Minensuche: Stigmella aceris und Stigmella ulmivora   Leave a comment

Nepticuliden (Zwergminiermotten) sind so ziemlich das mickrigste Kleinzeugs dass man sich vorstellen kann. Die Falter sind keine 2 Millimeter lang und echtes Luftplankton. Meinen höchsten Respekt haben die Menschen die es schaffen diese Tierchen auch noch sauber auf Nadeln zu präparieren und zu spannen. Das ist hohe Handwerkskunst!
Noch verrückter finde ich, dass diese kleinen Stäubchen komplette Vollinsekten sind, mit Flugapparat, Flügelschuppen, Fühlern, Strickleiternervensystem und allem was dazugehört. Da können sich die Maschinenbauer und Bioniker noch etwas abschauen, was die Miniaturisierung angeht!

Keine große Kunst ist der Nachweis dieser Arten im Herbst, über ihre Gangminen in verschiedenen Blättern der heimischen Laubgehölze. Über einige Arten, die man an Pappelblättern findet hat dankenswerter Weise schon Josef Bücker berichtet. Im Gefolge haben wir einige Nachweise zum Beispiel von Ectoedemia hannoverella bekommen, einer Art die im Tiefland ziemlich weit verbreitet zu sein scheint.
Häufig sind die Blattminen an den sogenannten „Fehlfarben“ im Herbstlaub zu erkennen sind: Wo die Raupe zwischen Blattober- und unterseite miniert hat, kann die Pflanze bei einsetzender Herbstfärbung den Blattfarbstoff Chlorophyll nicht mehr zurückziehen, es entsteht ein auffallen grüner Fleck auf den gelben Blättern.

Im folgenden mal zwei weitere Arten, deren Minen momentan leicht zu finden sind.

Stigmella aceris (Frey, 1857
Minen an Blättern von Spitzahorn und Feldahrn. Die Art bildet einen ziemlich langen, mehrere Zentimeter langen Gang, der oft einer Blattrippe folgt. Völlig abgefahren: Das glänzende Nepticuliden-Ei am Beginn des Fraßgangs, auf der Unterseite: Hier kommt meine Kamera an ihre Grenzen.


Stigmella ulmivora (Fologne, 1860)

An Blättern der Feld- und Bergulme, die zwar als blühender Baum sehr selten geworden ist, aber an vielen Stellen im Unterwuchs von Hecken und Feldgehölzen steht. Die Ulmen-Blätter sind am asymmetrischen Blattgrund leicht zu erkennen. Der englische Name „barred elm pigmy“ weist auf ein wesentliches Merkmal von S. ulmivora hin: Der Fraßgang wirkt durch den in dichtem Zickzack abgelegten Kot der Raupe gestreift, „barred“.

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Veröffentlicht 29. Oktober 2018 von Armin Dahl in Mikros

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