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Neues bei nrw.observation.org   Leave a comment

Hallo zusammen,
mit den öffentlichen Datenbanken geht es weiter voran! Heute erreichte mich ein Mail vom unermüdlichen Uli Haese, der einer der Antreiber bei observation.org bzw. dem NRW-Ableger nrw.observation.org ist: Die Naturschutzgebiete in Nordrhein-Westfalen liegen jetzt als eigene Gebiete in observation vor, bereit für Eure Dateneingaben.

https://observation.org/gebied/view/601631 beispielsweise ist das NSG Spörkelnbruch vor meiner Balkontüre. Und der einzige Grund warum da bisher so wenige Bebachtungen gemeldet sind, ist, daß ich meinen Leuchtturmstandort und die Köderstrecke direkt am Haus habe und nicht im Naturschutzgebiet:
Für den Spörkelnbruch gibt es noch ein Extra -Gebiet, das ich selbst angelegt habe. https://observation.org/gebied/view/258150.  Mal schnell hineingeschaut, finden sich da aus 2018 etwa 2800 Beobachtungen und über 400 Belegfotos, etliche davon sind mit dem Handy geschossen und mit der app von observation hochgeladen worden.
Das Arbeiten mit der App gewöhnt man sich rascher an als ich erwartet hätte, und deshalb kommen jetzt alle möglichen Frostspanner und anderes Ungeziefer von den Bushaltestellen und Bahnhöfen der Region in die Datenbank. So kann ich selbst der Verspätung des öffentlichen Nahverkehrs ab und zu noch was Gutes abringen, wie zum Beispiel vor Kurzem den Fund von Lithophane leauteri.

Agriopis bajaria, Winningen, Rastplatz Moseltal, 30.11.2018 (Foto:Dahl)


Das Jahr ist soweit gelaufen, es geht ans Aufräumen, Bilder sortieren und Literaturrecherche. Einen Falter muss ich Euch aber noch zeigen, den habe ich mir mit einem Abstecher an die Mosel am 30. November besorgt: Der Braune Breitflügelspanner Agriopis bajaria ist ausgesprochen unscheinbar, aber als frisches Tier wunderbar glänzend und nicht mit den Frostspannern zu verwechseln. Die Wärme liebende A. bajaria wurde in der Region zuletzt von Hans-Joachim Weigt im Raum Hagen (Iserlohn, Letmathe-Sonderhorstberg) nachgewiesen, könnte also theoretisch dort in den Steinbrüchen noch herumschwirren. Die Flugzeit fällt zusammen mit der als „Nikolausfalter“ bezeichneten Alsophila aceraria, die in der Region ebenfalls verschollen ist. Aber das muss nichts heißen, denn wer geht schon im Dezember leuchten?

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Veröffentlicht 11. Dezember 2018 von Armin Dahl in Arten / Listen, Auf Tour, Spanner

Zug um Zug voran   Leave a comment

Schachbrett, Schmetterling des Jahres 2019 (Foto: Tim Laussmann)

Das Schachbrett, das heute von der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-westfälischer Lepidopterologen und der BUND NRW Naturschutzstiftung als Schmetterling des Jahres aus der Taufe gehoben wurde, hat für mich so ein bisschen Symbolcharakter. Zum einen ist festzuhalten, dass etliche der zum Abdrucken angebotenen Bilder sozusagen aus regionaler Produktion stammen, von den Kollegen Ludger Wirooks, Tim Laussmann und Andreas Kolossa, die entweder im Niederbergischen wohnen oder – wie Ludger Wirooks – im Gebiet ihre Untsuchungsflächen haben (Klimamonitoring Düsseldorf). Tolle Fotos, Kollegen!

Zum anderen habe ich den Beitrag auf der Melanargia-Webseite dazu benutzt, um mal ein wenig den Focus auf die Zukunft der Schmetterlingsdaten zu richten. Denn wir arbeiten seit ungefähr zwei Jahren am Projekt Schmetterlinge Deutschlands, das sich angesichts föderaler Strukturen und unterschiedlichster Systemanforderungen am Anfang etwas zäh gestaltet hat.

Aber nach etlichen Treffen und tausendfachem Mailgewitter nimmt das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Projekt, mit dem im Endeffekt die Rote Liste der Schmetterlinge der Bundesrepublik im Jahr 2020 erstellt werden soll, so langsam Fahrt auf.

Waren bisher die Verbreitungsangaben für die Arten auf die verschiedensten Webseiten verstreut, so kann man sich jetzt einen bundesweiten Überblick verschaffen, hier einmal exemplarisch am Schachbrett demonstriert.

EDV-Details erspare ich Euch, aber es geht voran beim zusammenführen unserer Beobachtungsdaten, und in ein paar Jahren klappt das vielleicht alles automatisch. Dann ist vielleicht mal Schluß mit dem ständigen Hin und Her von Importtabellen, Excel-Bastelarbeiten und anderen Zeit fressenden Beschäftigungen. Schaut man sich an, wie professionell Geocacher, Fahrradfahrer und anderen Hobby-Gruppen mit EDV ausgerüstet sind, kann man eh nur den Kopf schütteln, wie unprofessionell die nach meinem Verständnis staatliche Aufgabe der Insektendaten bisher behandelt wurde.

Aber momentan sind Insekten-Themen angesagt, ich hoffe, dass dem Bundesamt der Geldhahn nicht so schnell zugedreht wird und es nach der „Roten Liste 2020“ vernünftig weitergeht.

Wer Lust hat sich das Portal schmetterlinge-d.de mal anzuschauen: Nicht alles ist perfekt, und nicht alle Landesdaten sind bereits integriert. Aber alles was an Falterfunden in den vergangenen  Jahren über meinen Schreibtisch gegangen ist, sollte enthalten sein, ob aus Niedersachsen oder Hessen, oder sonstwo auf deutschem Gebiet. Man kann Einzeldaten und ganze Listen eingeben, und auch seine kompletten (Insectis-)Daten importieren. Wer will, kann sich bei der Validierung und Qualitätskontrolle verdient machen, zum Beispiel für eine bestimmte Region oder Faltergruppe.

Die Programmierer haben jedoch noch eine lange Liste von Anforderungen und Wünschen abzuarbeiten, das Portal ist auf neudeutsch noch „work in progress“. Bis dahin machen wir hier erst mal so weiter wie bisher. Wer also für 2018 schon alle seine Daten zusammen hat, kann mir die gerne schicken, die „langen Winterabende“ sind in den vergangenen Jahrn immer erstaunlich schnell vorbei gegangen.

Veröffentlicht 22. November 2018 von Armin Dahl in mehr Lepis, Tagfalter

Haariges im November   Leave a comment

Der S-Bahnhof Millrath ist kein Platz an dem man sich freiwillig aufhält. Eine zugige gekachelte Unterführung, Sprayer haben die Wände verziert, die Mülleimer quellen ständig über, manchmal riecht es etwas streng nach Eishockey- oder Fußballfan. Ein schäbiger Platz, hinzu kommt eine Menge mäßig gut gelaunter Leute, die zur Arbeit oder nach Hause hasten. Jeder plant so knapp es geht, und bei dem dichten Takt der Züge am Morgen ist auf dem Parkplatz und Bahnhof ein ständiges Gerenne der arbeitenden Bevölkerung, Schüler etc. im Gang.
Spinnweben hängen von der Decke, die Beleuchtung ist sparsam, wenn nicht gerade kaputt. Da muss man schon ein bisschen Nerven haben, um die Lampen und Wände jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit gründlich abzusuchen. Es bringt einem viele merkwürdige Blicke ein, wenn man mit der Handy-Taschenlampe die Wände und Ecken ableuchtet. Aber das kratzt mich nicht, wo Spinnen sind, da sind auch immer irgendwo Schmetterlinge, und das ist das einzige was zählt.

Lithophane leautieri sieht aus wie eine schmale spitzflügelige Asteroscopus spinx. Millrath, S-Bahnhof, 7. November 2018 (Handyfoto : Armin Dahl)

Seit Mai 2018 habe ich dort bis jetzt 28 Arten festgestellt, man bekommt mit der Zeit einen Blick dafür wo die Falter sitzen. Ausserdem ist das Ganze ein Lehrstück dafür, wie empfindlich die einzelnen Arten auf Dauerbeleuchtung und Lichtverschmutzung reagieren: Manche Arten (z.B. Wurzelbohrer) sitzen tagelang wie festgeschraubt am gleichen Fleck, andere fliegen sofort ab wenn man sich nähert. Abgesehen davon ist die Bahnstrecke Düsseldorf >> Erkrath >> Wuppertal und das nahegelegene Neandertal eine der großen Einflugschneisen und Wanderrouten für eine Reihe von Arten, die aus dem Rheintal heraus in höhere Lagen vordringen.

Heute gabs dann eine echte „Rakete“, den Erstnachweis der Zypressen-Holzeule Lithophane leautieri (BOISDUVAL, [1829]) fürs Bergische Land. Nachdem Willi Wiewel am 18. Oktober 2015 mit einem Falter am Köder in Duisburg-Wanheim den Erstnachweis für Deutschland erbracht hatte, scheint die Art sich relativ rasch auszubreiten. Ich kenne die Art von der Bretagne-Küste, dort leben die Raupen vom L. leautieri in den als Windschutz angepflanzten Zypressen-Hecken. Geht man mal davon aus dass sich der Falter in der Umgebung entwickelt hat, kommt der in Sichtweite gelegene Parkfriedhof in Frage, mit seinem großen Bestand verschiedener friedhofstypischer Nadelgehölze, oder der Siedlungsbereich von Erkrath-Millrath.

Veröffentlicht 7. November 2018 von Armin Dahl in Arten / Listen, Eulenfalter

Minensuche: Stigmella aceris und Stigmella ulmivora   Leave a comment

Nepticuliden (Zwergminiermotten) sind so ziemlich das mickrigste Kleinzeugs dass man sich vorstellen kann. Die Falter sind keine 2 Millimeter lang und echtes Luftplankton. Meinen höchsten Respekt haben die Menschen die es schaffen diese Tierchen auch noch sauber auf Nadeln zu präparieren und zu spannen. Das ist hohe Handwerkskunst!
Noch verrückter finde ich, dass diese kleinen Stäubchen komplette Vollinsekten sind, mit Flugapparat, Flügelschuppen, Fühlern, Strickleiternervensystem und allem was dazugehört. Da können sich die Maschinenbauer und Bioniker noch etwas abschauen, was die Miniaturisierung angeht!

Keine große Kunst ist der Nachweis dieser Arten im Herbst, über ihre Gangminen in verschiedenen Blättern der heimischen Laubgehölze. Über einige Arten, die man an Pappelblättern findet hat dankenswerter Weise schon Josef Bücker berichtet. Im Gefolge haben wir einige Nachweise zum Beispiel von Ectoedemia hannoverella bekommen, einer Art die im Tiefland ziemlich weit verbreitet zu sein scheint.
Häufig sind die Blattminen an den sogenannten „Fehlfarben“ im Herbstlaub zu erkennen sind: Wo die Raupe zwischen Blattober- und unterseite miniert hat, kann die Pflanze bei einsetzender Herbstfärbung den Blattfarbstoff Chlorophyll nicht mehr zurückziehen, es entsteht ein auffallen grüner Fleck auf den gelben Blättern.

Im folgenden mal zwei weitere Arten, deren Minen momentan leicht zu finden sind.

Stigmella aceris (Frey, 1857
Minen an Blättern von Spitzahorn und Feldahrn. Die Art bildet einen ziemlich langen, mehrere Zentimeter langen Gang, der oft einer Blattrippe folgt. Völlig abgefahren: Das glänzende Nepticuliden-Ei am Beginn des Fraßgangs, auf der Unterseite: Hier kommt meine Kamera an ihre Grenzen.


Stigmella ulmivora (Fologne, 1860)

An Blättern der Feld- und Bergulme, die zwar als blühender Baum sehr selten geworden ist, aber an vielen Stellen im Unterwuchs von Hecken und Feldgehölzen steht. Die Ulmen-Blätter sind am asymmetrischen Blattgrund leicht zu erkennen. Der englische Name „barred elm pigmy“ weist auf ein wesentliches Merkmal von S. ulmivora hin: Der Fraßgang wirkt durch den in dichtem Zickzack abgelegten Kot der Raupe gestreift, „barred“.

Veröffentlicht 29. Oktober 2018 von Armin Dahl in Mikros

Letzte Mohikaner und Minensuche   8 comments

Cupido argiades, Dormagen, Wahler Berg, 30 September 2018. (Foto: Armin Dahl)

Den ersten Kurzschwänzigen Bläuling habe ich in diesem Jahr am 6. Mai gesehen, auf der Wiese vor meinem Wohnzimmer in Haan. Den vorläufig letzten gestern, am 30 September 2018, in einem Ackerrandstreifen am Wahler Berg in Dormagen. Wieviele Generationen der Falter im Supersommer 2018 hinbekommen hat, kann ich zwar nicht abschätzen, aber ich schätze mal eher vier als drei. Das ganze Phänomen der Ausbreitung von Cupido argiades finde ich nach wie vor unfassbar, bedenkt man wie selten der Falter noch in den 90ern in Deutschland war.

Andere Arten kommen da nicht mit, warum zum Teufel profitiert das Kleine Wiesenvögelchen nicht vom Klimawandel? Obwohl ich vor der Haustür die schönste Magerwiese habe, muss ich immer fast bis an den Rhein fahren, wenn ich einen Falter der Art sehen will. C. pamphilus, der mal überall im Grünland häufig war, ist ganz offensichtlich nicht ausbreitungsstark genug, um die paar Kilometer Luftlinie von den Rheindeichen bis nach Haan zu expandieren. Auch C. pamphilus macht mindestens drei Generationen durch, und fliegt aktuell noch auf den rheinnahen Trockenwiesen, wo es noch keinen Reif oder Bodenfrost gab.

Übrigens: Wem langweilig ist, weil draußen nur noch wenige Arten fliegen, oder das Wetter schlecht wird, der kann ja bei den anderen Entwicklungsstadien noch eine Weile weitermachen: Momentan sind zum Beispiel die Minen von Parectopa robiniella zu finden, zumindest in den wärmeren Regionen am Rhein entlang:  Die Art hat ebenfalls eine rasante Ausbreitungsgeschichte hinter sich, hat in diesem Jahr anscheinend die kompletten Niederlande erobert.

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Veröffentlicht 1. Oktober 2018 von Armin Dahl in Mikros, Phänologie, Tagfalter

Übersehen, Ausbreitung, Wanderung?   1 comment

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Blick aus dem Küchenfenster auf die trockene „Heide“

Meine Lichtfalle ist umgezogen. Bisher hing sie im Garten an der Hecke oder unter den Obstbäumen, angrenzend kommen die Feuchtwiesen des FFH-Gebiets Spörkelnbruch, und in der Lebendfalle fanden sich immer viele Feuchtgebietsarten. Beim Leeren bekam ich regelmäßig nasse Füße, keine 50m hinter dem Haus herrscht bei klarem Wetter immer starker Taufall.

Jetzt hat das gute Stück den Platz gewechselt. hängt auf der trockenen Schafweide oberhalb vom Haus, der Höhenunterschied ist zwar nur marginal, der Effekt jedoch gewaltig;: Der Taufall ist dort viel geringer, die Nachttemperaturen gefühlt 2-3 °C höher, und die Füße bleiben morgens trocken.

Spodoptera exigua, Haan, Spörkelnbruch, 17. September 2018 (Foto: Armin Dahl)

Drei Nächte hängt sie jetzt am neuen Platz, und schon sind die ersten wärmeliebenden „Raketen“ drin: Spodoptera exigua ist eine weltweit verbreitete Art die den Deutschen Namen Knöterich-Seidenglanzeule abbekommen hat. Im Englischen Sprachraum klingt das schon ganz anders:  da heißt das Tierchen „Beet Armyworm“, was darauf hindeutet dass es Nutzpflanzen aus der Kohlverwandschaft und Rüben befällt  (Beta vulgaris) und zu Massenvermehrungen neigt. Das unangenehme dabei: Die Raupen von S. exigua bohren sich in die Stengel und Wurzeln ein und das befallene, löcherige Gemüse lässt sich hinterher nicht mehr verkaufen. Gefressen wird so ziemlich alles was grün ist, Luzerne, Kartoffeln, Zwiebeln, Paprika, Salat, Erbsen, Mais etc. Regelmäßig im Herbst tauchen einzelne Tiere von S. exigua in unserer Region auf, Vermehrungsnachweise oder gar Populationen gibt es meines Wissens aber nicht.

Eugnorisma glareosa

Eugnorisma glareosa, Haan, Spörkelnbruch, 17. Sdeptember 2018 (Foto: Armin Dahl)

Noch besser aber der Fund von Eugnorisma glareosa, ein Tier das hier herum noch nie gefunden wurde. Ein typischer Tier trockener Heiden, auch die warmen Steilhänge des Mittelrhein- und Moseltales sind besiedelt, und die warmen Kalk-Halbtrockenrasen der Eifel. Nach momentanem Kenntnisstand ist das der nördlichste Fundort in der Rheinschiene, bisher kannten wir die Graue Spätsommer-Bodeneule nur aus der Delbrücker Heide.

Nun ist die Wiese vor meinem Küchenfenster zufälligerweise einer der letzten nördlichen Zipfel der Bergischen Heideterrasse,  der nicht vom Wald erobert oder unter dem Siedlungsbrei verschwunden ist. Und ich mache ein paar Meter weiter seit diesem Jahr den Versuch, die typischen Pflanzen trockener Sandheiden hier wieder zu etablieren. Ob Eugnorisma glareosa sich nun nordwärts ausgebreitet hat, oder erst jetzt entdeckt wurde, seitdem die Lichtfalle über der trockenen Wiese hängt, bleibt vorerst ungeklärt. Wie dem auch sei, für beide oben erwähnte Arten gilt: Herzlich willkommen!

Veröffentlicht 18. September 2018 von Armin Dahl in Eulenfalter, Wanderfalter

Das Blaue Wunder an der Garagenwand   3 comments

Wir fahre viel herum, um seltene Arten zu sehen. Mittelrhein, Mosel, Sieg, Hohes Venn, jedes Jahr gehen etliche Tankfüllungen für das Hobby drauf, von der aufgewendeten Zeit mal gar nicht gesprochen. Bis in die Hohe Rhön nach Thüringen bin ich in diesem Jahr gefahren, um mal ein Blaues Ordensband zu sehen. Eigentlich überflüssig, es reicht auch eine eine normale Lampe an der Garage, und der Rest ist Routine!

Catocala fraxini – Blaues Ordensband Wuppertal-Barmen, 11. September 2018 (Foto: Ludger Buller)

Denn es geht natürlich auch anders, wie man sehen kann: Ludger Buller aus Wuppertal hat keine exquisite Wohnlage, lebt in einem normalen gut durchgrüntes Wohnviertel in Wuppertal-Barmen, die Barmer Anlagen und der Kothener Wald liegen in fußläufiger Entfernung. Nix dolles, würde man denken.

Aber von wegen: Alleine durch regelmäßiges Beobachten am Haus lassen sich auch in „normalen“ Gebieten tolle Arten nachweisen, nach denen sich der eine oder andere erfahrene Faunist die Finger lecken würde. Denn die meisten der angeblich verschwundenen einheimischen Nachtfalterarten sind nicht komplett ausgestorben, sondern leben nur unter der Wahrnehmungsschwelle. Und kommt ein gutes Jahr wie 2018, dann bekommt man sie zu Gesicht – vorausgesetzt man geht allmorgendlich seine Runde und kontrolliert alle Lampen in der Umgebung.

 

Veröffentlicht 11. September 2018 von Armin Dahl in Eulenfalter