Wo ist der Zitronenfalter im Winter?   Leave a comment

Kaum zeigt sich die Sonne und die Temperaturen steigen über 15 Grad, tauchen die ersten Zitronenfalter auf. So auch am vergangenen Samstag (16.02.). Die Falter scheinen diesen Winter bisher gut überstanden zu haben – gleichzeitig flatterten so gegen 14 Uhr vier Falter an unserer mit Efeu bewachsenen Garage herum. Doch was suchen sie da? Das Efeu ist längst verblüht – Nektar kann es also nicht sein. So schaute ich mir das Schauspiel eine Weile an und siehe da- ein Falter nach dem anderen landete auf den Blättern und verschwand sogleich darunter zur Nachtruhe – Flügel und Fühler zusammengelegt. Und so verharrten sie auch die ganze frostige Nacht bevor sie am nächsten Tag gegen 11 Uhr wieder aktiv wurden.

Jürgen Hensle schreibt dazu im lepiforum: „[Der Zitronenfalter] bevorzugt Bäume und Gebüsch, dichtes Brombeergestrüpp oder Heidekraut. Hier sitzt er recht offen und kann von aufmerksamen Beobachtern dann auch im Winter entdeckt werden.“

Diese Überwinterer suchen sich also andere Plätze aus als der Kleine Fuchs oder das Tagpfauenauge, welche sich im Winter gerne in Höhlen, Garagen, Unterführungen, Dachböden und Kellern verkriechen.

Dank seines entspannten Lebensstils mit Sommer- und Winterruhe sind die Zitronenfalter – die im Februar schon ca. 7 Monate alt sein dürften – immer noch bemerkenswert gut in Schuss. Hier ein paar Bilder (für die Beschreibung bitte anklicken!):

 

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Veröffentlicht 20. Februar 2019 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Taubenschwänzchen: Überwinterer im Rheinland   2 comments

Unglaubliches: Taubenschwänzchen , 17. Februar 2019, Wuppertal-Hardt, Botanischer Garten (Foto: Elke Jensen)

Unglaubliches: Taubenschwänzchen , 17. Februar 2019, Wuppertal-Hardt, Botanischer Garten (Foto: Elke Jensen)

Wenn es nicht gerade Mitte Februar wäre, dann würde sich bei schönstem Sonnenwetter und Temperaturen über 15°C niemand wundern: In den vergangenen Tagen sind an verschiedensten Stellen der Region Taubenschwänzchen aktiv gewesen, und zwar an Primeln, Hyazinthen und – das gabs noch nie – an Krokus!
Und zwar sowohl in der Innenstadt von Mainz, im klimatisch begünstigten Ahrtal, aber auch mitten in Düsseldorf und sogar in Wuppertal.

Normalerweise fliegen im Niederbergischen die ersten Falter von Macroglossum stellatarum erst im späten Frühjahr ein, Überwinterer fliegen im April an wenigen wirklich heißen Plätzen, wie der Untermosel und im Nahetal.

Taubenschwänzchen am 18. Februar 2019 in Ahrweiler (Foto: Kira Ippendorf)


Im Jahr 2017 allerdings scheint es auch schon sehr früh losgegangen zu sein, Pat Nash hatte den ersten Falter in Düsseldorf-Stockum am 24.03.2017. Im vergangenen Jahr zum Beispiel wurde der erste Falter nach unseren Daten in Hatzenport / Mosel gesichtet, am 21.04.2018.

Damit scheint sich in unserer Region eine Population zu etablieren, die im Gegensatz zu früheren Zeiten nicht mehr im Herbst abwandert, sondern als Imago überwintert. Das gleiche Phänomen haben wir in den zurückliegenden Jahrzehnten von anderen Tagaktiven Faltern gesehen, so hat der Admiral (Vanessa atalanta) mittlerweile in der Region fest etabliert und überwintert in verschiedenen Stadien.

Man möchte jetzt „Klimawandel“ schreien, aber da ist Vorsicht angebracht: Bereits in den frühen 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als die großen Naturschutz-Themen noch „Waldsterben“ und „Ozonloch“ hießen gab es das gleiche Phänomen. „Können Admiral und Taubenschwanz bei uns überwintern?“ fragte seinerzeit Helmut Kinkler (1992) in der Melanargia, und meldete Taubenschwänzchen von Anfang März aus Nassau, und Admirale aus dem Februar.

Veröffentlicht 18. Februar 2019 von Armin Dahl in Klimawandel, Phänologie, Wanderfalter

Winter schon wieder vorbei, hoffentlich   1 comment

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Ich kann mich leider nicht für Winterlandschaften begeistern, bei Frost und Dunkelheit herumzulaufen und ständig den Ofen nachzufeuern finde ich komplett verzchtbar, ich gebs zu: der Klimawandel mit 2 Grad mehr Durchschnittstemperatur flößt mir vorert weit weniger Furcht ein, als es vielleicht angebracht wäre.

Aber das schlimmste ist für dieses Jahr überstanden, die ersten Frühjahrsfalter sind unterwegs, und an den Köderstellen sind eine Menge vom kalten Wetter ausgehungerte Falter unterwegs. Eine kleine Köderrunde im Neandertal brachte heute am Abend knappe 50 Falter und ein paar schlechte Handyfotos. Und auch in unserem „schönsten“ Lichtfangplatz, dem Tunnel unter der A46 im Eller Forst, ist schon wieder Betrieb. Als Beifang: ein schlafender Gartenbaumläufer, der sich auf Augenhöhe in einem kleine Loch an einem Köderbaum verkrochen hatte.

 

 

Veröffentlicht 5. Februar 2019 von Armin Dahl in Eulenfalter, Phänologie, Spanner

„Paarungsritual“ Kleiner Fuchs (Aglais urticae)   3 comments

Bei unserem letzten Treffen („Jahresrückblick“) am 29.01.2019 in der Station Natur und Umwelt habe ich einen kurzen Filmausschnitt von unserer Moselexkursion Mitte Juni 2018 gezeigt, in dem das „Paarungsritual“ des Kleinen Fuchs zu sehen war. Das Ritual fand in den späten Nachmittagsstunden auf einem besonnten Weg in den Weinbergen im Dhrontal statt. Ich habe vier Standbilder aus dem Film isoliert und die Position der Fühlerspitzen rot markiert. Im ersten Schritt klappt das hinter dem Weibchen sitzende Männchen die Fühler über dem Kopf zusammen (ähnlich, wie es auch in Schlafhaltung geschieht), dann wird der Kopf leicht nach hinten („in den Nacken“) beweckt, offenbar um Schwung zu holen. Anschließend „klopft“ das Männchen deutlich hörbar in einer sehr schnellen Bewegung auf den Hinterleib oder auch auf die Flügelbasis des Weibchens. Dieses Ritual wiederholt sich etwa alle 1,5 bis 2 Sekunden. Hat der Bewerber oft genug angeklopft und ist er dem Weibchen genehm, suchen die Falter einen geschützten Ort für die Paarung auf, wo sie sich dann auf ihre perfekte Tarnung verlassen. Dasselbe Ritual, das auch schließlich zur Paarung führte, konnte ich bereits 1992 am Schee (im Norden Wuppertals) auf einer stillgelegten Bahntrasse in den Abendstunden beobachten. Die Falter saßen am Fuß einer mit Moos und Flechten bewachsenen Mauer am alten Bahnhof Schee.

Paarungsritual Kleiner Fuchs (Aglais urticae), rot markiert: die Position der Fühlerspitzen des Männchens. Die Fotos wurden aus einem Video isoliert.  Dhrontal (Mosel), 16.06.2018 (Fotos: Tim Laußmann)

Paarungsritual Kleiner Fuchs (Aglais urticae), rot markiert: die Position der Fühlerspitzen des Männchens. Die Fotos wurden aus einem Video isoliert. Dhrontal (Mosel), 16.06.2018 (Fotos: Tim Laußmann)

Kleiner Fuchs, Aglais urticae, Schee (bei Wuppertal) 15. Mai 1992 (Foto: Tim Laußmann)

Kleiner Fuchs, Aglais urticae, Schee (bei Wuppertal) 15. Mai 1992 (Foto: Tim Laußmann)

 

 

Veröffentlicht 3. Februar 2019 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Bergische Heideterrasse zwischen Friedhof, Autobahn und Deponie   Leave a comment

Die Planung für die Feldsaison 2019 läuft! Heute habe ich mir einen kleinen Auslüfte-Spaziergang gegönnt, in eine Ecke des Kreises Mettmann, in die man normalerweise freiwillig keinen Fuß setzt.
Auf dem Luftbild ist zwischen Rhein und Wupper im Raum Monheim-Leichlingen fast nur Siedlungsbrei zu erkennen, hier geht auch gewerbetechnisch voll die Post ab. Das Gelände ist eben, Autobahnen und Bahnstrecken reichlich vorhanden, und Städte wie Monheim laden mit niedrigen Steuern zum Flächenfraß ein: Naturschutz findet hier nur auf winzigen Restflächen statt.
Der Kapeller Weg in Langenfeld endet am Kommunalfriedhof, immerhin ist hier ein wenig Wald übriggeblieben. Aber die Autobahnen A3 und A542 rauschen mächtig im Hintergrund, hier möchte ich jedenfalls nicht begraben sein. Im weiteren Verlauf heißt die Straße „An der Glashütte“, und hier muss er irgendwo sein, der klägliche Rest der „Leichlinger Sandberge„.
Die „Berge“ sind eigentlich nur ein paar ehemalige Dünen entlang des Rheins, mittlerweile ist fast alles ein Opfer der Baustoff- und Glasindustrie geworden. Dafür entstehen neue Berge: Trotz jahrzehntelanger Proteste der Initiative „Rettet die Sandberge“ wurde und wird in Langenfeld der zweite Bauabschnitt der Mülldeponie aufgebaut, bis 2030 soll es dort noch weitergehen mit Verfüllen und Rekultivieren.

Immerhin ist im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen ein kleiner Ersatzlebensraum entstanden, ein südostexponierter, sonniger Sandhang, dort hat die Zauneidechse ein kleines Refugium bekommen. Und dort finden sich vielleicht auch noch Reste der ehemaligen Schmetterlingsfauna der Sandberge, zum Beispiel der im STAMM (1981) beschriebene Rotrandbär Diacrisia sannio, der früher in der Region anscheinend verbreitet war. Hier mal eine Auswahl der im STAMM genannten (und bisher nicht edv-mäßig erfassten) Fundorte: Düsseldorf-Eller; Hildener Heide; Sandberge/Leichlingen; Wipperfürth; Ronsdorf; Radevormwald.

Momentan fliegt praktisch nichts, aber trotzdem gilt die Regel: Kein Spaziergang ohne Datensatz! Und auch der winterlich kahle Buchenwald am Spürklenberg liefert innerhalb weniger Sekunden ein erstes Ergebnis: Zimmermannia liebwerdella, die Buchenrinden-Zwergminiermotte, kommt hier reichlich vor. Dieses winzige Luftplankton habe ich als Falter zwar noch nie gesehen, aber ihre Minen verzieren die nach Süden zeigende Seite der Stämme, und der Fund liefert ein weiteres kleines Kästchen auf der Verbreitungskarte.

Minen von Zimmermannia liebwerdella (ZIMMERMANN, 1940), Langenfeld, Spürklenberg, 27. Dezember 2018 (Foto: Armin Dahl)

Minen von Zimmermannia liebwerdella (ZIMMERMANN, 1940), Langenfeld, Spürklenberg, 27. Dezember 2018 (Foto: Armin Dahl)

Veröffentlicht 28. Dezember 2018 von Armin Dahl in Auf Tour, Heideterrasse, Lebensräume, Mikros

Was vom Jahr 2018 übrig bleibt…   3 comments

Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu. Für mich war dieses Jahr wirklich bemerkenswert. Noch nie habe ich einen Sommer erlebt, der so früh begonnen hat, so spät endete und dabei so wenig Regen mit sich brachte. Ebenso bemerkenswert war die Vielfalt an Schmetterlingen, die ich dieses Jahr beobachten konnte. Besondere Highlights waren die Fahrten in die Umgebung von Monschau und zum Bausenberg bei Niederzissen im Mai, die Mosel-Exkursion im Juni und die Eifel-Exkursion im Juli. Was auf den ersten Blick positiv erscheint, gibt einem dennoch zu denken: Ich erinnere mich, dass noch Anfang der 1990er Jahre die Mosel-Apollo Exkursionen üblicherweise Ende Juni stattfanden. Dieses wie auch letztes Jahr blieb meine Suche nach Apollofaltern Ende Juni leider erfolglos. Die Flugzeit hat sich schon seit längerem auf Anfang Juni verschoben.

In Sachen Schmetterlingsschutz ist im Jahr 2018 etwas in Bewegung geraten: Das Thema „Insektensterben“ hat es bis in die Bundespolitik gebracht! Sicher ein besonderer Verdienst der Krefelder Insektenkundler. Dennoch sind die Gründe für den Insektenschwund (vor allem außerhalb von Naturschutzgebieten) seit den frühen 1980er Jahren bekannt. Dass man nun auf politischer Ebene meint, bevor man etwas tut, sollte ein bisschen Geld in die Ursachenforschung gesteckt werden, hat bei mir zu einem zugegebenermaßen etwas emotionalen Ausbruch geführt. Die Vorträge beim diesjährigen Westdeutschen Entomologentag haben bei mir vor allem den Eindruck erweckt, dass wir Insektenkundler uns gegenseitig die bekannten Ursachen berichten können, aber die politisch Verantwortlichen weiterhin auf Verzögerungstaktik setzen – nach dem Motto: wir geben den Forschern ein bisschen Geld (was ja grundsätzlich nicht schlecht ist) dann ist erstmal Ruhe im Karton, dann gründen wir einen Arbeitskreis, dann schauen wir mal… Ähnliche Phänomene erleben wir ja bei der „Kohlekommission“, der „Diesel-Krise“, der „Bildungsoffensive“, der „Verkehrswende“, der „Agrarwende“, der „Energiewende“, dem „Pflegenotstand“, der „Digitalisierung“ und so weiter und so fort. Alles schicke Worte, bei denen man zunehmend den Eindruck hat, dass nur suggeriert werden soll es werde auch gehandelt. Die erschreckende Erkenntnis: die Politik ist selbst angesichts der überbordenden Probleme überfordert, erstickt in der selbst geschaffenen Bürokratie und kann oder will die Macht, mit der sie vom Volk ausgestattet wurde, nicht nutzen. Stattdessen erleben wir das, was die Römer schon als „Brot und Spiele“ bezeichneten: Politiker agieren wie in einer „Reality-Show“ oder einer „Home-Story“: wer bekommt welchen Posten, wer hat was gesagt, was er der nun schon wieder gemacht? Besonders nervig: wer wird nächster Präsident von irgendeinem Amt für Irgendwas? Und als besonders perfides Ablenkungsmanöver: Die „Mutter aller Probleme“ ist ausgemacht: Die Migration. Für mich noch das Schlimmste: die Medien springen auf jeden dieser albernen Züge auf. In Tagesthemen und Heute-Journal konnte man schon im Vorspann die nervigsten Politiker und Amtsträger täglich wiederkehrend bewundern.

Aber zurück zu den Schmetterlingen: Meiner Meinung nach wäre es ein Leichtes schnell etwas für die Insektenwelt zu tun. Neben den bekannten Maßnahmen, die kaum Geld kosten (siehe der Beitrag vom März 2018), könnte man auch darüber nachdenken, die Insekten als Bestäuber zum wichtigen Wirtschaftsgut zu erklären. Landwirte, die sich der „Zucht und Pflege“ der Insektenwelt widmen, bekommen für insektenfreundliche Offenlandpflege genauso viel Geld, als würde dort Getreide wachsen. Quasi als „Insektenbauer“. Denn wenn Geld fließt, wird die Produktion von Insekten optimiert werden, ähnlich wie die Produktion von Schweinen und Hühnchen. Woher das Geld dafür kommt? Tja, da müssen wohl die Preise für Lebensmittel um ein paar Cent steigen. In jedem Fall wären auch Steuergelder dafür sinnvoll angelegt, schließlich ist die Landwirtschaft sowieso hochgradig subventioniert.

Immerhin gibt es erste Lichtblicke, Widerstand regt sich, die Rückkehr zur Sachpolitik scheint langsam Fahrt aufzunehmen. Für mich erstaunlich: die EU-Kommission setzt hier Maßstäbe z.B. mit ambitionierten Anforderungen an den CO2-Ausstoß von Fahrzeugen und dem Verbot von Einwegplastik. Natürlich ist das Gejammer der Industrie groß, aber das ist schlicht und einfach normal und nicht anders zu erwarten. Hierzu kann ich mich noch sehr gut an die Diskussionen und das Gejammer der Automobilindustrie in den 1980er Jahren erinnern: Schwefelarmer Kraftstoff? Bleifreies Benzin? Katalysator? Das ging gar nicht. Entschwefelung ist teuer, das Benzin dann unbezahlbar, die Motoren gehen ohne Tetraethylblei kaputt, der Motor hat mit Katalysator 5 PS weniger usw.. Nachdem es eine klare Ansage der Politik gab, lief die Sache dann doch recht schnell. Heute unvorstellbar, dass wir damals tatsächlich tonnenweise giftiges Blei in der Umwelt verteilt haben und der Ausstoß an Stickoxiden und Schwefeldioxid aus dem Ruder lief.

Auch in den Medien wird nun mehr über den Klimawandel, das Insektensterben und die Notwendigkeit eines Mentalitätswandels berichtet, es wird nicht mehr alles so hingenommen. Das gibt Anlass zur Hoffnung.

Anbei noch Bilder meiner persönlichen Highlights des Jahres (bitte anklicken für die Bildbeschreibung). Frohe Weihnachten und einen guten Übergang ins Neue Jahr 2019!

 

Veröffentlicht 24. Dezember 2018 von Tim Laußmann in Arten / Listen

Neues bei nrw.observation.org   Leave a comment

Hallo zusammen,
mit den öffentlichen Datenbanken geht es weiter voran! Heute erreichte mich ein Mail vom unermüdlichen Uli Haese, der einer der Antreiber bei observation.org bzw. dem NRW-Ableger nrw.observation.org ist: Die Naturschutzgebiete in Nordrhein-Westfalen liegen jetzt als eigene Gebiete in observation vor, bereit für Eure Dateneingaben.

https://observation.org/gebied/view/601631 beispielsweise ist das NSG Spörkelnbruch vor meiner Balkontüre. Und der einzige Grund warum da bisher so wenige Bebachtungen gemeldet sind, ist, daß ich meinen Leuchtturmstandort und die Köderstrecke direkt am Haus habe und nicht im Naturschutzgebiet:
Für den Spörkelnbruch gibt es noch ein Extra -Gebiet, das ich selbst angelegt habe. https://observation.org/gebied/view/258150.  Mal schnell hineingeschaut, finden sich da aus 2018 etwa 2800 Beobachtungen und über 400 Belegfotos, etliche davon sind mit dem Handy geschossen und mit der app von observation hochgeladen worden.
Das Arbeiten mit der App gewöhnt man sich rascher an als ich erwartet hätte, und deshalb kommen jetzt alle möglichen Frostspanner und anderes Ungeziefer von den Bushaltestellen und Bahnhöfen der Region in die Datenbank. So kann ich selbst der Verspätung des öffentlichen Nahverkehrs ab und zu noch was Gutes abringen, wie zum Beispiel vor Kurzem den Fund von Lithophane leauteri.

Agriopis bajaria, Winningen, Rastplatz Moseltal, 30.11.2018 (Foto:Dahl)


Das Jahr ist soweit gelaufen, es geht ans Aufräumen, Bilder sortieren und Literaturrecherche. Einen Falter muss ich Euch aber noch zeigen, den habe ich mir mit einem Abstecher an die Mosel am 30. November besorgt: Der Braune Breitflügelspanner Agriopis bajaria ist ausgesprochen unscheinbar, aber als frisches Tier wunderbar glänzend und nicht mit den Frostspannern zu verwechseln. Die Wärme liebende A. bajaria wurde in der Region zuletzt von Hans-Joachim Weigt im Raum Hagen (Iserlohn, Letmathe-Sonderhorstberg) nachgewiesen, könnte also theoretisch dort in den Steinbrüchen noch herumschwirren. Die Flugzeit fällt zusammen mit der als „Nikolausfalter“ bezeichneten Alsophila aceraria, die in der Region ebenfalls verschollen ist. Aber das muss nichts heißen, denn wer geht schon im Dezember leuchten?

Veröffentlicht 11. Dezember 2018 von Armin Dahl in Arten / Listen, Auf Tour, Spanner