Archiv für die Kategorie ‘Spanner

Traumziele für Moselfahrer   Leave a comment

Die Untermosel ist eines der attraktivsten Ziele für entomologische Aktivitäten, kurz vor der Mündung in den Rhein findet sich hier eine phantastische Biotopausstattung, schattige Schluchten und brüllend heiße Felsstandorte wechseln sich kleinräumig ab, zwischen Cochem und Koblenz fliegen daher eine ganze Anzahl von Spitzenarten wie zum Beispiel der Apollofalter. Dessen Flugzeit ist natürlich für das Jahr 2015 schon vorbei, aber wer sich für Nachtfalter begeistert verschmerzt die lange Anfahrt leicht und kommt unausgeschlafen nach Hause.
Einer der markantesten Flugplätze ist dabei die Rabenlay bei Hatzenport, eine kleine, aber exakt nach Süden ausgerichtete Felssteilwand die den Vorteil hat, dass man von oben bis auf wenige Meter an die Hangkante hinfahren kann. Wer Lust hat kann natürlich auch hochlaufen, der Wanderweg von Hatzenport ist einer der sieben Traumpfade an der Mosel. Und traumhaft ist auch die Fauna, das liegt zum einen am Weinbauklima im Regenschatten der Mittelgebirge, zum anderen aber auch an der Vegetation: Hier wächst zum Beispiel an den heißesten, trockenen Steillagen der Felsenahorn (Acer monspessulanus), wie der Name vermuten lässt sonst eine Pflanze der Südalpen.  Die ganze Pflanzengesellschaft nennt sich Felsenahorn-Traubeneichen-Wald, und hält auch im Sommer die barbarische Hitze an den Oberhängen des Moseltals aus. Und hier leben einige der Raritäten der Moselfauna, zum Beispiel aus der Gattung Cyclophora, die jetzt in der zweiten Generation fliegen.

Veröffentlicht 4. August 2015 von Armin Dahl in Auf Tour, Lebensräume, Mosel, Spanner

Ausflug in die Westruper Heide   2 comments

In der Eifel Regen, nach Nordosten trockener und sonnig: Der Wetterbericht brachte mich auf die Idee mal in die Randgebiete des Münsterlands zu fahren. Die Westruper Heide liegt direkt bei den großen Ausflugsgebieten im Raum Haltern, der Halterner Stausee ist sozusagen die Riviera des Ruhrgebiets. Knapp 90 Hektar Wacholder- und Besenginsterheide, teilweise offene Sandflächen, angeblich ist das Gebiet die größte Zwergstrauchheide Westfalens.  Hier ein paar Bilder.

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Veröffentlicht 21. Juli 2015 von Armin Dahl in andere Insekten, Auf Tour, Lebensräume, Mikros, Spanner

Marscheider Wald – Paradies für Schmetterlinge!   Leave a comment

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Die „üblichen Verdächtigen“ beim Lichtfang: Moritz Schulze, Armin Radtke und Ernst Herkenberg

Tagsüber warm, abends etwas schwül, nachts einsetzender Regen: Beste Bedingungen für einen erfolgreichen Lichtfang, und das obwohl die Koffer für den Sommerurlaub eigentlich schon gepackt sind. Und nachdem wir beim letzten Mal auf der Marscheider Leitungstrasse im Osten Wuppertal erbärmlich nass geworden sind, war es diesmal herrlich nass! Abbau um 02.15, da waren es trotz allem noch 17°, und 110 Makroarten standen auf dem Zettel, dazu kommen noch ein paar Eulen die noch einen Fototermin brauchen. Ein herrlicher Leuchtabend mit einem ungeheuren Anflug an Insekten, hier ein paar Impressionen und ein erstes Protokoll

Schmetterling als Lebensraum   Leave a comment

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Alcis repandata-Raupe an Besenginster, Wuppertal, 25. April 2015 (Foto: Armin Dahl)

ADA_8894_01Eigentlich hätte dieses Tier einmal ein schöner Spanner werden wollen, genauer gesagt Alcis repandata, von einem Ginsterbusch gekeschert auf der Trasse durch den Marscheider Wald.
Inzwischen hatte sich aber von drei Raupen eine offenbar etwas anderes überlegt, und kam nach der Verpuppung als Ichneumonide wieder zum Vorschein.
Was uns heute so belanglos und normal erscheint, hat die frühen Biologen in echte Gewissensnöte gebracht, weil sie das Zusammenspiel zwischen Wirt und Parasiten erst ansatzweise verstanden hatten. So ist von Charles Darwin belegt: „I cannot persuade myself that a beneficent and omnipotent God would have designedly created the Ichneumonidae with the express intention of their feeding within the living bodies of Caterpillars.“
Ob nun der Liebe Gott die Schlupfwespen und ihre „schlechten Manieren“ geschaffen hat oder nicht, darüber kann jeder denken was er will. Ein Foto ist mir das Tierchen mitsamt seinen Spiegelungen allemal wert gewesen.

Veröffentlicht 17. Mai 2015 von Armin Dahl in andere Insekten, Raupen, Spanner

Der Radarschirm von Lycia hirtaria   Leave a comment

Heute nacht kam – wie jedes Jahr um die Zeit des Laubaustriebs – ein Falter von Lycia hirtaria an meinen Leuchtturm, der danach zum Fototermin gebeten wurde. Dabei ist mir zum ersten Mal so richtig aufgegangen, wie fein gefiedert die Antennen der Nachtfalter wirklich sind: Neben den sichtbaren Strukturen der Fieder ist jedes Fiederblättchen noch mit einer Menge feinster Haare besetzt, die ich hier mit ein wenig Bildbearbeitung mal aus dem Foto herausgekitzelt habe. Damit und mit der schüsselartigen Form wird mir so langsam klar, wie diese Strukturen wirklich in der Lage sind, allerfeinste Pheromonspuren nicht nur zu registrieren sondern auch noch gerichtet anzufliegen.

Lycia hirtaria, 24. April 2014 (Foto: Armin Dahl)

Lycia hirtaria, 24. April 2014 (Foto: Armin Dahl)

Lycia hirtaria, Haan Spörkelnbruch, 23. April 2014 (Foto: Armin Dahl)

Lycia hirtaria, Haan Spörkelnbruch, 23. April 2014 (Foto: Armin Dahl)

Fühler (Ausschnitt) von Lycia hirtaria, 24. April 2014 (Foto: Armin Dahl)

Fühler (Ausschnitt) von Lycia hirtaria, 24. April 2014 (Foto: Armin Dahl)

Veröffentlicht 24. April 2015 von Armin Dahl in Spanner

Heidespanner, Großer Fuchs   Leave a comment

Heute morgen war mal wieder Rauhreif auf meiner Hauswiese. Trotzdem kommt der Frühling so langsam voran. Zum Saisonstart der echten Heidetiere ein paar Bilder zur Motivation:

Ematurga atomaria, Köln, Dellbrücker Heide, 19. April 2015 (Foto: Martine Goerigk)

Ematurga atomaria, Köln, Dellbrücker Heide, 19. April 2015 (Foto: Martine Goerigk)

Nymphalis polychloros, Solingen-Ohligs, 19. April 2015 (Foto: Klaus Böhm)

Nymphalis polychloros, Solingen-Ohligs, 19. April 2015 (Foto: Klaus Böhm)

Nymphalis polychloros, Solingen-Ohligs, 19. April 2015 (Foto: Klaus Böhm)

Nymphalis polychloros, Solingen-Ohligs, 19. April 2015 (Foto: Klaus Böhm)

Veröffentlicht 20. April 2015 von Armin Dahl in Spanner, Tagfalter

Kleines buntes Gewusel   Leave a comment

Endlich warm, endlich auch Falter am Licht. Ein kleiner Sprung ins Burgholz bei Wuppertal gestern abend, und schon hebt sich die Laune doch ganz beachtlich. 23 Arten Makros am Licht ist auch nicht ganz schlecht, sehr beeindruckend waren aber vor allem die Massen der schicken kleinen Urmotten (Eriocrania subpurpurella), die sich im Birken-Eichenwald an die Lampe drängelten.

Die Artenliste: kleine Micros (ncht komplett, Micropterigidae bis Gelechiidae) 0000480 Eriocrania subpurpurella 500 0022310 Diurnea fagella 25 große Micros (Tortricidae bis Pterophoridae) 0043890 Acleris cristana 1 Spinner i.w.S. (Großschmetterlinge) 0074940 Polyploca ridens 12 0074980 Achlya flavicornis 5 0087190 Notodonta ziczac 1 0087220 Drymonia ruficornis 2 nach 23:15 Spanner 0076410 Selenia dentaria 1 0076430 Selenia tetralunaria 15 0076850 Biston strataria 1 0077980 Paradarisa consonaria 1 0083410 Chloroclysta siterata 1 0085780 Eupithecia abbreviata 18 0085990 Gymnoscelis rufifasc. 2 Eulen (Noctuidae, Nolidae, Pantheidae) 0089840 Scoliopteryx libatrix 1 0095960 Eupsilia transversa 5 0096000 Conistra vaccinii 10 0099170 Lacanobia oleracea 1 sehr frühes Datum! 0100380 Orthosia gothica 1 0100440 Orthosia cerasi 10 0100500 Anorthoa munda 4 0102250 Cerastis leucographa 1 0103720 Colocasia coryli 15 0104290 Nola confusalis 1 0104410 Nycteola revayana 1

Veröffentlicht 16. April 2015 von Armin Dahl in Arten / Listen, Mikros, Phänologie, Spanner, Spinner

Wir begrüßen in Deutschland: Purpurweiden-Jungfernkind   1 comment

Boudinotiana touranginii. Foto: Robert Trusch

Das erste in Deutschland gefundene Purpurweiden-Jungfernkind (Boudinotiana touranginii). Foto: Robert Trusch

Eine kleine Sensation: Karlsruher Schmetterlingsforschern ist ein bisher in Deutschland noch nicht nach­gewiesener Großschmetterling im wahrsten Sinne des Wortes ins Netz gegangen: Das Purpurweiden-Jungfernkind (Boudinotiana touranginii), ein tagaktiver Falter aus der Familie der Spanner. Hier die Pressemitteilung des Naturkundemuseums Karlsruhe. Bisher war das Vorkommen des Purpurweiden-Jungfernkinds vor allem aus Zentralfrank­reich belegt (dort „La Bréphine ligérienne“ genannt). Weil es einen 75 Jahre alten Beleg aus dem benachbarten Elsass gab, vermuteten die Mitarbeiter des Naturkundemuseums Karlsruhe, dass die Art auch in Deutschland vorkommen könne. So machten sie sich, zusammen mit ehrenamtlichen Schmetterlingsforschern der Entomologischen Arbeitsge­meinschaft im Naturwissenschaftlichen Verein Karlsruhe e.V., in diesem Jahr wiederholt auf die Suche. Am 17. März 2015 wurden sie endlich fündig und entdeckten ein erstes Exemplar in der südlichen Oberrheinebene. Das Purpurweiden-Jungfernkind ist nicht etwa neu nach Deutschland eingewandert, sondern wohl seit Jahrtausenden in der südlichen Oberrheinebene heimisch. Es handelt sich vermutlich um eine Reliktart der dynamischen Stromtalauen, wie sie bis vor 200 Jahren auch noch für den Rhein typisch waren. Aufgrund seiner Verborgenheit war das Purpurweiden-Jungfernkind bisher übersehen worden. Es ist deshalb so schwer zu finden, weil es nur eine extrem kurze Zeit als Falter auftritt. Diese Zeit liegt zudem im zeitigen Frühjahr, und beginnt noch bevor die Weiden aufblühen und ihre Kätzchen zeigen. Deshalb werden diese Schmetterlinge auch Jungfernkinder genannt: weil sie nach dem Winter in der noch „jungfräulichen Natur“ als erste Frühlingsboten erscheinen.

Weibchen des Purpurweiden-Jungfernkinds im Augenblick des Absetzens auf einem Purpurweidenzweig. Foto: SMNK (Dr. Robert Trusch).

Weibchen des Purpurweiden-Jungfernkinds im Augenblick des Absetzens auf einem Purpurweidenzweig. Foto: Robert Trusch

Das Purpurweiden-Jungfernkind wurde bereits im Jahr 1870 als eigene Art beschrieben. Den Urbeschreibern der Art, den Franzosen Maurice Sand und Jean Étienne Berce, war aufgefallen, dass die Raupen dieses Jungfernkindes ausschließlich an der Purpurweide leben. Alle anderen Arten der Jungfern­kinder (es gibt weitere drei in Europa) leben an Birke oder Pappeln. Weil das „Purpur­weiden-Jungfernkind“ jedoch äußerst selten gefunden wird, war es lange Zeit als eigene Art ignoriert worden. Erst seit dem Jahr 2000 erkennt man es allgemein als „gute Art“ an.

Veröffentlicht 25. März 2015 von Armin Dahl in Arten / Listen, Spanner

Internationale Spezialitäten   1 comment

Biston strataria, W.-Cronenberg, 15. März 2015 (Foto: Armin Dahl)

Biston strataria, W.-Cronenberg, 15. März 2015 (Foto: Armin Dahl)

Die Beiratssitzung der Rheinischen Lepidopterologen ist normalerweise keine Veranstaltung, für die Vergnügungssteuer anfällt. In diesem Jahr tagte die Truppe in Wuppertal – das Löbbecke Museum in Düsseldorf wird umgebaut und die Station Natur und Umwelt liegt ziemlich zentral im Arbeitsgebiet.

In der Mittagspause gab´s einen kleinen Spaziergang durch Wuppertal-Cronenberg, mit eingeschobener Förderung der griechischen Wirtschaft. Danach stand der entomologischer Höhepunkt der Veranstaltung auf der Tagesordnung, das Thema „verbesserte Zusammenarbeit Rheinland / Westfalen“: Die Daten aus der eher rheinisch geprägten Landesdatenbank sollen über kurz oder lang mit den Datenbergen aus Westfalen zusammenfließen. Vielleicht lag´s am guten Essen, aber da sind wir nach meinem Eindruck einen großen Schritt vorangekommen, wenn alles so klappt wie besprochen.

Nach der Veranstaltung dann noch ein kleines Highlight zum Abschluss: Der Falter, der hoch über der Eingangstür des Restaurants an der Wand saß, musste zwar mit der Teleskopstange der Lichtfanganlage zum Herunterkommen überredet werden, gab dann aber beim Fototermin sein Bestes. Wenn jemand an der Fassade vor einem Haus mit einer Stange herumfummelt, bekommt man in Deutschland schon mal etwas gröbere Töne von den Bewohnern zu hören. Manolis, der Restaurantchef der „Alten Wache“ in Cronenberg, nahm es ebenfalls ganz gelassen, und gab mir ein freundliches „Kalispera“ mit auf den Heimweg.

Veröffentlicht 15. März 2015 von Armin Dahl in Phänologie, Spanner

Kreuzflügler, fransenrein   2 comments

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Alsophila aescularia, Haan – Spörkelnbruch, 26. Februar 2015 (Foto: Armin Dahl)

Endlich geht die Saison mal wieder voran. Bei stürmischem Wind und, 6°C und leichtem Nieselregel kam heute der erste Frühlings-Kreuzflügel an meine Haustürlampe. Es lohnt sich also ab sofort, die beleuchteten Unterführungen und sonstige Lampen im Außenbereich etwas genauer unter de Lupe zu nehmen.

Frisch geschlüpfte Falter erkennt man an den komplett vorhandenen Fransen am Hinterrand der Vorderflügel, und auch am Vorderrand sind noch ein paar Haare zu erkennen.

 

Veröffentlicht 26. Februar 2015 von Armin Dahl in Phänologie, Spanner

Moselvorbereitung 2015 – Idaea subsericeata / pallidata   1 comment

pallidata_subsericeataBeim durchforsten der Mosel-Daten ist mir ein bedauerlicher Mangel aufgefallen, den wir in den nächsten Jahren unbedingt im Auge behalten müssen: In unseren Daten finden sich zwar reichlich Nachweise der kleinen Spanner-Art Idaea subsericeata, aber weder Bilder noch Belege, jedenfalls nicht bei mir. Und es gibt alte Belege von Idaea pallidata, aus „unserem“  Meßtischblatt 6008 Bernkastel-Kues und auch weiter moselabwärts und im Hunsrück. Und sonst nirgends in RLP und NRW, abgesehen von einem Ausreisser aus (ausgerechnet!)  Kalterherberg von 1959.

Gehen wir mal davon aus dass alle diese Funde richtig bestimmt worden sind (von Willibald Schmitz), dann wäre Idaea pallidata dort (in Rheinland-Pfalz) in den letzten Jahrzehnten ausgestorben. Es könnte natürlich aber auch sein, dass wir nicht genau hingeschaut haben, aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass diese winzig kleinen weißen Dinger sich keiner großen Beliebtheit erfreuen, und kaum mal mitgenommen werden.

Wer noch Mosel-Bilder oder Belege von dieser Artengruppe hat, sollte die erst mal kritisch mustern. Hier nochmal die Merkmale, aus dem EBERT (8: 187):

Idaea pallidata
Gelblichweiße Grundfarbe ohne Glanz
Die Querlinien sind goldgelb und ziemlich verwaschen
Die Flügel sind schwärzlich berußt, am stärksten am Costalrand (Vorderkante Vorderflügel)
Diskal- und Saumpunkte fehlen.
Vorderflügelapex spitz zulaufend
Idaea subsericeata
Grauweiße, matt glänzende Grundfarbe
Die Querlinien sind hellgrau und deutlicher als bei pallidata
Saumpunkte sind in schwacher Ausprägung vorhanden, wähernd die Diskalpunkte meist nur auf den Vorderflügeln angedeutet sind.
Vorderflügelapex etwas weniger spitz zulaufend
Idaea subsericeata, Haan, 12. August 2008 (Foto: Armin Dahl)

Idaea subsericeata, Haan, 12. August 2008 (Foto: Armin Dahl). Saum- und Diskalpunkte sind gut zu erkennen, aber auch ein spitzer Apex :\

Das heißt also zukünftig „Augen auf“ beim nächsten Lichtfang an der Mosel, auch die am Tag aufgescheuchten Falter müssen sauber durchbestimmt werden.

Und ich nehme mir mal vor ein paar mehr Belege einzusammeln und ALLE Falter sauber zu fotografieren. Die insgesamt drei  pallidata Funde aus MTB 6008 stammen von Max Cretschmer, von Ende Mai / Anfang Juni und September 1944 (das verheißt nichts Gutes, pallidata fliegt angeblich nur in einer Generation, subsericeata ist bivoltin.) Der Fundort in den Daten heißt „Traben-Trarbach – Montroyal/Holzwiese“, auch das ist seltsam, liegen die Holzwiese und der Montroyal doch auf zwei verschiedenen Moselseiten.

Cretschmar hat dort seinerzeit den zum Ende des zweiten Weltkrieges aus Düsseldorf geflüchteten Maler und Hochschullehrer Artur Kampf besucht, aber das ist eine andere Geschichte.

 

 

Veröffentlicht 8. Dezember 2014 von Armin Dahl in Arten / Listen, Phänologie, Spanner

Erfolgreiche Eiersuche   1 comment

Ei von Plemyra rubiginata am 18.11.14 in MTB Velbert(Foto Dietmar Borbe)

Ei von Plemyra rubiginata am 18.11.14 in MTB Velbert (Foto Dietmar Borbe)

Hallo zusammen,
nachdem sich bei mir in den letzten Wochen wenig Nachtfalter einfanden, ging ich jetzt mal an Eiersuche heran.
Bevorzugt wurden Schlehensträucher. Nach der Kontrolle von ca.einem Dutzend Sträuchern . die Stimmung näherte isch dem Tiefpunkt – war dann das Glück mir doch noch hold.. Ein Ei von Plemyria rubiginata in seiner typischen Form und Sprenkelung sowie knapp 1 mm groß entdeckte ich in einer kleinen, abgebrochenen Zweiggabelung.
Letzte Sicherheit brachte mir die Lupe. Damit konnte ich den Falter außer hier inHeiligenhaus jetzt auch im MTB Velbert 4608 Q3 nachweisen. War doch was an einem nassen und trüben Novembertag!
Ermutigt untersuchte ich heute, am Donnerstag (20.11.14), noch mal ein paar Dutzend Schlehen in Tönisheide MTB 4608 Q3.

Nach ca.einer Stunde – ich wollte schon aufgeben – konnte ich noch mal ein Ei von P. rubiginata aufspüren. Ausdauer zahlt sich doch aus!

Veröffentlicht 20. November 2014 von dietmarborbe in Arten / Listen, Spanner

Wanderfalter: Orthonama obstipata   Leave a comment

Orthonama obstipata ♀, Haan, Spörkelnbruch, 25/26. Oktober  2014 (Foto: Armin Dahl)

Orthonama obstipata ♀, Haan, Spörkelnbruch, 25/26. Oktober 2014 (Foto: Armin Dahl)

Die Saison ist immer noch nicht gelaufen, jedenfalls findet momentan offenbar ein Einflug einer weiteren Wanderfalter-Art statt, die ich hier bei mir zuletzt 2007 ngesehen habe:

Orthonama obstipata ist in warmen Regionen fast kosmopolitisch verbreitet und kommt auch in Südeuropa vor.

Einflüge nach Mitteleuropa finden unregelmäßig im Herbst statt, die Raupe lebt an verschiedenen Kräutern, z.B. Galium, Senecio und Ampferarten.

Der abgebildete Falter war übrigens im Kühlschrank nicht ruhigzustellen und flatterte stundenlang herum, entwischte dann beim Fototermin, und wurde nach mehreren Stunden doch noch halbwegs erhalten in einer Ecke unter der Lampe wiedergefunden. Nach diesen Prozeduren lässt sich leider nicht mehr entscheiden, wieviele Flugstunden das Tier schon auf dem Buckel hatte.

Bereits einen Tag (eine Nacht!) vorher kam in Duisburg bei Willi Wiewel ein weiterer Falter ans Licht, ebenfalls ein ♀.

 

Veröffentlicht 26. Oktober 2014 von Armin Dahl in Arten / Listen, Spanner, Wanderfalter

Thera juniperata   4 comments

Thera juniperata, Haan, Spörkelnbruch, 19.10.2014 am Licht (Foto: Armin Dahl)

Thera juniperata, Haan, Spörkelnbruch, 19.10.2014 am Licht (Foto: Armin Dahl)

Immerhin eine Art die ich hier noch nie am Licht gesehen habe, und das kommt ja nicht mehr so häufig vor: Thera juniperata ist ein typisches Oktober-Tier, das an Thuja und Wacholder im Siedlungsbereich und Gärten lebt.

Veröffentlicht 20. Oktober 2014 von Armin Dahl in Arten / Listen, Spanner

Nothocasis sertata im Tiefland nachgewiesen   Leave a comment

Es spricht einiges dafür, das ganze Jahr über Lichtfang zu machen, und nicht nur im Sommer, wenn die Artenzahl gewaltig und die Nächte ziemlich kurz sind. Gerade an den Rändern der Flugzeiten bewegt sich viel, bei den Spätfliegern und Überwinterern.
Ein Beispiel: Cloroclysta siterata, eine Art die vor ein paar Jahrzehnten hier in der Region praktisch unbekannt war. Aktuell ist siterata eine der häufigsten Spanner beim Lichtfang im herbstlichen Laubwald, Tendenz: zunehmend.
Einer der seltensten Spanner Nordrhein-Westfalens ist jetzt in den Niederlanden direkt hinter der Grenze aufgetaucht, und zwar ausgerechnet im Tiefland an der Maas: Nothocasis sertata ist bisher nur aus Laubwäldern im hohen Sauer- und Siegerland gemeldet, und auch dort sehr selten.
Paul Vossen und Mark de Mooij haben nun den seltenen Falter in einem Laubwald südlich von Maastricht beim Lichtfang nachgewiesen, mehr Details unter: http://waarneming.nl/soort/view/113729. Falls jemand Kenntnis von weiteren Funden hat, sollte er gerne Kontakt mit den Kollegen aufnehmen.
Die Raupe von N. sertata lebt an Bergahorn, der hier an vielen Stellen von den Förstern angepflanzt wird, könnte theoretisch also auch im Niederbergischen vorkommen.

Bilder vom Falter gibts hier: Esdoornblokspanner: nieuw voor Nederland

Veröffentlicht 10. Oktober 2014 von Armin Dahl in Klimawandel, Spanner

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