BAYER, Bauern, Bienen – oder der Betrug mit den Neonicotinoiden   1 comment

Wer bisher geglaubt hatte die Bayer AG bzw. der Monheimer Ableger Bayer Crop Science sei ein schöner sauberer Konzern, und hätte sich nur beim Kauf von Monsanto den Satan ins Haus geholt, dem sei die ZDF-Doku „BAYER, Bauern und die Bienen“ von gestern Abend empfohlen.

Die Kollegen vom ZDF haben dort eine bedrückende Konstruktion aus gekauften oder gefälschten oder absichtlich unterdrückten Studien, beeinflussten Wissenschaftlern, direkter Einflußnahme auf die Genehmigungsbehörden, und eine ganze Reihe weiterer Schweinereien aufgedeckt, die ich in dieser Dichte noch nirgends gesehen habe. Aufhänger der Sendung sind die katastrophalen Bienensterben durch die Saatgutbeize mit Neonicotinoiden (Clothianidin / „Poncho“) Anfang des Jahrtausends, und das darauf folgende sogenannte „Bienenmonitoring“.

Wenn man den Recherchen der ZDF-Leute Glauben schenkt, dann wird schnell klar, dass die ganze Abwiegelei der Industrie, unterstützt von Bauernverbänden und Landwirtschaftkammern, Aufsichtsbehörden und nicht zuletzt den Landwirten selbst, einfach nur Gelaber bzw. gezielt gestreute Falschinformationen waren. Der Bericht deckt auf, dass die BAYER-Leute seit den frühen 90er Jahren genau wußten was ihre Substanzen anrichten. Eine der wichtigen Ursachen des Insektensterben ist mit Sicherheit der unverantwortliche Einsatz von Nikotin-Derivaten wie Clothianidin und Imidacloprid, Thiamethoxam, Thiacloprid, Acetamiprid, Dinotefuran und Nitenpyram.

Der „ZDFzoom“ – Bericht ist quasi eine Betriebsanleitung, wie man Einfluß und Druck eines Großkonzerns nutzt um Gifte zu verkaufen, die eigentlich längst hätten verboten werden müssen. So etwas kannten wir bisher vor allem vom ehemaligen US-Konzern Monsanto, dessen rabiate Methoden Legende sind.  Monsanto, Spitzname „Monsatan“  ist übrigens von BAYER im Juni 2018 übernommen worden, für schlappe 63 Milliarden US-Dollar (ca. 54 Milliarden Euro). Der belastete Name Monsanto wurde gestrichen, aus Reputationsgründen, wie die Wikipedia schreibt. Die Übernahme war im Übrigen ein Desaster für die Anleger des Leverkusener Chemiekonzerns, der an der Börse – Stand Ende Oktober 2019 – heute nur gut 61 Milliarden Euro wert ist.

Dass der böse Industrieriese BAYER ausgerechnet vor unserer Haustür in Monheim sogenannte „Crop Science“ betreibt, macht es nicht besser. Im Gegenteil muss man das immer im Kopf behalten wenn das angeblich so tolle Steueraufkommen im Kreis erwähnt wird: In Deutschland landet der Kreis Mettmann regelmäßig unter den Top-Ten der Kommunen mit den höchsten Steuereinahmen. Da ist mit Sicherheit auch ein schöner Anteil Giftiges Geld dabei, Monheim gilt übrigens gleichzeitig als  „Deutschlands dreisteste Steueroase“ .

Aber genug jetzt vom Geld:  Der eigentliche Skandal ist das enge Geflecht von Industruie, Zulassungsbehörde und Aufsicht, zu Lasten der Natur und der Verbraucher. Hier mal ein fix selbst recherchiertes kleines Beispiel dafür, wie man die aktuelle Gesetzeslage mit Behördenhilfe austrickst:  Da empfiehlt das ISIP – die Online-Beratung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zur Pflanzenproduktion, noch am 18.03.2019
„Mais – Aktuelle Zulassungssituation der Beizmittel
Spezialbeizen zur Drahtwurmbekämpfung sind in Deutschland nicht zugelassen.
Das Beizmittel Sonido (400 g/l Thiacloprid) ist in Frankreich gegen Drahtwurm im Mais zugelassen. So wie die Gesetzeslage es hergibt, besteht die Möglichkeit, Saatmais mit Sonido-Beize aus Frankreich über den Handel zu beziehen. Die Aussaat des gebeizten Saatgutes ist in Deutschland erlaubt.“

Aha! Eigentlich ist es verboten aber wir sagen Euch wie Ihr das Thiacloprid trotzdem auf den Acker bringt!

Die Landwirtschaftskammer NRW mit Sitz in Münster ist übrigens eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, mit knapp 1500 Mitarbeitern und einem Budget von über 100 Millionen Euro für die Erledigung „hoheitlicher Aufgaben“ des Landes Nordrhein-Westfalen. Hier könnte man einen schönen Batzen Steuergelder sparen, finde ich.

Nach dem Anschauen des oben erwähnten Berichts kann man sich ohne Probleme ableiten, warum in der Rheinebene und der angrenzenden Bergischen Heideterrasse mit intensiver Ackerbaunutzung so wenig Insektenleben übrig geblieben ist. Und auch warum Grünlandgebiete fernab der Giftspritzen, zum Beispiel in der Eifel, noch arten- und individuenreich sind. Und den Programmplanern vom ZDF empfehle ich mal im Kalender zu schauen wann Pokal-Fußball läuft, und sich für solche Doku-Kracher mal einen anderen Sendeplatz zu suchen. Oder sollte da Absicht dahinterstecken? 🤔

 

Veröffentlicht 31. Oktober 2019 von Armin Dahl in im Netz, Insektensterben

Wanderfalter im Herbst 2019: Rhodometra sacraria   Leave a comment

Neue Arten auf meinem Grundstück und der Umgebung des Hauses sind nicht mehr so leicht zu finden, dafür ist das Gebiet zu gut erforscht: In den Jahren vor 1987 lief die Untersuchung zur Ausweisung des Naturschutzgebiets Spörkelnbruch, aus dieser Zeit hat mein Lehrmeister Dietmar Woizilinski aus Hilden eine riesige Liste Mikros und Makros hinterlassen. 1996 ist der Spörkelnbruch dann noch einmal vom Duisburger Uli Bosch gründlich umgedreht worden. Dann kam meine Wenigkeit hinzu, und seit mehr als 15 Jahren wird rund ums Haus fleißig geködert, geleuchtet und aufgeschrieben. Alle Literatur ist seit vielen Jahren aufgearbeitet und soweit möglich der Datenbank der Arbeitsgemeinschaft einverleibt.

Das Kartenblatt 4807 Hilden steht deshalb mit weit über 1100 Arten in einer Reihe mit den bestuntersuchten Regionen im Arbeitsgebiet der Rheinisch-Westfälischen „Lepidioten“. Aber vor Überraschungen ist man niemals sicher, gerade im Herbst kommt oft noch ein Schub Warmluft aus Südwesten und schiebt ein paar subtropische Falterarten in unser Gebiet. Und so brennt die Lichtfalle unermüdlich und die Köderschnüre verzieren den Garten das ganze Jahr über. Und es lohnt sich, denn gestern konnte ich mal wieder einen seltenen Wanderfalter begrüßen, Nummer 1128: Rhodometra sacraria, mit Deutschem Namen Purpurstreifenspanner.

Rhodometra sacraria, Haan Spörkelnbruch 21./22. Oktober 2019 (Foto: Armin Dahl)

Literatur
BOSCH, U. & R. KRECHEL (1997): Untersuchung der Großschmetterlinge in den NSGen Spörkelnbruch, Felderbachtal & Neandertal – Unveröff. Manuskript im Auftrag des Kreises Mettmann. 33 Seiten, Anhang, Karten.
WOIZILINSKI, D. (1987): Untersuchung der Groß- und Kleinschmetterlingsfauna in den Naturschutzgebieten Spörkelnbruch, Hildener Heide/Hildener Stadtwald. Unveröff. Manuskript im Auftrag des Kreises Mettmann., ca. 100 Seiten. (ULB Mettmann).

Veröffentlicht 23. Oktober 2019 von Armin Dahl in Arten / Listen, Spanner

Spätsommernacht am Mittelrhein   2 comments

Der Mittelrhein nördlich von Koblenz bis zur Landesgrenze bei Unkel ist faunistisch ein Paradies, und mit dem Auto brauche ich von Haan aus dorthin gefühlt auch nicht länger als nach Wipperfürth. 85 Kilometer Luftlinie sind es nur von meiner Haustür bis zur Burg Hammerstein, der ältesten Burg des Mittelrheintales, und Daten aus dem Umfeld von Hammerstein und Leutesdorf sind praktisch keine vorhanden. Im Gegensatz zur Rheinbrohler Lay, einem schönen passabel erforschten Felsausguck zwei Kilometer weiter nördlich. Genau das richtige also für einen entspannenden Leuchtabend im Oktober, ganz faul mitten auf dem Weinbergsweg unterhalb der Burg.

Zielarten waren die typischen Fels- und Trockenwaldbewohner, bei dem warmen Wetter mit Südströmung waren auch noch späte Wanderfalter zu erwarten: Mosel und Mittelrhein sind immer für Überraschungen gut. Für die Graubraune Eicheneule Dichonia convergens hat es zwar dieses Mal nicht gereicht, aber beschweren will ich mich nicht: Nach drei Stunden schaute der Vollmond um die Ecke und lieferte ein phantasisches Nachtpanorama, die Artenliste war mit 20 Großschmetterlingsarten halbwegs ordentlich. Und der letzte Falter am Licht war natürlich mal wieder der Kracher, bezeichnenderweise saß er in der Lichtfalle mitten in den Weinbergen: Eublemma purpurina, das dürfe dann locker die dritte Generation in diesem Jahr sein.

Ein interessanter Fund anbei: Der Kleine Felsen-Bindenspanner – Coenotephria salicata, hier scheint die 2. Generation in trockenen Sommern die Flugzeit nach hinten zu verschieben, beschrieben ist das allerdings nur anhand von Material aus Südfrankreich. (EBERT Bd. 8: 324). In der „Baden-Württemberg-Fauna“ finden sich keine Okober-Daten von E. salicata. An der Mosel und am Mittelrhein sieht das offenbar schon ganz anders aus, von dort haben wir etliche Oktober-Funde in den Daten.

Und wie sich das für einen „goldenen“ Okober gehört, gab es auf der Heimfahrt noch einen kleinen Temperaturrekord:  Im Raum Leverkusen/Langenfeld schrammte das Wetter nachts um 23.00 Uhr mit 18°C nur knapp an einer tropischen Nacht vorbei.

 

Veröffentlicht 13. Oktober 2019 von Armin Dahl in Auf Tour, Eulenfalter, Klimawandel

Pontia edusa Einflug 2019   Leave a comment

Rheindeich Duisburg-Walsum

Am vorerst letzten Sommertag war ich mit meiner Frau am Rhein unterwegs, mit dem Rad auf dem Deich zwischen Duisburg-Walsum und der Emschermündung bei Voerde. Ohne Kamera, nur mit dem Handy.

 

Überall auf dem Deich war Colias hyale und Colias croceus unterwegs, dazu Coenonympha pamphilus, Kleine Feuerfalter, Admiräle und Distelfalter.

Die Überraschung war aber Pontia edusa, von dem mir sogar ein Handyfoto gelungen ist.

 

Pontia edusa

Pontia edusa, Rheindeich nördlich Duisburg-Walsum, 21. September 2019 (Foto: Armin Dahl)

Den Artkomplex edusa/daplidice kann man normalerweise nicht an Fotos bestimmen, ich verlasse mich da auf die niederländischen Kollegen, die in Millingen nördlich von Emmerich einige Tiere per barcoding untersucht haben. Dass beide Arten gleichzeitig am Rhein fliegen halte ich für eher unwahrscheinlich.

Literatur

HANISCH, K. & K.-H. JELINEK, K. H. (2006): Nachweise des Reseda-Weißlings Pontia daplidice (LINNAEUS, 1758) oder Pontia edusa (FABRICIUS, 1776) aus dem Raum Köln/Düsseldorf im Jahr 2006. (Lepidoptera, Pieridae). Melanargia 18 (4): 226-231

 

Nachtrag, 23. September 2019: Kaum war die Nachricht von edusa am Rhein herumgegangen, schon der nächste Nachweis:

Pontia edusa, Düsseldorf, Rheinufer vor der Messe, 22. September 2019 (Foto: Tobias Krause)

Veröffentlicht 23. September 2019 von Armin Dahl in Arten / Listen

Einfach draufhalten – vom Arbeiten mit der app von observation.org   2 comments

Jahrelang bin ich durch die Wälder gezogen und habe bei jeder Beobachtung mein Blöckchen gezückt, die jeweils neuen Falter notiert, dabei Dutzende von Kugelschreibern verloren, konnte hinterher mein Gekritzel kaum mehr lesen. Das war so das Standardverfahren, wie es einem die Ornithologen im Studium beigebracht hatten. Die ganz Orthodoxen arbeiteten seinerzeit nur mit Bleistiften, der schreibt auch bei Regen, und wenn das Blöckchen ins Wasser fiel war die Tinte nicht verschmiert. Falter wurden direkt am Licht oder Köder fotografiert, mit der Spiegelreflex-Kamera. Was nicht direkt bestimmbar war musste im Kühlschrank zwischen den Frühstückseiern zwischengehältert werden, bis zum nächsten Fototermin.

Dann wurde alles halbwegs sauber ins Protokollbuch übertragen, von denen habe ich mittlerweile das elfte angefangen, die Bücher stehen sauber aufgereiht im Regal und verlassen das Arbeitszimmer nicht.

Und wenn das alles fertig war dann kam die Dateneingabe, ins Insectis oder zeitweise auch bei naturgucker, das sortieren und bearbeiten der Bilder, ich habe dabei viele Monate am PC verbracht.

Das alles war ein eingespielter unveränderlicher Prozesse, und jetzt ist es damit – vorbei!

Heute rücke ich ganz enspannt zum Lichtfang aus, schaue vorher nur mal schnell ob das Handy geladen ist. Die Falter werden direkt fotografiert und soweit möglich von der Software bestimmt, und nach observation.org hochgeladen. Damit ist auch schon die Dateneingabe erledigt. Das Protokollbuch führe ich nach wie vor, es füllt sich aber quasi verkehrt herum, aus den Listen die vorher schon online stehen.

Ich bin selbst am meisten erstaunt wie schnell sich das neue Arbeiten bei mir durchsetzt, – es ist einfach saumäßig praktisch.  Und ein ordentlicher Teil der Kollegen scheint das ganz ähnlich zu sehen, denn die Topliste der Arten bei observation.org füllt sich rasch mit Namen aus dem Bekanntenkreis. Die Möglichkeiten die Beobachtungen quasi in Echtzeit mit denen der Kollegen zu vergleichen gibt zusätzlichen Treibstoff in die Aktivitäten, sei es jetzt das Blaue Ordensband im Wollerscheider Venn oder die Gelbbraune Rindeneule Lithophane socia in unserem Lieblings-Tunnel im Eller Forst.

Ypsolopha vitella, Solingen. Ohligser Heide, 2./.3. September 2019 (Foto: Kai Kruse)

Ganz en passant kann man dann noch die neuen, mit der Artenvielfalt noch ziemlich geforderten Mitstreiter betreuen. Und auch da zeigt sich ein neues Phänomen: Die technischen Möglichkeiten machen vor schwierig zu bestimmenden Artengruppen keinen Halt, was früher bei den „Anfängern“ einfach unter den Tisch fiel („Mikros gucke ich generell keine an„) wird heute einfach fotografiert und offen gelegt, mit erstaunlichen Ergebnissen.

Ein Beispiel von vielen: Von der  nebenstehenden Ulmen-Schabenmotte Ypsolopha vittella gibt es aus Nordrhein-Westfalen bisher weniger als ein Dutzend Nachweise, einer davon wurde jetzt von Kai Kruse praktisch direkt vor meiner Haustür in der Ohligser Heide gemacht. Das Bild ist übrigens „Geotagged“, d.h. die Kamera lieferte über GPS gleich den Standort mit.

Möglich wird das alles durch die excellente Vorarbeit der holländischen Kollegen, die mit zigtausenden registrierten Benutzern und entsprechender Organisationsstruktur ein in Deutschland unvorstellbare Manpower haben.

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten „Zugkärtchen“ auf denen wir nach den winterlichen Bodensee-Exkursionen die spannenden Wasservögel für die „Avifauna Baden-Württembergs“ notiert haben. Das war in den 80ern, lange vor der Erfindung des Mobiltelefons und galt damals als Stand der Technik. Als Aushilfe im Rechenzentrum der Uni Tübingen habe ich noch den Großrechner mit Lochkarten gefüttert, mein erster Computer hatte – seinerzeit eine Revolution – Windows 2.0. Verbreitungskarten der Schmetterlinge wurden zu der Zeit noch mit runden Klebeplättchen hergestellt, oder mit dem gefürchteten Rotring-Stift. Wer eine SOFTCOL-Lizenz für die Erfassung von Verbreitungsdaten hatte, der war schon der König: Für die Lizenz  habe ich seinerzeit als Student ein paar hundert Euro zahlen müssen. Heute kartiere ich locker mit meinem Handy auf 10m genau mit Zeitstempel und übertrage alle Daten mit einem Fingertipp in die phantastisch schnelle Online-Datenbank.

Die Frage ob es sich beim Benutzen der Apps für das Kartieren und Bestimmen um einen Hype handelt, oder ob sich die Sache durchsetzen wird, stellt sich meiner Ansicht nach nicht: Seit ich mich mit der Datenerfassung bei Tieren beschäftige ist die Erfassung der Rohdaten beständig genauer geworden, und hat alle neuen technischen Möglichkeiten dankbar aufgenommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht 19. September 2019 von Armin Dahl in im Netz, mehr Lepis

Mythimna vitellina unterwegs: Lob der Goldrute   1 comment

Mythimna vitellina, Haan, Spörkelnbruch, 3. September 2019 (Foto: Armin Dahl)

Nachdem ich hier schon gefühlte 15 Jahre allabendlich eine oder mehrere Runden durch meinen Garten drehe, kam heute mal wieder eine bisher nicht beobachtete Art zum Vorschein: Mythimna vitellina, die Dottergelbe Graseule. Eigentlich ein Wanderfalter, der nur ausnahmsweise nördlich der Alpen gesehen wird. Die Art hat einen weiteren Deutschen Namen verpasst bekommen: Steppenhügel-Weißadereule, was neben der Flügelzeichnung auf die Herkunft aus Süd- und Osteuropa deutet. Der letzte Nachweis von M. vitellina aus Nordrhein-Westfalen stammt aus dem Jahr 2011, bezeichnenderweise aus der Senne, der großen Sandlandschaft in Ostwestfalen.

Im Supersommer 2019 aber tauchte M. vitellina bereits im Juni an der Mosel auf, gefunden haben sie dort natürlich – die Holländer. Und jetzt in meinem Garten!
Das Tierchen wuselte dort minutenlang in der blühenden Goldrute herum, die nachts als Nahrungsquelle für viele Falterarten attraktiv ist. Goldrute wird deshalb extra von mir angebaut bzw. nicht eingedämmt. So konnte ich ein paar Handyfotos schießen und dann nach drinnen gehen um ein Glässchen zu holen…

Das muss der seltene Falter irgendwie mitbekommen haben, denn anstatt sich anstandslos für die museale Ewigkeit aufspannen zu lassen, flog er mir beim nächste Ansehen schnurstracks gegen den Kopf bzw. die Stirnlampe, und war danach verschwunden.
Morgen kommt die Kaltfront und dann soll der Sommer endlich vorbei sein. Das wird mich nicht hindern wieder meine Runden zu drehen, an Köderschnüren und Goldrute vorbei. Die Qualität der folgenden mit dem Handy geschossenen Bilder ist zwar nicht doll, aber trotzdem, hier noch ein paar Impressionen vom heutigen Abend.

Veröffentlicht 4. September 2019 von Armin Dahl in Arten / Listen, Buchsbaumzünsler, Eulenfalter, Wanderfalter

Bembecia ichneumonifomis, Lepidioten und die Künstliche Intelligenz   Leave a comment

Die Glasflügler begeistern mich immer wieder, vor allem liegt das an den  phantastischen Möglichkeite, die Tierchen mit Pheromonen aus der Deckung zu locken. Hier mal schnell ein Video dass ich am 29. Juli in Haan mit dem iphone geschossen habe. Man sieht darauf ein halbes Dutzend Hornklee-Glasflügler (Bembecia ichneumoniformis), die sich auf ein Pheromonpräparat stürzen (BEIC der pherobank Wageningen) .

 

Die Erforschung der einheimischen Fauna mit diesen Präparaten geht weiter! Was Bembecia ichneumoniformis betrifft, die Art kann an vielen Stellen nachgewiesen werden an denen gerade der Hornklee blüht. Und es kommen neue Möglichkeiten hinzu: Die Kollegen aus Belgien haben bei einer Exkursion ein Pheromon eingesetzt, mit dem die einschleppte Bananenmotte (Opogona sacchari) angelockt wird. Dabei kam zur allgemeinen Überraschung Sesia bembeciformis an das Präparat, eine Art für die es bisher keinen bekannten Lockstoff gab. Hier die Beobachtung:

https://waarnemingen.be/observation/176806736/

Das werden wir natürlich im Sommer 2020 hier im Bergischen ebenfalls versuchen,  Zu dem Zweck werden wir wahrscheinlich noch mal eine größere Bestellung von Pheromonen, Lebendfallen etc. starten.  in diesem Jahr ist es sehr wahrscheinlich schon zu spät für die Art. Bitte schaut euch den Katalog der pherobank an und meldet Euch bis zum Herbst per Mail und Kontaktformular.

Wir haben übrigens mittlerweile auch eine Whatsapp-Gruppe für den „kleinen Dienstweg“, aktuelle Beobachtungen usw. Wer mitmachen will schickt mir seine Handynummer und bekommt von mir einen Einladungslink für die „Lepidioten“.

Die Technik schreitet rasant voran, und das neueste Spielzeug heißt: Nachtfalter-Bilder bestimmen mit der App von observation.org. Alte Bestimmungshasen runzeln die Stirn, aber entscheidend ist ob es auch funktioniert. Halbwegs anständige Handybilder von den gängigen Mottenarten werden dabei mit der Bilddatenbank von observation abgeglichen, und die Ergebnisse sind, um es vorsichtig zu formulieren, erstaunlich!  Ihr könnt es ja mal testen und berichten, die App gibts für mehrere Betriebssysteme in den entsprechenden Shops.

Das ganze geht auch am PC, allerdings muss man dazu vorerst noch auf die „Mutter“-Seite  www.waarneming.nl gehen. Dafür bekommt man für ein hochgeladenes Bild dann auch noch eine Wahrscheinlichkeit für die Bestimmung angezeigt, und ein paar weitere Vorschläge was man da geknipst hat. Sitzt der Falter auf einer Blüte, hat das Programm oft – auch wenn das sprachbildlich jetzt kompletter bullshit ist – zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen.

Veröffentlicht 31. Juli 2019 von Armin Dahl in Glasflügler, im Netz, mehr Lepis

Danke, Yvonne, für diese Nacht!   4 comments

 

Stilleben mit Leuchtturm und Sandalen, Haan Spörkelnbruch 25 Juli 2019, 06.45 Uhr, 24′ Celsius 

Die Flugaktivität der nachtaktiven „Motten“ ist in tropischen Nächten besonders hoch, die Daten-Erfassung artet in Arbeit aus. Geschlafen wird stattdessen in der Nachmittagshitze.

In Europa purzeln die Temperaturrekorde, eine Schwall Saharaluft, angetrieben von Hochdruckgebiet „Yvonne“, erreicht den Westen Deutschlands. Kein Witz: die heißeste Stadt Deutschlands ist – wenn auch wahrscheinlich nur für einen Tag – das beschauliche Geilenkirchen an der holländischen Grenze. 40,5 Grad heiß war es dort am 24. Juli 2019.

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Lycophotia porphyraea, verwackelt, aber unverkennbar

Ein Datum das auch mir im Gedächtnis bleiben wird: Die 60-Arten-Makros-Grenze knacke ich in meinem Garten nur sehr selten, aber vergangene Nacht war es dann mal wieder so weit.

Angetrieben von den tropischen Temperaturen scheinen die Motten ihren Aktionsradius zu erweitern, vergangene Woche hat es zudem einmal kurz aber kräftig geregnet, so dass etliche Arten frisch geschlüpft sind.

In solchen Nächten erscheinen dann die dicksten Brocken, Kiefernschwärmer, Weidenbohrer, Grasglucke, zudem kann man in der Nähe des Leuchtturms kaum mehr atmen, dort wuselt ein Heer von kleinen Krabbeltieren herum.

„Beste“ Art in der abgelaufenen Nacht war die an Heidekraut lebende Lycophotia porphyrea, deren nächste Entwicklungslebensräume in Luftlinie etwa 1,5 Kilometer entfernt auf dem Sandberg in Hilden liegen.
Häufigste Art bei den Makros war die hübsch grüne Cryphia algae mit einem Dutzend Tieren, dicht gefolgt vom Eichenprozessionsspinner, der seit zwei Tagen unterwegs ist und mit 10 Tieren ans Licht kam.

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Eichenprozessionsspinner bei der Fortpflanzung. Haan, Spörkelnbruch, 25. Juli 2019 (Foto: Armin Dahl)

62 Arten Großschmetterlinge standen beim Ausschalten der Anlage um halb sechs auf dem Zettel. Etliche davon sind erst nach 03.00 Uhr Morgens angeflogen – 2 1/2 Stunden Schlaf müssen in solchen Nächten mal reichen: wer da nicht wach bleibt ist kein richtiger „moth maniac“.


Kleiner Nachtrag vom 25. Juli: Heute habe ich auf meinem Thermometer (hängt im Kirschbaum im Schatten) 40,4°C gemessen, um 17.00 Uhr.

Veröffentlicht 25. Juli 2019 von Armin Dahl in EPS, Heideterrasse, Klimawandel, Phänologie

Eifel-Exkursion am 06.07.2019   1 comment

Unsere diesjährige Eifel-Exkursion mit einer „Kerntruppe“ von 5 Teilnehmern führte uns in drei recht unterschiedliche Biotope: die ehemaligen Steinbrüche am Sönsberg bei Dahlem, ein abgelegenes Bachtal nördlich von Kronenburg und das Lampertstal zwischen Dollendorf und Ripsdorf. Bei mildem Wetter konnten wir zunächst feststellen, dass die Natur im Vergleich zum sehr warmen Jahr 2018 noch zwei bis drei Wochen zurücklag. Der Silbergrüne Bläuling (Lysandra coridon) war nur in wenigen, ganz frisch geschlüpften Exemplaren zu finden. ähnlich sah es beim Kaisermantel (Argynnis paphia) aus. Dafür flogen in den Steinbrüchen am Sönsberg zahlreiche, nicht mehr taufrische, Ehrenpreis-Scheckenfalter (Melitaea aurelia). Überrascht waren wir von der Artenvielfalt und den erstklassigen Magerwiesen im Lewertbachtal. Große Bestände von Heilziest schmückten die halbfeuchten Wiesen. Hinzu kamen zahlreiche Fruchtstände vom Klappertopf. Sicher ist dieses Gelände ein Ziel für zukünftige Exkursionen. Abschließend, schon auf dem Rückweg, gab es noch einen Zwischenstopp im Lampertstal. Dort war eine Vielfalt an Widderchen (Zygaenidae) zu finden, deren Bestimmung noch vorläufig ist. Der gesuchte Große Ameisenbläuling (Maculinea arion) zeigte sich leider nicht. Dennoch waren am Ende des Tages bei den vom stundenlangen Umherlaufen erschöpften Teilnehmern zahlreiche Arten auf dem Zettel. Hier ein paar fotografische Eindrücke (Bilder bitte anklicken!). Einige wenige Fotos stammen von der Vorexkursion am 04.07.2019.

Veröffentlicht 11. Juli 2019 von Tim Laußmann in Arten / Listen, Auf Tour, Tagfalter

Das Further Moor trocknet aus – wenn nichts passiert!   Leave a comment

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Further Moor im Jahr 2009: Nadelwald zieht das Wasser aus den Flächen (Foto: Armin Dahl)

Der Wald rundherum muss weg! Nicht in der Schärfe, aber inhaltlich genau so formulieren es die Autorinnen in einem Artikel in der vom LANUV herausgegebenen Postille „Natur in NRW“, der sich um die schleichende Entwässerung  des Further Moors dreht. Das 42 Hektar Fläche umfassende Naturschutzgebiet (NSG-Kennung ME-001) liegt auf der Bergischen Heideterrasse zwischen Langenfeld und Leichlingen und wurde schon 1937 unter Schutz gestellt. Das Further Moor ist momentan die einzige bekannte Flugstelle vom Heidespanner  – Ematurga atomaria – im gesamten Kreis Mettmann. Früher kam hier auch noch der Rotrandbär Diacrisia sannio vor, von dem wir keine aktuellen Nachweise aus der Region haben. Wir haben vor vielen Jahren dort ein paarmal Lichtfang gemacht, in Erinnerung ist mir dort nur ein Vogel – dieWaldschnepfe – geblieben.

Entscheidend für die Moorhydrologie im Further Moor und anderswo ist die Verringerung des sommerlichen Wasserdefizits. Die Autorinnen des Artikels arbeiten dabei schön heraus, wie der Wald das Wasser aus dem Moor zieht. Bekanntlich liegt übertrifft die Grundwasserspeisung von Calluna-Heide, die durch niedrigen und lückigen Wuchs charakterisiert sind, diejenige der Wälder um 30 bis 50 Prozent.

Monatsmittelwerte der klimatischen Wasserbilanz für das Naturschutzgebiet
Further Moor; blau gestrichelte Säulen: potenzielle Wasserspende durch die Umwandlung von Wald in Calluna-Heide auf Basis der lokalen Niederschlags-Monatsmittelwerte 1981 bis 2010 (Quelle: Natur in NRW, Nr. 2/2019)

Ein Maßnahmenkonzept für den sechs Hektar großen offenen Moorbereich des Further Moors, erstellt von der Unteren Naturschutzbehörde und der Biologischen Station des Kreises Mettmann, sieht die Rücknahme des Waldsaum an den Rändern der beiden Niedermoorkerne um 60 bis 100 Meter vor. Die Freiflächen sollen als Heidefläche entwickelt werden. Die Umsetzung der weiteren erforderlichen Maßnahmen soll im Rahmen des integrierten EU-Life-Projekts „Atlantische Sandlandschaften“ erfolgen.

Als ehemaliger Vorstand der Biostation D-ME kann ich nur sagen: die Probleme im Further Moor sind seit langem bekannt, daran haben sich schon verschiedene Mitarbeiter der Biostation abgearbeitet. Thomas Hübner, beim LANUV bis vor kurzem Dezernent für Biotopschutz, hat im Further Moor seine Diplomarbeit gemacht, geholfen hat es nichts: Sinnvolle Schutzmaßnahmen sind letztendlich immer wieder an den Forstbehörden gescheitert, die sich nicht an die Umwandlung der Waldbestände machen, sondern lieber das FFH-Gebiet dauerhaft entwerten. Mal sehen ob das jetzt mit Rückenwind vom LANUV besser läuft.

Literatur

HÜBNER, T. (1985): Das Naturschutzgebiet „Further Moor“: Flora, Vegetation, Schutzwürdigkeit und Pflege. Diplomarbeit Universität Düsseldorf, 247 S.

Michels, C., D. Levacher & D. Berger (2019): Das Further Moor trocknet aus. Natur in NRW 2/2019: 39-44

Ellenberg, H. & C. Leuschner (2010): Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht. 6., vollst. neu bearb. Aufl. von C. Leuschner, 1.334 S.

Veröffentlicht 27. Juni 2019 von Armin Dahl in Heideterrasse, Klimawandel, Lebensräume

Am Johanniskraut: jetzt auf Adela violella achten!   3 comments

Heute habe ich wieder zwei Exemplare der Langhornmotte Adela violella am Tüpfel-Johanniskraut bei mir im Garten in Leverkusen beobachten können. Die Winzlinge fallen durch ihren typischen „hüpfenden“ Flug und natürlich durch die langen Fühler auf. Die Tiere fliegen gerne in der prallen Sonne. Am besten wartet man an einem schattigen Platz, bis sie von der Raupen-Futterpflanze auffliegen. Bisher konnte ich die Tiere immer nur einzeln, nie in größeren Mengen finden.

Wer also Lust hat, sich auf die Suche nach den kaum 5 mm messenden Winzlingen (Fühler nicht eingerechnet!) zu begeben, hier ein paar Bilder (anklicken!):

 

Veröffentlicht 22. Juni 2019 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Bläulingsparade am Schlangenberg   2 comments

Gut, ich gebe es zu: Bläulinge sind meine Lieblingsschmetterlinge. Sie haben so nett geringelte Fühler und Knopfaugen und bestechen durch knallige Farben, die bei den Feuerfaltern auch mal ins metallisch-glänzende übergehen.

Über Observation.org kann man sehr schön von anderen Entomologen erfahren, welche Falter (und somit auch Bläulinge) gerade ihre Flugzeit beginnen. Das ist wichtig, denn ganz frische Falter sehen natürlich besonders schön aus.

Am Freitag, 07. Juni 2019 fuhr ich also früh morgens um 6:30 Uhr zum Naturschutzgebiet Schlagenberg bei Stolberg. Der dortige Schwermetallrasen mit Galmeivegetation bietet zahlreichen hoch spezialisierten Pflanzen einen Lebensraum, z.B. dem Galmei-Veilchen und der Galmei-Grasnelke. Wenn man früh vor Ort ist, kann man den Schmetterlingen nach einer kühlen Nacht beim Aufwachen zuschauen. Dann sitzen sie oft mit ausgebreiteten Flügeln in der Vegetation und wärmen sich in der Morgensonne auf. Leider gab es einen heftig auffrischenden, böigen Wind, der das Fotografieren erheblich erschwerte. Da hilft nur: Luft anhalten, auf eine windstille Sekunde warten und – abdrücken. Dabei habe ich auch jede Menge (bestimmt 90 %) unbrauchbare Fotos produziert, was ja im Digitalzeitalter kein Problem mehr ist.

Beeindruckend war die hohe Zahl an Bläulingsarten auf dem Schlangenberg. Insbesondere den Lilagold-Feuerfalter kann man dort bewundern. Der metallische Glanz der Männchen variiert je nach Alter des Falters und nach je nach Lichteinfall zwischen kupferrot und violettrot. Hier eine Auswahl der Fotos (bitte anklicken)!

Veröffentlicht 11. Juni 2019 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Leuchtabend an der Naturschule Remscheid-Grund   1 comment

Am 31. Mai fand wieder unsere jährliche Nachtexkursion zur Naturschule Grund in Remscheid statt. Bestens umsorgt von Jörg Liesendahl, dem pädagogischen Leiter der Umweltbildungsstation, konnten wir wieder zahlreiche Nachtfalterarten an unseren mit UV-Lampen ausgestatteten Leuchttürmen bewundern. Wie kaum ein anderes Gelände in diesem Naturraum vereinigt das Grundstück der Schule zahlreiche Biotopformen auf kleinstem Raum: Feuchtgebiete, Laubmischwald, Bauerngarten, Heckenlandschaft und, auf dem nahe gelegenen Sportplatz, trocken-warme Kleinstbiotope. So standen dann auch um halb zwei in der Nacht gut 50 Großschmetterlingsarten auf der Liste – und das trotz aufklarendem Himmel und entsprechender Abkühlung. Hier ein paar Beispiele der beobachteten Nachtfalterarten (Fotos bitte anklicken!):



Die Artenliste, Stand 10. Juni 2019

KR-Nr wiss. Name Anzahl
3380 Nemophora degeerella (Linnaeus, 1758) 1
3770 Cauchas fibulella (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
3910 Nematopogon swammerdamella (Linnaeus, 1758) 5
7010 Monopis weaverella (Scott, 1858) 1
15280 Plutella porrectella (Linnaeus, 1758) 3
34190 Teleiodes luculella (Hübner, 1813) 1
44710 Cnephasia incertana (Treitschke, 1835) 1
45200 Eulia ministrana (Linnaeus, 1758) 1
47310 Celypha lacunana (Denis & Schiffermüller, 1775) 8
47940 Lobesia reliquana (Hübner, 1825) 1
50250 Notocelia rosaecolana (Doubleday, 1850) 1
50660 Ancylis diminutana (Haworth, 1811) 1
51440 Cydia pomonella (Linnaeus, 1758) 1
53230 Alucita hexadactyla Linnaeus, 1758 1
54850 Pterophorus pentadactyla (Linnaeus, 1758) 1
55500 Adaina microdactyla (Hübner, 1813) 1
55690 Aphomia sociella (Linnaeus, 1758) 1
61660 Scoparia basistrigalis Knaggs, 1866 7
62510 Crambus lathoniellus (Zincken, 1817) 1
66580 Eurrhypara hortulata (Linnaeus, 1758) 1
66800 Agrotera nemoralis (Scopoli, 1763) 1
69980 Pieris rapae (Linnaeus, 1758) 1
70240 Gonepteryx rhamni (Linnaeus, 1758) 1
74810 Thyatira batis (Linnaeus, 1758) 1
75030 Watsonalla binaria (Hufnagel, 1767) 3
75300 Ligdia adustata (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
75390 Macaria notata (Linnaeus, 1758) 1
75420 Macaria liturata (Clerck, 1759) 2
75470 Chiasmia clathrata (Linnaeus, 1758) 1
75960 Petrophora chlorosata (Scopoli, 1763) 1
76130 Opisthograptis luteolata (Linnaeus, 1758) 1
76470 Odontopera bidentata (Clerck, 1759) 1
76860 Biston betularia (Linnaeus, 1758) 1
77540 Peribatodes rhomboidaria (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
78000 Parectropis similaria (Hufnagel, 1767) 3
78280 Lomographa bimaculata (Fabricius, 1775) 1
78290 Lomographa temerata (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
78360 Campaea margaritata (Linnaeus, 1767) 2
80240 Cyclophora linearia (Hübner, 1799) 1
80280 Timandra comae A. Schmidt, 1931 1
81550 Idaea seriata (Schrank, 1802) 1
82490 Xanthorhoe designata (Hufnagel, 1767) 2
82520 Xanthorhoe spadicearia (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
82550 Xanthorhoe montanata (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
82750 Epirrhoe alternata (Müller, 1764) 1
83380 Ecliptopera silaceata (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
83680 Electrophaes corylata (Thunberg, 1792) 2
83850 Colostygia pectinataria (Knoch, 1781) 10
86560 Asthena albulata (Hufnagel, 1767) 1
87270 Pheosia tremula (Clerck, 1759) 2
87280 Pheosia gnoma (Fabricius, 1776) 1
87720 Moma alpium (Osbeck, 1778) 1
87780 Acronicta aceris (Linnaeus, 1758) 1
89940 Hypena proboscidalis (Linnaeus, 1758) 7
90080 Rivula sericealis (Scopoli, 1763) 3
90450 Diachrysia chrysitis (Linnaeus, 1758) 1
91140 Protodeltote pygarga (Hufnagel, 1766) 1
94560 Charanyca trigrammica (Hufnagel, 1766) 1
95050 Phlogophora meticulosa (Linnaeus, 1758) 1
97840 Oligia fasciuncula (Haworth, 1809) 3
100020 Mythimna albipuncta (Denis & Schiffermüller, 1775) 1
100380 Orthosia gothica (Linnaeus, 1758) 1
100680 Pachetra sagittigera (HUFNAGEL, 1766) 1
100820 Axylia putris (Linnaeus, 1761) 2
100860 Ochropleura plecta (Linnaeus, 1761) 2
100930 Diarsia rubi (Vieweg, 1790) 1
101990 Xestia c-nigrum (Linnaeus, 1758) 3
103480 Agrotis exclamationis (Linnaeus, 1758) 5
103870 Calliteara pudibunda (Linnaeus, 1758) 7
104990 Eilema sororcula (Hufnagel, 1766) 6
105670 Spilosoma lubricipeda (Linnaeus, 1758) 1
1001600 Thera variata/britannica ARTKOMPLEX 1
1003000 Oligia strigilis/latruncula/versicolor ARTKOMPLEX 5

Veröffentlicht 10. Juni 2019 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Exkursion ins Rotbachtal und zum Bürvenicher Berg am 26.05.2019   5 comments

Die diesjährige gemeinsame Exkursion der Botaniker und Entomologen des Naturwissenschaftlichen Vereins Wuppertal führte in das Rotbachtal bei Schwerfen in der Eifel und zum nahe gelegenen Bürvenicher Berg. Bei mäßig warmen Wetter und eher bedecktem Himmel hielt sich die Ausbeute aus schmetterlingskundlicher Sicht in Grenzen. Das relativ junge Naturschutzgebiet Rotbachtal (seit 2004) war vielen von uns nicht bekannt. Bei der Wanderung stellte sich heraus, dass das Tal einiges an Potential hat, jedoch die Tal- und Hangwiesen teilweise noch mit einem hohen Nährstoffgehalt zu kämpfen haben. Dennoch gab es eine Anzahl botanischer Highlights zu bewundern, z.B. eine Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum) kurz vor der Blüte. Abschließend ging es noch zu den Kalkmagerrasen am nahe gelegenen Bürvenicher Berg. Hier einige Fotos (für die Beschreibung bitte anklicken!)

 

Veröffentlicht 1. Juni 2019 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Eselswolfsmilch-Glasflügler in Massen   6 comments

Heute kam per Mail eine höchst bemerkenswerte Beobachtung von Willi Wiewel aus Duisburg herein,  die hier ungekürzt wiedergeben wird

habe heute erstmalig in diesem Jahr einen Versuch bei den Glasflüglern unternommen und gleich mit einem Überraschungsergebnis. Ich hatte zwar Fallen und Pheromone dabei, die brauchte ich aber nicht. Die Esels-Wolfsmilch in den linksrheinischen Wiesen in Duisburg-Rheinhausen saß voll mit den kleinen Glasflüglern. Bei etwa 23° C. konnte ich zwischen 15:30 und 17:00 Uhr gar nicht alle zählen, die sich an der Eselswolfsmilch bewegten und auch darauf saßen. Insgesamt bin ich auf ein Ergebnis von 46 Faltern dieser Art gekommen, wobei ich glaube, dass es eher die doppelte Anzahl war.
Ich muss dazu sagen, dass die blühende Euphorbia esula wohl in der Größe mehrerer Fußballfelder dort wächst, unglaublich, habe solche Mengen davon noch nie gesehen. An jedem Fleckchen dort waren auch Falter zu finden.
Zumindest wurde mir bestätigt, dass Ch. tenthrediniformis wohl 14 Tage früher fliegt, als Ch. empiformis. Das werde ich aber noch testen, wenn sich die Gelegenheit bietet.
Diese riesige Wolfsmilch-Fläche hatte ich schon vor einigen Wochen entdeckt. Da kam das gute Wetter heute gerade recht.

Veröffentlicht 18. Mai 2019 von williwiewel2018 in Glasflügler, Lebensräume, Phänologie

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