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Zwischen Magerrasen und Feuchtwiese: ein Wochenende im Eschweiler Tal   1 comment

Nach wochenlangem Regen und anhaltender Kälte mit einer Anmutung von November hatten wir am vergangenen Wochenende Glück: bei sonnigem Wetter führte uns die diesjährige Wochenendexkursion in das Eschweiler Tal bei Bad Münstereifel. Wir hatten auf blauen Dunst ein Ferienhaus gemietet, ohne zu ahnen, das sich dieses im Epizentrum der Artenvielfalt befand und über ein großes Grundstück mit Wald und einer Lichtung mit Orchideen und Schlüsselblumen verfügte. So konnten wir nachts bei Kaltgetränken direkt am Haus nach Nachtfaltern leuchten und tagsüber die fußläufig erreichbaren Kalkmagerrasen und Feuchtwiesen erkunden. Einziger Wermutstropfen: bei klarem Himmel sank die Temperatur nachts rasch auf unter zehn Grad, so dass die Ausbeute an Nachtfaltern nicht so üppig wie erhofft ausfiel. Dafür entschädigten aber die Sichtungen von seltenen Tagaltern wie dem Wegerich-Scheckenfalter und dem Schlüsselblumen-Würfelfalter. Außerdem entdeckten wir den tagaktiven Ginster-Fleckenzünsler (Eurrhypis pollinalis), den wir noch nie bewusst gesehen hatten. Erstaunlich auch, wie unterschiedlich Fauna und Flora auf nahe zusammenliegenden Biotopen, selbst bei ähnlicher Lage und Geologie, ausfallen können. Hier sieht man wieder einmal, dass Schmetterlinge auf viele Umweltfaktoren sensibel reagieren und sich die für sie ideale Nische aussuchen.

Auf dem Orchideen-Hotspot Kuttenberg begegnete uns noch eine weitere Spezies in sehr großer Zahl: Orchideenfreunde lagen mit Fotostudio-Equipment und Beleuchtungsassistent*innen im Hang, um die seltenen Mutanten und Hybriden (der Orchideen) abzulichten. Dies hat für spätere Besucher einen Vorteil: die platt gelegenen Stellen deuten auf die Präsenz einer Rarität hin. Offenbar hat diese Praxis den Pflanzen bisher nicht geschadet. Am letzten Tag konnten wir dann noch eine besondere Mission erfüllen: die Suche nach dem Blauschillernden Feuerfalter Lycaena helle im Lewertbachtal im Auftrag der Biostation Euskirchen. Immerhin konnten wir zwei Tiere finden und so unseren Beitrag zur LIFE helle Eifeltäler Synchronzählung beitragen. Kurz gesagt: Mission erfüllt! …und hier noch die Fotoausbeute (für die Beschreibung bitte anklicken).

Veröffentlicht 4. Juni 2021 von Tim Laußmann in Arten / Listen

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