Archiv für die Kategorie ‘Raupen

Ohne Schuppen: Zickzack-Blattwespe   Leave a comment

Aproceros leucopoda, Zickzack-Ulemenblattwespe, 11. August 2016 D-NRW Diemelstadt-Rhoden (Foto: Hubertus Trilling)

Aproceros leucopoda, Zickzack-Ulmenblattwespe, 11. August 2016 D-HE Diemelstadt-Rhoden (Foto: Hubertus Trilling)

Hier dreht es sich normalerweise um Schmetterlinge, aber ich mache mal eine Ausnahme: So langsam neigt sich der Sommer dem Ende zu, und jetzt beginnt die Zeit der Suche nach Blattminen und ihren Bewohnern, und da passt das prima rein: Heute bekam ich ein Bild geschickt von einem Tier, das unbedingt ins Suchschema der Entomologen gehört:  Die  Zickzack Blattwespe Aproceros leucopoda stammt aus Ostasien. Seit etwa 2003 tritt sie in Südosteuropa auf, seit 2011 auch in Deutschland. Die Larven fressen an den in Europa heimischen und kultivierten Ulmenarten und können zu vollkommenem Kahlfraß und wenigstens zum Absterben von Ästen führen. Die Flatterulme (Ulmus effusus) scheint als enzige einheimische Ulmen-Art bisher nicht betroffen zu sein.

Dabei hat es die Ulmen sowieso schon schwer erwischt: Das sogenannte „Ulmensterben“ führte in Deutschland schon zum weitgehenden Verschwinden der typischen Ulmenalleen in den Städten, lebende blühende und fruchtenden Ulmen sind mittlerweile eine Seltenheit – auch wenn es natürlich immer noch Ausnahmen gibt, wie Martine Goerigk hier vor einiger Zeit gezeigt hat.

Aproceros  leucopoda ist eine invasive aus Asien eingeschleppte Art, die sich in Deutschland ausbreitet. Laut Herrn Dr. Blank vom Senckenberginstitut ist der Nachweis von Hubertus Trilling der erste für den Westen Deutschlands, bisher ist die Art nur  in Bayern und im Osten nachgewiesen.

Nähere Informationen zur Art und Ansprechpartner für weitere Meldungen findet Ihr auf den Senckenberg-Seiten.

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Veröffentlicht 19. August 2016 von spoerkelnbruch in andere Insekten, Arten / Listen, Raupen

Noch mehr Highlights vom Geo-Tag   Leave a comment

So langsam haben wir das Schlafdefizit wieder aufgeholt, die unbestimmten Bilder werden aufgearbeitet und die Liste vom GEO-Tag in der Ohligser Heide wird länger und länger.
Hier noch ein paar Formen die ich erwähnenswert oder besonders hübsch finde, die meisten davon sind typische Heidetiere. Der Fund von Boloria selene auf der Pflanzenexkursion am Nachmittag zeigt uns, dass die Botaniker eigentlich die besseren Entomologen sind!

Leucorrhinia pectoralis, Further Moor, 22. Juni 2016 (Foto: Moritz Schulze)

Leucorrhinia pectoralis, Further Moor, 22. Juni 2016 (Foto: Moritz Schulze)

Und zm Schluß noch ein Fund aus einem Nachbargebiet, in zweierlei Hinsicht: Die Große Moosjungfer
Leucorrhinia pectoralis ist natürlich kein Schmetterling, hat jedoch momentan anscheinen einen großen Einflug, das Foto stammt zwar aus dem Further Moor, aber die Art flog am GEO-Tag auch in der Ohligser Heide, weitere Meldungen am besten direkt in das Fundmeldesystem der Biostation Mittlere Wupper sind sehr erbeten.

Veröffentlicht 22. Juni 2016 von spoerkelnbruch in andere Insekten, Arten / Listen, Mikros, Raupen, Spinner, Tagfalter

Saisonvorbereitung: Warten auf Pieris mannii   2 comments

Seit einigen Jahren dringt der „Karstweißling“ Pieris mannii nach Norden vor, und scheint in der Pfalz verbreitet zu sein, auch in Nordrhein-Westfalen sind an einigen Stellen Falter gesehen worden. Das ist alles nicht ganz so einfach, P. mannii sieht dem sehr häufigen Kleinen Kohlweißling Pieris rapae sehr ähnlich. Und wer sammelt schon große Serien von Weißlingen, um dann die einzelnen mannii-Falter zu unterscheiden?
Es gibt zudem zahlreiche Formen von mannii, wer mit dem Falter Erfahrung hat kann die Arten sicher auch irgendwann unterscheiden. Für Weißlings-Analphabeten wie mich gilt vorläufig: das einzige wirklich handfeste sichere Merkmal an dem man mannii und rapae unterscheiden kann ist und bleibt: Der schwarze Kopf der Jungraupe (im Larvenstadium 1 und 2).

Rucola-Zucht

Experiment für kleines Geld: Rucola-Zucht

Das Lepiform beschreibt den Lebensraum: „P. mannii ist ein Bewohner trockener, verkarsteter Flächen. Sie fliegt oft auf felsdurchsetzten Ziegenweiden„. Daran herrscht in Deutschland sicher ein ausgesprochener Mangel, und die Kollegen aus der Pfalz und dem Saarland finden „Ihre“ mannii-Falter denn auch in den Ortschaften an Steingartenpflanzen, vor allem an Schleifenblumen (Iberis), wo die Weibchen die Eier ablegen. Einen Steingarten habe ich leider nicht, dafür zu viele Schnecken im Garten und außerdem Sandboden. Was also tun?
Eine der Haupt-Nahrungspflanzen für P. manni -Raupen in der Pfalz ist neben den Iberis-Arten Diplotaxis tenuifolia. Mit dem Deutschen Namen Schmalblättriger Doppelsame kann kaum jemand etwas anfangen, aber jeder hat schon mal einen Rucola-Salat gegessen, und die Samen dazu gibts in jedem Supermarkt für ein paar Pfennige. Die „Wilde Rauke“ ist eine Staude die in Schuttfluren wächst, und kommt auch mit widrigen Bedingungen in Kübeln und Balkonkästen klar. Etwas weniger verkaufsfördernd ist der Deutsch Name „Stinkrauke“, der kommt von den Senföl-Verbindungen welche die Pflanze produziert. Und auf diese Verbindungen sind die Pieris-mannii-Weibchen angeblich ganz besonders scharf.
Für schlappe 1,39 Euro habe ich also gestern im Baumarkt ein Tütchen Rauken-Samen erstanden und sofort ausgesät. Ich selber bin kein großer Freund von Rauke, und würde in diesem Jahr meine Pflanzen sehr gerne mit ein paar Pieris mannii-Raupen teilen.

Veröffentlicht 12. März 2016 von spoerkelnbruch in Raupen, Tagfalter

Klimamonitoring Düsseldorf 2015   Leave a comment

Das neue Klimamonitoring-Gutachten aus Düsseldorf ist fertig und kann Bei Ulf Schmitz hier heruntergeladen werden. Ludger Wirooks und Sascha Guckes haben wieder etliche neue Arten aus den Büschen im Eller Forst und dem Golfplatz in Hubbelrath herausgeklopft und -geleuchtet.

Dass auch nach Jahren in regelmäßig durchgeführten Untersuchungen an einem Ort immer wieder neue Arten hinzukommen, das ist normal. Insofern wundert es nicht dass generell seltene Arten oder solche mit stärkeren Populationsschwankungen erst nach etlichen Jahren auf der Liste auftauchen. Dazu zählt zum Beispiel der Weidenbohrer Cossus cossus und die  Eulenfalter  Xylocampa areola und Acronicta alni,  von denen man auch bei Dauerlichtfang immer nur einzelne Tere erwischt.  Besonders bemerkenswert finde ich vor allem die folgenden drei Nachweise:

Heterogenena asella, am 18. September 2015 an der Blattunterseite von Buchen gegenüber dem Restaurant am Unterbacher See. Das Tier steht immerhin schon im Biotopmanagement-Gutachten des heutigen FFH-Gebietes Spörkelnbruch-Hilden, erstellt von Dietmar Woizilinski in den Jahren vor 1992. Das ist was für echte Raupen-Spezialisten. Die Art ist in den Vorjahren bestimmt übersehen bzw. nicht gezielt gesucht worden.
Eupithecia selinata: Eine Raupe des Silgen-Blütenspanners wurde in Hubbelrath an einer Engelwurz-Blüte in einer bachnahen Hochstaudenflur beobachtet. Weit und breit gab es bisher keine Nachweise dieser Art, was daran liegen mag dass wir uns um die kleinen grauen Eupithecien immer herumgedrückt haben. Aber auch daran dass endlich mal jemand intensiv auf Raupenpirsch geht. Oder das Tier hat sich ausgebreitet.
Rhinoprora chloerata  Für mich eine echte Sensation, wurde die Art doch im April 2015 nicht nur im Eller Forst (das ist die Hecke wo auch Satyrium pruni in der Nähe fliegt), sondern auch in Hubbelrath, dort sogar in sechs Exemplaren, von blühenden Schlehen geklopft. Auch hier gab es in der Umgebung bisher – gar nix.
Ansonsten bleibt das Klimamonitoring Düsseldorf, was die Schmetterlinge angeht, mal wieder bei den bisher bekannten Aussagen: „Wissenschaftlich abgesicherte Klimaeffekte lassen sich aus dem in den Untersuchungsgebieten gewonnen Datenmaterial der letzten sieben Jahre naturgemäß nicht unmittelbar ableiten
,

 

Veröffentlicht 20. Februar 2016 von spoerkelnbruch in Klimawandel, Raupen, Spanner, Spinner

Cucullia lactucae auch 2015 wieder unterwegs   2 comments

Der Lattich-Mönch Cucullia lactucae gehört nach wie vor zu den größten Raritäten der einheimischen Fauna, auch wenn in den letzten Jahren einige Beobachtungen zusammengekommen sind. Aktuell ist wieder Raupenzeit und auf Kyrill-Schlägen und anderen sonnigen blütenreichen Waldwegen im Bergischen, Sauer- und Siegerland ist vielleicht die eine oder andere Beobachtung möglich. Die Tiere fressen Mauerlattich (Mycelis muralis), Hasenlattich (Prenanthes-purpurea) und andere Korbblütler, und sind in ausgewachsenem Zustand kaum zu übersehen.

Cucullia lactucae, Bad Berleburg, 23. Juli 2015 (Foto: Rainer Winchenbach)

Cucullia lactucae-Raupe auf Habichtskraut, Bad Berleburg, 23. Juli 2015 (Foto: Rainer Winchenbach)

Veröffentlicht 28. Juli 2015 von spoerkelnbruch in Eulenfalter, Raupen

Schlechtwetterprogramm: Suche nach Sesia melanocephala   Leave a comment

Heftige Regenschauer haben mir den Pfingstmontag etwas anders gestaltet als ursprünglich vorgesehen, und so fand ich mich gegen Nachmittag etwas durchweicht in einer Grillhütte auf dem Korretsberg in der Nähe von Kruft wieder, einem Vulkan-Hügel aus Basalt und Lavaschlacke in der Nähe von Mayen in der Eifel. Das warten auf besseres Wetter wurde mir nach einer Weile doch langweilig, und so nahm ich das Wäldchen hinter der Hütte in Augenschein, das aus Zitterpappeln und Kirschen bestand. Ein paar Sekunden Suche, und schon hatte ich den Nachweis eines Glasflüglers erbracht: ein typisches Schlupfloch von Sesia melanocephala in einem dünnen, abgestorbenen Zittelpappelästchen in Kopfhöhe. Ob die Raupe da noch drinsaß kann ich nicht sagen, wenn dann war sie jedenfalls blitzschnell im Stamm verschwunden.

Schlupfloch von Sesia melanocephala, Kruft, Korretsberg, 25.5.2015 (Foto: Armin Dahl)

Schlupfloch von Sesia melanocephala, Kruft, Korretsberg, 25.5.2015 (Foto: Armin Dahl)

Schlupfloch von Sesia melanocephala, Kruft, Korretsberg, 25.5.2015 (Foto: Armin Dahl)

Schlupfloch von Sesia melanocephala, Kruft, Korretsberg, 25.5.2015 (Foto: Armin Dahl)

Schlupfloch von Sesia melanocephala, Kruft, Korretsberg, 25.5.2015 (Foto: Armin Dahl)

Schlupfloch von Sesia melanocephala, Kruft, Korretsberg, 25.5.2015 (Foto: Armin Dahl)

Veröffentlicht 29. Mai 2015 von spoerkelnbruch in Auf Tour, Glasflügler, Raupen

Schmetterling als Lebensraum   Leave a comment

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Alcis repandata-Raupe an Besenginster, Wuppertal, 25. April 2015 (Foto: Armin Dahl)

ADA_8894_01Eigentlich hätte dieses Tier einmal ein schöner Spanner werden wollen, genauer gesagt Alcis repandata, von einem Ginsterbusch gekeschert auf der Trasse durch den Marscheider Wald.
Inzwischen hatte sich aber von drei Raupen eine offenbar etwas anderes überlegt, und kam nach der Verpuppung als Ichneumonide wieder zum Vorschein.
Was uns heute so belanglos und normal erscheint, hat die frühen Biologen in echte Gewissensnöte gebracht, weil sie das Zusammenspiel zwischen Wirt und Parasiten erst ansatzweise verstanden hatten. So ist von Charles Darwin belegt: „I cannot persuade myself that a beneficent and omnipotent God would have designedly created the Ichneumonidae with the express intention of their feeding within the living bodies of Caterpillars.“
Ob nun der Liebe Gott die Schlupfwespen und ihre „schlechten Manieren“ geschaffen hat oder nicht, darüber kann jeder denken was er will. Ein Foto ist mir das Tierchen mitsamt seinen Spiegelungen allemal wert gewesen.

Veröffentlicht 17. Mai 2015 von spoerkelnbruch in andere Insekten, Raupen, Spanner