen des kulturellen Erbes, insbesondere von paläontologischem, ethnographischem, numismatischem oder wissenschaftlichem Wert zu verstehen.

Tritt das Gesetz in Kraft, würde es auch naturkundliche Objekte wie Fossilien oder Insekten (sofern sie wissenschaftlich bedeutend sind) zum „Kulturgut“ erklären. Solches darf nur mit einer Ausfuhrgenehmigung des Herkunftsstaates nach Deutschland gebracht werden.                  
Es geht dabei nicht nur um neue Funde, das Gesetz gilt rückwirkend bis zu 30 Jahre. Wer beispielsweise in den frühen 1990er Jahren Fossilien oder Insekten gesammelt hat und diese verkaufen oder einem Museum schenken will, müsste künftig Papiere vorweisen, die er meist gar nicht haben kann.
Museen sind jedoch auf die Zusammenarbeit mit Sammlern angewiesen (ein großer Anteil der Sammlungszuwächse sind Ankäufe oder Schenkungen von Privatsammlern).
Auch der Austausch mit Spezialisten im Ausland wäre extrem erschwert, da der bürokratische Aufwand enorm ansteigen würde.

Was mich betrifft, fallen mir das spontan die vielen hundert Belege aus meiner Landschneckensammlung ein, die ich während und nach dem Studium in Südeuropa gesammelt habe. Die stehen hinter meinem Schreibtisch im Regal und werden irgendwann auch mal im Museum landen. Derartige Sammlungen existieren auch überall bei den entomologisch tätigen Kollegen Und wer einmal einen Blick in die Schmetterlingssammlung des Löbbecke-Museums geworfen hat, weiß dass dort hunderte von Sammlern bisher problemlos ihre Funde integriert und auch bei Bedarf mit den dort vorhandenen Belegen gearbeitet haben. Wie sich das halt so gehört bei großen öffentlichen Sammlungen. Das hat alles bisher auch so funktioniert, ohne viel Schreibkram und dass sich nationale Behörden da eingemischt haben.

Wer sich den Regulierungsentwurf der Bundesregierung komplett ansehen will, findet das 156seitge .pdf unter bundesregierung.de. Und damit das bei einem Entwurf bleibt, habe ich zu allererst mal die Petition unter

www.openpetition.de/petition/online/fuer-den-erhalt-des-privaten-sammelns

unterzeichnet. Und ich bin gespannt ob zu den vorhandenen 35.000 Unterschriften noch weitere 85.000 zusammenkommen, damit das Ganze im Januar dem Petitionsausschuß des Bundestages vorgelegt werden kann. Die bisherige Praxis des Sammelns und der dafür notwendigen Genehmigungen ist schon kurios genug und hat die Naturwissenschaftliche Forschung in den letzten Jahrzehnten mehr behindert als gefördert. Für das alles gilt das Rheinische Grundgesetz Artikel 6:  Kenne mir net, bruche mir net, fott domet.“

 

 

 

Veröffentlicht 27. November 2015 von spoerkelnbruch in im Netz, mehr Lepis

Das Ende der langen Winterabende   1 comment

Chersotis cuprea (Denis & Schiffermüller,1775)

Chersotis cuprea (Denis & Schiffermüller,1775)

So langsam kommt der Frühling in Gang, und die Zeit der exzessiven Dateneingabe neigt sich (zum Glück) dem Ende zu. Über Winter haben Heinz Schumacher und ich einen ziemlich wilden Ritt hinter uns gebracht, damit einerseits die „besonderen Arten“ den Weg in die nächste Ausgabe der Melanargia, zum anderen die online-Daten der Arbeitsgemeinschaft den Weg ins Netz finden.

Zum Abschluss aber noch ein bisschen Datengewühle und zur Abwechslung mal was halbwegs Neues: Zwar gab es auch vor dem Internet-Zeitalter schon Verbreitungskarten von Schmetterlingen aus dem Arbeitsgebiet, wie zum Beispiel das Faunenheft Band 1 (1989 – G. Swoboda & H. Kinkler) Familie: NOCTUIDAE Latreille 1809  – Unterfamilie: NOCTUINAE, eine tolle Fundgrube für Altdaten. Aber die Karten waren zumeist handgepinselt, und die Daten müssen in aller Regel neu erfasst werden, so traurig das auch ist. Aber für ein paar Schlüsselarten mit nur wenigen Nachweisen kann man das ja mal machen, und so habe ich mir heute mal eine davon geschnappt, die hier eigentlich keiner mehr so recht auf dem Radar hat. Das Ergebnis seht ihr auf dem Bild, erstellt wurde es mit der Kartenfunktion von Insectis.

Chersotis cuprea, Südtirol, Ultental, Kuppelwieser Alm, 8. 8.2010 (Foto: Armin Dahl)

So sieht sie aus: Chersotis cuprea, Südtirol, Ultental, Kuppelwieser Alm, 8. 8.2010 (Foto: Armin Dahl)

Chersotis cuprea gilt in Rheinland-Pfalz als „ausgestorben“, kam aber offenbar bis in die 70er Jahre im Loreleygebiet und im Taunus vor, und einen Fund im Hohen Venn (Baraque Michel in Belgien) von W. Hoch aus dem Jahr 1957 zeigt die Karte auch noch.

In Thüringen im Raum Jena lebt C. cuprea  auf Truppenübungsplätzen und Halbtrockenrasen an den Saalehängen, weitere Angaben gibt es aus dem Werratal. Aus Sachsen-Anhalt gibt es eine Angabe aus dem Harz (Elbingerode, 1935, leg. Pfennigschmidt nach WARNECKE 1940). Eine Angabe von Bernd Hannover aus Hessen nennt C. cuprea noch für 2012 (Bad Wildungen, Kreis Waldeck-Frankenberg), das liegt dann schon fast in Sichtweite zu Ostwestfalen. In den Alpen lebt C. cuprea in hochmontanen Almen, und kann dort aus eigener Anschauung sehr häufig werden, bevorzugt auf violetten Blüten sammeln sich die Falter am Tag, saugen dort ziemlich gesellig, ähnlich wie die Widderchen.

Wer noch mehr Informationen zu der Art hat, kann er mir die gerne zukommen lassen. Bei so einem tagaktiven Nachtfalterviech weiß man nie ob die Art wirklich völlig weg ist, vielleicht wird sie auch nur übersehen?

Veröffentlicht 6. März 2015 von spoerkelnbruch in Eulenfalter, Lebensräume, Literatur, mehr Lepis

Neue Termine 2015   Leave a comment

Coenonympha tullia, Rheden / Niedersachsen, 24. Mai 29 (Foto: Michael Schmitz)

Coenonympha tullia, Rheden / Niedersachsen, 24. Mai 2009 (Foto: Michael Schmitz)

Die Terminseite ist aufgefrischt, dort findet sich schon etliches für die neue Saison, wer will kann mir weitere Exkursionen und entomologisch spannende Termine schicken, die baue ich dann hier ein.

In 2015 werden wir unsere Kreise voraussichtlich etwas weiter ziehen als bisher, Nahe, Mosel, Mittelrhein und Sauerland locken, nicht zu vergessen das Ruhrgebiet.

Und damit ich Euch das alles ein wenig schmackhafter machen kann, hier anbei ein Bild von einem Falter, der in der Region seit langem ausgestorben ist, weil seine Biotop – nährstoffarme Moore – im Niederbergischen weitgehend vernichtet wurde. Dort wo früher das Gebiet „Eller“ war ist heute statt des Moores der Eller Forst, und das Gebiet „Hilden-Karnap“ ist zum Teil vom Hildener Stadtwald überwachsen, zum größeren Teil aber dem Siedlungsbrei zu Opfer gefallen. Die letzten Beobachtungen auf der Bergischen Heideterrasse stammen von 1951 aus der Wahner Heide. Um Coenonympha tullia zu sehen muss man heute ziemlich weit fahren, am ehesten Glück hat man in den großen Moorgebieten Niedersachsens.

Veröffentlicht 5. Februar 2015 von spoerkelnbruch in mehr Lepis, Tagfalter