Archiv für die Kategorie ‘Mikros

Die Mikros machen den Unterschied   Leave a comment

Ein Abend nach dem Ende der April-Dürre 2020, nach den ersten Schauern, dazu in einem schönen ehemaligen Kalksteinbruch, halbwegs warm, mit reichlich Licht. Und dann das: Praktisch Null Anflug! Nach einer Stunde Lichtfang magere fünf Arten auf dem Zettel, beziehungsweise im Kopf, einen Zettel braucht man dafür nicht.
Auch nach 15 Jahren Lichtfang erlebe ich immer wieder negative Überraschungen, was die Erwartungen zu den Falterzahlen bei bestimmten Wetterlagen angeht. Liegts am Mond, am Niederschlag, am Luftdruck, was auch immer: An manchen Tagen steht man sich einfach die Beine in den Bauch, und an den Lampen tut sich praktisch nichts!

Nach drei Stunden ging der Anflug wenigstens ein bisschen los, am Ende waren es dann immerhin über 25 Arten, inklusive Kleinschmetterklinge versteht sich. Ein Skandal bei vier Leuchttürmen plus Lichtfalle. Bei den Mikros lohnt es sich allerdings immer mal wieder, genau hinzuschauen: Von der kleinen, goldglänzenden Faulholzmotte Crassa tinctella gab es aus dem Niederbergischen bisher keinen Nachweis. Im Unterschied zur ähnlichen, aber später fliegenden Crassa unitella sitzt die C. tinctella mit dem Abdomen nach unten, Kopf und Thorax sind gleichfarbig goldgelb (unitella: Kopf orange).

Crassa tinctella: Haan, Grube 10, 28. April 2020 (Foto: Armin Dahl)

Alle Beobachtungen aus der Grube 10 vom gestrigen Abend findet ihr unter https://observation.org/gebied/view/259533

Veröffentlicht 29. April 2020 von Armin Dahl in Arten / Listen, Mikros

Neuigkeiten aus der Ohligser Heide   2 comments

Der April 2020 wird wahrscheinlich in die Geschichte eingehen als Monat mit sehr vielen außergewöhnlichen Beobachtungen

Sei es aufgrund des fantastischen Frühsommer-Wetters oder wegen der hohen Beobachter-Aktivität, bedingt durch die Corona-Pandemie, die die Leute in die Wälder oder in ihre eigenen Gärten treibt.

Gerade mal vier Kilometer Luftlinie  trennen meinen Garten vom gestrigen Leuchtplatz in der Ohligser Heide, und man sollte meinen, dass wir die Umgebung in den vergangenen 15 Jahren ausreichend beackert haben. Aber immer wieder wird man von Neufunden überrascht, das ist ja ein Teil des Spaßes bei der Beschäftigung mit den Schmetterlingen und Motten. Die „Großen Brocken“ wie Nagelfleck und Nachtpfauenauge sind immer ein Ereignis. Besonders schön ist es aber, wenn man lebensraumtypische (Heide-)Arten findet, die seit langem nicht mehr beobachtet wurden. Im speziellen Fall mal wieder ein Mikro, Ancylis uncella, zuletzt von Biesenbaum 1969 aus der Region gemeldet.

Hier ein paar Falter vom gestrigen Abend, die Handyfotos sind von mäßiger Qualität, aber die Kamera lag leider zu Hause…

 

 

Veröffentlicht 17. April 2020 von Armin Dahl in Arten / Listen, Lebensräume, Mikros, Spinner

Hurra! wir leben noch   5 comments


„Wie stark ist der Mensch? Wie stark?
In der Not hilft weder Zorn, noch lamentieren.
Wer aus lauter Wut verzagt und nichts mehr tut,
Der wird verlieren.“

Wenn Tim Laußmann in diesem Blog anfängt, den Papst zu zitieren, dann wirds richtig ernst! Da  möchte ich nicht zurückstehen und empfehle Euch heute die italienische Sängerin Milva, Jahrgang 1939, die  – mal abgesehen von dem eingebetteten Video – seinerzeit mit Mikis Theodorakis und Astor Piazolla  auch wirklich gute Musik gemacht hat.

Wer nichts mehr tut, der wird verlieren: Unter dieses Motto kann man vielleicht die kommenden Wochen stellen, in denen alle Veranstaltungen und Exkursionen wegen der Corona-Epidemie abgesagt sind, und viele von Euch zu Hause sitzen. Die Decke fällt einem auf den Kopf, und draußen ist es auch noch eisekalt, die Schönwetterperiode im März 2020 hat erst mal ein Ende gefunden. Jetzt kommt die politisch völlig unkorrekte, aber auch vom Deutschen Wetterdienst verwendete „Russenpeitsche“ mit arktischer Kaltluft. Zeit also die vielen Bilder zu sortieren, nachzubestimmen, oder sich im Internet ein wenig umzusehen.

Zum Beispiel im Portal observation.org, das mittlerweile für alle Bundesländer eigene Unterseiten hat. So finden sich zum Beispiel in nrw.observation.org über 44.000 Tagfalterbeobachtungen aus Nordrhein-Westfalen. Darunter sind alleine im Frühjahr 2020 über 70! Beobachtungen vom Großen Fuchs, der damit zwischen Emsland und Eifel deutlich häufiger beobachtet wurde als der Kleine Fuchs (13 Beobachtungen).

Woran das liegt kann vorerst niemand sicher erklären, C-Falter, Waldbrettspiel, Landkärtchen hatten alle schon mal schlechte Zeiten mit wenigen Nachweisen, das Kleine Wiesenvögelchen und der Mauerfuchs scheinen sich in der Region gaaanz langsam zu erholen. Der Große Fuchs war jahrzehntelang verschwunden und ist heute wieder zurück, den Scheckenfaltern wie Melitaea cinxia ist das bisher nicht gelungen. Die Vorkommen vom Kleinen Fuchs machen in den vergangenen Jahren starke Häufigkeitsschwankungen durch, jedenfalls in unserer Region. In der Eifel kann das Ganze schon wieder völlig anders aussehen, dort ist der Kleine Fuchs nach meiner Einschätzung stetiger und häufiger – die langfristigen Bestandsschwankungen vieler Tagfalterarten bleiben ein Mysterium.

Zum Abschluss aber noch ein Bild aus Wuppertal, von der Gleisbrache in Vohwinkel, wo vor 16 (!) Jahren am 17. April ein Weibchen von Saturnia pavonia ans Licht kam.. Ziemlich genau drei phänologische Wiochen früher, am 28. März 2020, saß dort wiederum ein Männnchen des Kleinen Nachtpfauenauges in der Pheromonfalle von Armin Radtke.

Veröffentlicht 29. März 2020 von Armin Dahl in Mikros, Phänologie, Spinner, Tagfalter

Wintersport: Minensuche am Feuerdorn   2 comments


Ein bisschen aus der Mode gekommen ist er, der Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea). Zu meinen Kinderzeiten stand in jedem Vorgarten so ein Busch, bei uns zu Hause direkt neben dem Futterhäusschen für die Vögel. Und wenn die Amseln im Winter nichts mehr zu fressen hatten, dann kam der Tag an dem sie zuerst die Beeren am Ilex und danach die am Feuerdorn plünderten, dessen dekorative, erbsengroße orange Früchte als Notvorrat dienten.  Bei uns Kindern war der Feuerdorn nicht so beliebt: Wer da beim Spielen hineinfiel hatte länger etwas davon, der Busch trägt wie etliche andere Rosengewächse eine tückische Bewaffnung aus Sprossdornen, ähnlich wie Weißdorn und Schlehen.

In der Haaner Innenstadt stehen an ein paar Stellen noch Feuerdorne, meist neben Parkplätzen, wahrscheinlich als Sichtschutz und damit die Menschen nicht durch die Hecke laufen, siehe oben. Einer der Büsche direkt an der Hauptstraße war heute das Ziel meiner Suche, die ganze 10 Sekunden dauerte. Schon beim ersten Hingucken sprangen sie mir ins Auge, die pergamentartigen Minen auf der Blattoberseite der Blätter, und in drei Minuten hatte ich ca. 20 Stück davon in einem einzigen Busch entdeckt: Phyllonorycter leucographella, die Feuerdorn-Faltenminiermotte, ist hier herum offenbar ziemlich häufig.

Und wie bei Blattminierern so üblich, sind die Kenntnisse über die Verbreitung in Deutschland rudimentär, kaum jemand beschäftigt sich mit diesen Winzlingen, was es zu ändern gilt. Die Minen von P. leucographella finden sich im Winter am (immergrünen!) Feuerdorn, im Sommer auch an anderen  Rosengewächsen. Die Raupe lebt zwischen Blattober- und Unterseite, späte Stadien tragen auffallende dunkle Schilder auf der Rückseite. Die Mine befindet sich auf der Blattoberseite und ist von unten kaum zu erkennen.
Mit 7-8 Millimetern Spannweite ist der Falter etwa so dick wie eine Stecknadel, winzig aber wunderschön rehbraun mit weißen Streifen gezeichnet (griechisch Λευκός leucos = weiß, γραφή graphe = Schrift).

Die Art bildet offenbar zwei Generationen aus und eine ausgedehnte Flugzeit. Der Typenfundort liegt in Montenegro, der Erstnachweis für Deutschland erfolgte 1983, die Art hat sich hier wohl mit dem Zierpflanzenbau ausgebreitet. Ich wünsche viel Spaß bei der Suche!

Veröffentlicht 17. Januar 2020 von Armin Dahl in Blattminierer, Mikros

Sergeant-Major am Schneckenklee: Grapholita compositella   1 comment

Kleewickler Grapholita compositella, Haan, 1. Mai 2019 (Foto: Armin Dahl)

Ein winziges Stäubchen, das in hohem Tempo in einer im Vorjahr eingesäten Wiese herumsaust und sich trotz der geringen Größe nur im Sprintmodus einfangen lässt: Noch vor wenigen Jahren hätte ich dieses Tierchen einfach ignoriert, einer von vielen Mikros halt.

Heute weiss ich allerdings daß die „Mikros“ zum einen deutlich bunter oder auffälliger gezeichnet sind als die größeren „Makros“ unter den Motten. Und ausserdem sind viele Arten pflanzenspezifisch: Blattwickler, Miniermotten und andere leben oft nur an einer einzigen Pflanzenart oder -gattung, und man kann aus ihrem Vorkommen Rückschlüsse auf die Lebensräume ziehen.

Also musste das kaum erkennbare Tierchen doch noch zum Fototermin eingeladen werden, und erst dabei kam die wunderschöne Zeichnung zum Vorschein.

Grapholita compositella trägt auf dem Rücken vier auffällige Querstreifen, und hat deshalb von den Nachbarn aus den Niederlanden den einprägsamen Namen Sergeant-majoortje“ bekommen: Der Sergeant-Major, im Deutschen würde man ihn etwa mit „Oberstabsfeldwebel “ übersetzen, ist beim Militär der höchste Dienstrang der Unteroffiziere und hat als Rangabzeichen auf den Schulterklappen die vier angesprochenen Querstreifen.

Es gibt nur einen Dienstgrad der noch mehr Streifen auf den Klappen trägt, fünf Schrägbalken in Form der belgischen Kartoffelstäbchen hat der „Oberstabsgefreite“, der deshalb schon zu meiner Bundeswehrzeit als „Pommes-General“ verspottet wurde. Oberstabsgefreite bei der Marine haben zusätzliche Streifen, und deshalb den Spitznamen „Nato-Zebra“. Aber das nur nebenbei, hier geht es ja nicht um Säugetiere.

Grapholita compositella fliegt nach SCHÜTZE als Falter in zwei Generationen von April bis August: Die Raupe lebt zwischen den Gipfelblättern von Medicago sativa (Schneckenklee) versponnen, im Lepiforum gibt es auch etliche Bilder mit Befallspuren von Rotklee (Trifolium pratense). In Nordrhein-Westfalen gibt es nur relativ wenige Nachweise, was an der mangelnden Durchforschung liegen dürfte: In den Niederlanden ist der Falter flächendeckend verbreitet.

 

 

Veröffentlicht 4. Mai 2019 von Armin Dahl in Arten / Listen, Mikros

Bergische Heideterrasse zwischen Friedhof, Autobahn und Deponie   Leave a comment

Die Planung für die Feldsaison 2019 läuft! Heute habe ich mir einen kleinen Auslüfte-Spaziergang gegönnt, in eine Ecke des Kreises Mettmann, in die man normalerweise freiwillig keinen Fuß setzt.
Auf dem Luftbild ist zwischen Rhein und Wupper im Raum Monheim-Leichlingen fast nur Siedlungsbrei zu erkennen, hier geht auch gewerbetechnisch voll die Post ab. Das Gelände ist eben, Autobahnen und Bahnstrecken reichlich vorhanden, und Städte wie Monheim laden mit niedrigen Steuern zum Flächenfraß ein: Naturschutz findet hier nur auf winzigen Restflächen statt.
Der Kapeller Weg in Langenfeld endet am Kommunalfriedhof, immerhin ist hier ein wenig Wald übriggeblieben. Aber die Autobahnen A3 und A542 rauschen mächtig im Hintergrund, hier möchte ich jedenfalls nicht begraben sein. Im weiteren Verlauf heißt die Straße „An der Glashütte“, und hier muss er irgendwo sein, der klägliche Rest der „Leichlinger Sandberge„.
Die „Berge“ sind eigentlich nur ein paar ehemalige Dünen entlang des Rheins, mittlerweile ist fast alles ein Opfer der Baustoff- und Glasindustrie geworden. Dafür entstehen neue Berge: Trotz jahrzehntelanger Proteste der Initiative „Rettet die Sandberge“ wurde und wird in Langenfeld der zweite Bauabschnitt der Mülldeponie aufgebaut, bis 2030 soll es dort noch weitergehen mit Verfüllen und Rekultivieren.

Immerhin ist im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen ein kleiner Ersatzlebensraum entstanden, ein südostexponierter, sonniger Sandhang, dort hat die Zauneidechse ein kleines Refugium bekommen. Und dort finden sich vielleicht auch noch Reste der ehemaligen Schmetterlingsfauna der Sandberge, zum Beispiel der im STAMM (1981) beschriebene Rotrandbär Diacrisia sannio, der früher in der Region anscheinend verbreitet war. Hier mal eine Auswahl der im STAMM genannten (und bisher nicht edv-mäßig erfassten) Fundorte: Düsseldorf-Eller; Hildener Heide; Sandberge/Leichlingen; Wipperfürth; Ronsdorf; Radevormwald.

Momentan fliegt praktisch nichts, aber trotzdem gilt die Regel: Kein Spaziergang ohne Datensatz! Und auch der winterlich kahle Buchenwald am Spürklenberg liefert innerhalb weniger Sekunden ein erstes Ergebnis: Zimmermannia liebwerdella, die Buchenrinden-Zwergminiermotte, kommt hier reichlich vor. Dieses winzige Luftplankton habe ich als Falter zwar noch nie gesehen, aber ihre Minen verzieren die nach Süden zeigende Seite der Stämme, und der Fund liefert ein weiteres kleines Kästchen auf der Verbreitungskarte.

Minen von Zimmermannia liebwerdella (ZIMMERMANN, 1940), Langenfeld, Spürklenberg, 27. Dezember 2018 (Foto: Armin Dahl)

Minen von Zimmermannia liebwerdella (ZIMMERMANN, 1940), Langenfeld, Spürklenberg, 27. Dezember 2018 (Foto: Armin Dahl)

Veröffentlicht 28. Dezember 2018 von Armin Dahl in Auf Tour, Heideterrasse, Lebensräume, Mikros

Minensuche: Stigmella aceris und Stigmella ulmivora   Leave a comment

Nepticuliden (Zwergminiermotten) sind so ziemlich das mickrigste Kleinzeugs dass man sich vorstellen kann. Die Falter sind keine 2 Millimeter lang und echtes Luftplankton. Meinen höchsten Respekt haben die Menschen die es schaffen diese Tierchen auch noch sauber auf Nadeln zu präparieren und zu spannen. Das ist hohe Handwerkskunst!
Noch verrückter finde ich, dass diese kleinen Stäubchen komplette Vollinsekten sind, mit Flugapparat, Flügelschuppen, Fühlern, Strickleiternervensystem und allem was dazugehört. Da können sich die Maschinenbauer und Bioniker noch etwas abschauen, was die Miniaturisierung angeht!

Keine große Kunst ist der Nachweis dieser Arten im Herbst, über ihre Gangminen in verschiedenen Blättern der heimischen Laubgehölze. Über einige Arten, die man an Pappelblättern findet hat dankenswerter Weise schon Josef Bücker berichtet. Im Gefolge haben wir einige Nachweise zum Beispiel von Ectoedemia hannoverella bekommen, einer Art die im Tiefland ziemlich weit verbreitet zu sein scheint.
Häufig sind die Blattminen an den sogenannten „Fehlfarben“ im Herbstlaub zu erkennen sind: Wo die Raupe zwischen Blattober- und unterseite miniert hat, kann die Pflanze bei einsetzender Herbstfärbung den Blattfarbstoff Chlorophyll nicht mehr zurückziehen, es entsteht ein auffallen grüner Fleck auf den gelben Blättern.

Im folgenden mal zwei weitere Arten, deren Minen momentan leicht zu finden sind.

Stigmella aceris (Frey, 1857
Minen an Blättern von Spitzahorn und Feldahrn. Die Art bildet einen ziemlich langen, mehrere Zentimeter langen Gang, der oft einer Blattrippe folgt. Völlig abgefahren: Das glänzende Nepticuliden-Ei am Beginn des Fraßgangs, auf der Unterseite: Hier kommt meine Kamera an ihre Grenzen.


Stigmella ulmivora (Fologne, 1860)

An Blättern der Feld- und Bergulme, die zwar als blühender Baum sehr selten geworden ist, aber an vielen Stellen im Unterwuchs von Hecken und Feldgehölzen steht. Die Ulmen-Blätter sind am asymmetrischen Blattgrund leicht zu erkennen. Der englische Name „barred elm pigmy“ weist auf ein wesentliches Merkmal von S. ulmivora hin: Der Fraßgang wirkt durch den in dichtem Zickzack abgelegten Kot der Raupe gestreift, „barred“.

Veröffentlicht 29. Oktober 2018 von Armin Dahl in Mikros

Letzte Mohikaner und Minensuche   8 comments

Cupido argiades, Dormagen, Wahler Berg, 30 September 2018. (Foto: Armin Dahl)

Den ersten Kurzschwänzigen Bläuling habe ich in diesem Jahr am 6. Mai gesehen, auf der Wiese vor meinem Wohnzimmer in Haan. Den vorläufig letzten gestern, am 30 September 2018, in einem Ackerrandstreifen am Wahler Berg in Dormagen. Wieviele Generationen der Falter im Supersommer 2018 hinbekommen hat, kann ich zwar nicht abschätzen, aber ich schätze mal eher vier als drei. Das ganze Phänomen der Ausbreitung von Cupido argiades finde ich nach wie vor unfassbar, bedenkt man wie selten der Falter noch in den 90ern in Deutschland war.

Andere Arten kommen da nicht mit, warum zum Teufel profitiert das Kleine Wiesenvögelchen nicht vom Klimawandel? Obwohl ich vor der Haustür die schönste Magerwiese habe, muss ich immer fast bis an den Rhein fahren, wenn ich einen Falter der Art sehen will. C. pamphilus, der mal überall im Grünland häufig war, ist ganz offensichtlich nicht ausbreitungsstark genug, um die paar Kilometer Luftlinie von den Rheindeichen bis nach Haan zu expandieren. Auch C. pamphilus macht mindestens drei Generationen durch, und fliegt aktuell noch auf den rheinnahen Trockenwiesen, wo es noch keinen Reif oder Bodenfrost gab.

Übrigens: Wem langweilig ist, weil draußen nur noch wenige Arten fliegen, oder das Wetter schlecht wird, der kann ja bei den anderen Entwicklungsstadien noch eine Weile weitermachen: Momentan sind zum Beispiel die Minen von Parectopa robiniella zu finden, zumindest in den wärmeren Regionen am Rhein entlang:  Die Art hat ebenfalls eine rasante Ausbreitungsgeschichte hinter sich, hat in diesem Jahr anscheinend die kompletten Niederlande erobert.

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Veröffentlicht 1. Oktober 2018 von Armin Dahl in Mikros, Phänologie, Tagfalter

Nachtexkursion zur Naturschule Grund in Remscheid am 14. September 2018   2 comments

Mindestens einmal im Jahr treffen wir uns zum gemeinsamen „Leuchtabend“ an der Naturschule Grund.

Die alte Schule im Ortsteil Grund beherbergt die Umweltbildungsstation der Stadt Remscheid. Hier wird Wert auf Artenvielfalt gelegt: Das weitläufige Gelände bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. So ist der angelegte Apothekengarten absolut sehenswert. Hier findet man Wildpflanzen genauso wie bekannte und in Vergessenheit geratene Nutz- und Zierpflanzen.

Diese Vielfalt macht sich natürlich auch bei den Schmetterlingen bemerkbar: Die meisten Arten sind als Raupe auf bestimmte Futterpflanzen angewiesen: Je mehr Pflanzenarten desto mehr Schmetterlingsarten. So zeigten sich am 14. September 2018 bei kühlen 15-18 Grad und leicht bedecktem Himmel über 40 Groß-und Kleinschmetterlingsarten an den „Köderschnüren“ und „Leuchttürmen“. Eine Zahl, die für die Jahreszeit, die Region und die eher kühle Ortslage in Remscheid bemerkenswert ist. Dem pädagogischen Leiter der Naturschule Grund, Jörg Liesendahl, gilt wie immer unser besonderer Dank!

Hier einige Bilder des Abends (Bitte anklicken!).

<< ———– Nachtrag von Armin —————->>

Und hier die ganze Artenliste

Micros

Tischeria ekebladella Mine 10 – an Eiche
Macrosaccus robiniella Mine 3 – an Robinie
Carcina quercana 10
Acleris rhombana 1
Acleris variegana 1
Hypsopygia costalis 1
Oncocera semirubella 2 – steht auf der Roten Liste Bergisches Land mit „1“ – vom Aussterben bedroht!
Crambus perlella 1
Cydalima perspectalis 2 – andlich auch in Remscheid angekommen!

Großschmetterlinge

Watsonalla binaria 2
Watsonalla cultraria 2
Drymonia obliterata 1 – zweite Generation!
Phragmatobia fuliginosa 1 -frischer Falter, dritte Generation?
Opisthograptis luteolata 3
Peribatodes rhomboidaria 3
Campaea margaritaria 2
Pungeleria capreolaria 1
Idaea aversata 5
Epirrhoe alternata 1
Camptogramma bilineata 1
Chloroclysta siterata 1
Dysstroma truncata 1
Thera britannica 3
Colostygia pectinataria 3
Gymnoscelis rufifasciata 1
Laspeyria flexula 5
Hypena proboscidalis 4
Rivula sericealis 3
Amphipyra pyramidea 7
Phlogophora meticulosa 1
Xanthia togata 1
Tiliacea aurago 1
Sunira circellaris 1
Agrochola litura 3
Conistra vaccinii 7
Ochropleura plecta 1
Noctua pronuba 8
Noctua comes 2
Noctua fimbriata 1
Noctua janthina 1
Xestia xanthographa 4

Oncocera semirubella: Die schwarzen Kästchen zeigen die aktuellen Nachweise seit 2001, das rote Kästchen markiert denMTB-Quadranten 4709,3 in dem Remscheid-Grund liegt.

„Bestes“ Ergebnis des Abends ist mit Sicherheit der Fund von Oncocera semirubella auf dem ehemaligen Sportplatz neben der Naturschule Grund. Der Falter hat sich in den letzten Jahren aus dem Tiefland bis ins kühle, regenreiche Remscheid vorgearbeitet und besiedelt jetzt offenbar auch das Bergische Land. Auf der Roten Liste Bergisches Land (SCHUMACHER et al. 2010) steht der Falter noch in Kategorie „1“ – vom Aussterben bedroht!

 

Veröffentlicht 15. September 2018 von Tim Laußmann in andere Insekten, Eulenfalter, Mikros

Blutmond oder das große Krabbeln am Wahler Berg   1 comment

Einbildung ist auch ne Bildung: Ich bilde mir ein dass wir hier im Niederbergischen eine ganz ordentlich funktionierende Truppe haben, was die Nachtfalter angeht. Immerhin springen hier etwa ein Dutzend Personen herum und schreiben alles auf was Schuppen auf den Flügeln hat, und das ist besser als in den meisten deutschen Landstrichen, in denen es nur weit versprengte Einzelkämpfer gibt.
Aber ab und zu stelle ich doch wieder fest, dass wir nur ein paar „Hansele“ sind, jedenfalls im Vergleich zu unseren Nachbarn, den Holländern. Die leuchten echt was weg, und zwar bei Groß- und Kleinschmetterlingen!

Anania perlucidalis (Hübner, [1809]), Dormagen, Wahler Berg, 27. Juli 2018 (Foto: Armin Dahl)

Ein Beispiel unter vielen: Der gestrige Leuchtabend am Wahler Berg in Dormagen war anstrengend, aber lohnend, die Temperaturen barbarisch (beim Abbau um 02.00 Uhr 25°C!), viele tausend Zuckmücken und winzige Staphyliniden und anderes winziges Ungeziefer kam zum Licht, dementsprechend juckte es einen ständig überall, und der Anflug bei den Nachtfaltern war nicht ganz schlecht. Wirklich neu für mich war aber nur eine Art, Anania perlucidalis (HÜBNER, [1809]), so etwas wie eine Kleinausgabe des Brennesselzünslers P. ruralis. Genau genommen ist auch das falsch, nur habe ich mich im Jahr 2010 beim Leuchtabend im Himmelgeister Rheinbogen noch nicht für Kleinschmetterlinge interessiert (zum Glück war damals Rudi Seliger als Mikro-Experte mit dabei und hat den Falter notiert).
Na ja, jedenfalls gibt es linksrheinisch ganze fünf (5!) Nachweise aus den letzten 30 Jahren auf unseren Verbreitungskarten, mit dem sechsten kann man schon mal angeben. Denkste!
Ein Blick in die Daten von Observation.org, und schon ist klar: Eine schöne Erfassungslücke haben wir da in Westdeutschland, und sonst nichts!

Anania perlucidalis in Belgien und den Niederlanden, Stand Juli 2018

Die Verbreitungskarte zeigt ein fast flächendeckendes Vorkommen in Holland und Belgien an, und aus 2018 sind alleine in den Niederlanden mehr als 40 Einträge drin. Felix Hollandia!

Das alles kann uns natürlich den herrlichen Leuchtabend nicht vermiesen, den wir im Zeichen der längsten totalen Mondfinsternis des Jahrhunderts angesetzt hatten. Etwa 70 Arten Großschmetterlinge, darunter mit der Spanischen Flagge mal wieder eine Art an der nördlichen Verbreitungsgrenze. Jede Menge Mikros, darunter sehr selten gemeldete Zünsler. Und wieder mehr als ein Dutzend Catocala sponsa.  Und tausende Mücken, Käferchen und sogar eine Großlibelle mitten in der Nacht, kein Wunder bei der Affenhitze.  Hier findet Ihr dei vorläufige Liste.

Die Mondfinsternis wäre uns allerdings um ein Haar entgangen: Der angekündigte „Blutmond“ war am hellen Himmel über Leverkusen und Köln kaum zu erkennen. Wer Himmelsbeobachtungen machen will sollte halt nicht parallel mit Quecksilberdampflampen hantieren. Das folgende perfekte Bild stammt deshalb auch vom Himmelsfotospezialisten Tim Laußmann.

 

Veröffentlicht 28. Juli 2018 von Armin Dahl in Arten / Listen, Eulenfalter, Mikros

Coleophora saponariella – Jetzt Seifenkraut überprüfen!   3 comments

Befallsspuren am Seifenkraut, Rheinwiese Nähe Rheinbrücke Krefeld, MTB 4605, 30 m, 15.06.2018; Foto: Willi Wiewel

Blühendes Seifenkraut, Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Duisburg-Mündelheim, Rheinwiese Nähe Rheinbrücke Krefeld, MTB 4605, 30 m, 15.06.2018; Foto: Willi Wiewel

Im vergangenen Jahr fand ich erstmalig in Nordrhein-Westfalen Raupensäcke am Gewöhnlichen Seifenkraut (Saponaria officinalis). Zunächst dachte ich, dass es wohl eine einmalige Sache sei. Doch dann fand ich in einem anderen Areal ebenso Raupensäcke an den Pflanzen des Seifenkrautes.
Bei Begehung der Rheinwiesen wurde ich jetzt wiederum fündig im Bereich eines weiteren Meßtischblatt. Deshalb glaube ich, dass der Seifenkraut-Miniersackträger Coleophora saponariella HEEGER, 1848 viel verbreiteter sein dürfte, die Art  wird wohl nur übersehen.
Das Seifenkraut steht zur Zeit zumindest hier in prächtiger Blüte und ist allein dadurch schon auffällig. Auch der Besatz mit Raupensäcken ist dann wahrscheinlich, wenn die Blätter des Krautes auf der Oberseite deutlich sichtbar weißfleckig sind. Die Raupensäcke sind dann an den Unterseiten der Blätter zu finden.
Vielleicht hilft dieser Beitrag, weitere Fundstellen nachweisen zu können.

Veröffentlicht 25. Juni 2018 von williwiewel2018 in Arten / Listen, Mikros

Moselexkursion 2018 – Nachlese   Leave a comment

Vier Tage Exkursion an die Mosel, das ist für mich immer einer der Höhepunkte des entomologischen Jahreskalenders. Und danach hat man ein paar Tage zu tun bis alle Daten gesichtet sind und die Digitalbilder aufgeräumt, das Schlafdefizit nach drei Mal Lichtfang ist ebenfalls erheblich. Aber wie bereits in den Vorjahren war der Trip jede Anstrengung wert: Wenn zum morgendlichen Kaffeetrinken der Große Schillerfalter an der Hauswand des Quartiers sitzt, am Nachmittag der Kleine Eisvogel, dann ist die Motivation gesichert. Hier noch ein paar Eindrücke von der Tour, dazu ein paar Bilder von bemerkenswerten Arten, darunter ein Erstnachweis für Rheinland-Pfalz. Weitere tolle Arten im Beitrag von Tim Laußmann

 

Veröffentlicht 22. Juni 2018 von Armin Dahl in Arten / Listen, Auf Tour, Eulenfalter, Mikros, Tagfalter

Mehr Ehrfurcht vor der Buche!   4 comments

Ich möchte nicht wissen wie oft ich schon achtlos daran vorbeigegangen bin. Oder sie einfach durch den Kamin gejagt habe. Immerhin heize ich das halbe Haus mit Brennholz, und Buche ist eigentlich in jedem Winter immer dabei. Aber der Reihe nach.
Die Beschäftigung mit Nepticuliden, zu Deutsch Zwergminiermotten, ist ein kurioses Metier, nach dem Motto: Je schlechter die Augen, desto kleiner die Falter. Als ich das erste mal einen Kasten mit Nepticuliden-Präparaten gesehen habe – beim Altmeister Willi Biesenbaum in Velbert-Langenberg – dachte ich einen Moment lang er wolle mich veräppeln. Ich sah – NICHTS. In dem Kasten steckten nur reihenweise Etiketten, aber keine Falter. Erst beim zweiten Hingucken erkannte ich die winzigen, auf Minutien präparierten, furchtbar kleinen Tiere. Sich mit diesem Fuzzelzeugs zu beschäftigen – undenkbar!
Ein paar Jahre später, Anfang Januar 2018, kam dann der Hinweis vom Kollegen Dieter Robrecht, man möge doch mal Ausschau halten nach Minen von Zimmermannia liebwerdella. Ein Blick in die Bestimmungshilfe des Lepiforums, Nepticulidae gelesen, und weggeklickt.
Aber vier Wochen später hielten sich im Lepiforum hartnäckig Beiträge zu dem Thema, und so las ich noch mal genauer. Und die beschriebenen Strukturen an der Rotbuche kamen mir doch sehr bekannt vor. Die Kamera genommen, einen kurzen Spaziergang in den Hildener Stadtwald hinter meinem Haus, und – verflixt und zugenäht – die Minen der Buchenrinden-Zwergminiermotte – Zimmermannia liebwerdella (ZIMMERMANN, 1940) sind so häufig, dass man sich schon ein wenig schämen muss, sie nicht zu kennen.

Minen der Buchenrinden-Zwergminiermotte – Zimmermannia liebwerdella (ZIMMERMANN, 1940), Haan-Gruiten, ehemaliger Steinbruch Grube 10, 17. Februar 2018 )Foto: Armin Dahl)

Rotbuchen-Stämme mit Stärken zwischen 10 und 40 Zentimetern, am besten in Waldrandlage und nach Süden exponiert: Ein Lebensraum der sich praktisch überall in Fahrrad-Entfernung auftreiben lässt, und an allen von mir bisher untersuchten Stellen lassen sich sich finden: Finger- bis spannenlange, senkrecht verlaufende Minen unter der Rinde, oft mit einer tpischen Schlaufe an der Ober- oder Unterseite, an den Stämmen von Kniehöhe bis in einige Meter Höhe: Die Minen bleiben offenbar viele Jahre sichtbar und es gibt nach Auskunft der Experten keine weitere Art, die ähnliche Minen an der Rotbuche (Fagus sylvatica) erzeugt.

Das nenne ich einen vernünftigen „Mikro“, den man im Prinzip mit dem Fernglas kartieren kann – von wegen Genitalpräparat unter dem Binokular, das hätte ich sowieso nie gemacht. Ectoedemia liebwerdella ist ganzjährig im Buchenwald leicht nachzuweisen, und prompt fand ich auch in meinem Brennholzstapel nach kurzer Suche noch einen Scheit mit ein paar Minen. Und der macht mir jetzt das Arbeitszimmer warm, in dem diese Zeilen geschrieben werden.

Vom ehemaligen Umweltminister Klaus Töpfer ist der Auspruch überliefert, die Ehrfurcht vor einem Stück Land sei oft eng verbunden mit einer Vielzahl dort lebender einzigartiger Tiere und Pflanzen. Der Satz fiel im Jahr 2006  im Vorfeld der 8. UN-Artenschutzkonferenz im südbrasilianischen Curitiba, das ist eine Metropole von der Größe Hamburgs. Von der  brasilianischen Artenvielfalt sind wir hier im Niederbergischen Land zwar weit entfernt. Aber so ein mehr bischen Ehrfurcht vor dem vom Entomologen so oft geschmähten, weil „langweiligen“ Rotbuchenwald vor meiner Haustür ist auch nicht schlecht.

Veröffentlicht 17. Februar 2018 von Armin Dahl in Arten / Listen, Lebensräume, Mikros

Nächtliche Schlammschlacht am Steltenberg   1 comment

Steinbruch Steltenberg in Hagen-Hohenlimburg: Kalk aus dem Devon, mit dünner Lehmauflage…

Nachdem wir in dieser Saison schon einige bemerkenswerte Leuchtabende mit ellenlangen Artenlisten erleben durften, kam pünktlich zum Monatswechsel der Wettereinbruch mit zwei Tagen Dauerregen und etwas reduzierten Temperaturen.

So ein Wettersturz ist sehr ärgerlich für den Veranstalter lange im voraus angekündigter Leuchtabende, und so war die Miene von Josef Bücker beim abendlichen Treff im Steinbruch Steltenberg bei Hohenlimburg leicht verkniffen: Nasse Klamotten, das Auto bis zum Fenster hoch mit Schlamm bespritzt, dazu noch die Gummistiefel vergessen: Der erste Juli-Lichtfang 2017 war eher ein Test für das Durchhaltevermögen der Entomologen, als ein schöner Sommerabend mit Kollegen in einem tollen Lebensraum.
Aber Auskneifen ging ja auch nicht, und so bauten wir brav unsere Anlagen auf, und lauschten dem Pfeifkonzert der Geburtshelferkröten, die das nasse Wetter ganz offenbar prima fanden. Ein paar Gäste fanden sich auch noch ein, und wenn schon kein guter Anflug herrschte, so hatten doch die Kinder Spass am Fotografieren, und die Alten Zeit sich ein wenig zu unterhalten: Auch in Hagen gibt es Pläne für eine Steinbruch-Erweiterung, und die üblichen Querelen zwischen Naherholung, Natur- und Landschaftsschutz und wirtschaftlichen Interessen.

Aus rein entomologischer Sicht ist das Kalkvorkommen, das sich zwischen Haan-Gruiten (Grube 7 und Grube 10) über Wuppertal, Schwelm, Hagen, Hohenlimburg, Letmathe bis nach Warstein zieht, auf jeden Fall ein Hotspot der Artenvielfalt in der Region. Das gilt natürlich vor allem dann, wenn die Steinbruch-Flächen mit ihren Magerrasen und Schutthalden nach dem Abbau offen gehalten und nicht vom Wald zurückerobert werden. Speziell im Raum Hagen-Iserlohn sind da ein paar Spitzenbiotope zu nennen, zum Beispiel die „Dolomiten von Iserlohn“ mit dem von der NRW-Stiftung erworbenen Helmke-Steinbruch oder der Burgberg bei Oestrich: Beide sind seit langem Pilgerziele für Entomologen aus der Umgebung (siehe Literatur).

Aber zurück zum Lechtabend im Steinbruch Steltenberg: Die Ausdauer der Lichtfang-Mannschaft siegte über die mäßigen äußeren Bedingungen, der Abend blieb warm, der Wind trocknete die Vegetation ab und am Ende standen doch knapp 60  Großschmetterlingsarten auf den Listen. Und wie es halt so kommt, bei schlechtem Wetter sieht man die besten Sachen, und wenn es das im Steinbruch Steltenberg „nur“ Kleinschmetterlinge und Eupithecien waren.


Literatur:
HANNIG, K. (1995): Wiederfund des Thymian-Widderchens Mesembrynus purpuralis (BRÜNNICH, 1763) im Süderbergland (Lep., Zygaenidae). Melanargia, 7: 57-58, Leverkusen [Zygaena purpuralis 1990-1995 bei Letmathe]

Veröffentlicht 2. Juli 2017 von Armin Dahl in Arten / Listen, Mikros, Spanner

Auf dem Weg zur Vierstelligkeit   2 comments

Die tropischen Nächte Ende Mai 2017 und der geschärfte Blick auf die Mikro-Fauna haben mir in den letzten Tagen ein paar neue Nachweise in meinem Garten beschert, so langsam nähert sich das Meßtischbatt 4807 der 1000-Arten-Schwelle: Momentan steht der Score bei 939 nachgewiesenen Formen, wobei ein paar Artkomplexe dabei sind die man genaugenommen abziehen müsste. Aber was soll´s: Die Mikros begeistern mich immer mehr, mit ihren kuriosen Formen und der sehr speziellen Lebensweise.

Und so mancher seltenere Makro ist auch dabei.  Leucania comma zum Beispiel habe ich in meinem Garten zuletzt im Jahr 2007 gesehen.

http://nrw.schmetterlinge-bw.de/

Veröffentlicht 30. Mai 2017 von Armin Dahl in Arten / Listen, Eulenfalter, Mikros

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