Exkursion nach Radevormwald – Vogelsmühle   1 comment

Letzten Freitag, 16.09. ging es nach Radevormwald. Trotz dreier Leuchttürme und zwei Dutzend Köderschnüren war die Ausbeute bescheiden. Aber immerhin etwas. Und alle Schmetterlinge haben mit Buche zu tun (Bilder anklicken).

Und hier die komplette Liste als .pdf

Veröffentlicht 19. September 2016 von laussmann in Arten / Listen

Springbohnen   1 comment

Jetzt mal etwas, das gar nichts mit unserer heimischen Fauna zu tun hat. Es ist eher ein lustiges „Gimmick“, das mir aus dienstlichen Gründen in die Hände gefallen ist: „Mexican jumping beans“. Abgepackt in kleinen Plastikkästchen mit jeweils fünf braunen Samen erreichte mich die Ware aus Übersee. Sobald man die Samen in die Sonne legt, fangen sie an ruckartig zu hüpfen und sich fortzubewegen, die Frage ist nur: was steckt dahinter? Magie? Natürlich nicht: in den braunen Samen befindet sich eine ausgewachsene Raupe eines Kleinschmetterlings: Cydia deshaisiana. Diese frisst sich als junge, winzige Raupe zunächst in den Samen hinein, ernährt sich dann von dem Inhalt und spinnt sich an der Wand des Samens innen fest. Durch ruckartiges Zucken mit dem ganzen Körper ist die Raupe in der Lage, sich mit ihrem „Häuschen“ nach und nach aus der Sonne zu bewegen. Nachdem die Samen ein Jahr lang bei Raumtemperatur herumgelegen haben, sind nun die Puppen aus den Samen geschlüpft und haben die Falter entlassen. Offenbar legt die ausgewachsene Raupe dazu mit ihrem Mundwerkzeugen eine runde „Tür“ in der Wand des Samens an bevor sie sich verpuppt.

Die „Springbohnen“ werden wohl auf dem amerikanischen Kontinent gerne als kleine Beigabe (wie früher das „Gimmick“ im Yps-Heft) verkauft.

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Cydia deshaisiana, „Mexican jumping bean moth“, frisch geschlüpft nach einem Jahr „Lagerung“ bei Raumtemperatur aus einem Samen von Sebastiania pavoniana, einem in Mexiko vorkommenden Busch aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (11.08.2016, Foto: Tim Laußmann)

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Cydia deshaisiana, „Mexican jumping bean moth“, die Schönheit liegt hier eher im Detail (11.08.2016, Foto: Tim Laußmann)

 

Veröffentlicht 17. September 2016 von laussmann in Arten / Listen

Wir begrüßen: Pieris mannii in Leverkusen   1 comment

Ein „neuer“ Tagfalter in Leverkusen? In diesem Frühsommer häuften sich die Meldungen, dass sich Pieris mannii, der „Karstweißling“, ein in Südeuropa verbreiteter Tagfalter, auf den Weg in unsere Breiten begeben hat. Ob dies aus eigenem Antrieb geschah oder ob Eier bzw. Raupen mit Gartenpflanzen, insbesondere der als Steingartenpflanze beliebten Schleifenblume, hierher verschleppt wurden, ist wohl noch nicht ganz klar. Ein gewisses Problem bei der Dokumentation der Ausbreitung der für uns neuen Art ist die große Ähnlichkeit zwischen Pieris mannii und Pieris rapae, dem uns wohlbekannten kleinen Kohlweißling.

Das ganze Jahr über hatte ich unsere Schleifenblumen im Garten in Leverkusen schon im Blick. Vielleicht findet sich ein Weißling dort zur Eiablage ein? Dann könnte es P. mannii sein. Tatsächlich habe ich noch nie einen Weißling bei der Eiablage an Schleifenblume beobachtet, obwohl dies für den nahe verwandten Kleinen Kohlweißling (P. rapae) dokumentiert ist. Jedenfalls soll P. mannii Schleifenblumen als Raupenfutterpflanze bevorzugen.

Am 19. August war es endlich soweit: Der Falter fiel mir gleich auf, weil er sich bemerkenswert langsam, man könnte sagen behäbig oder „gemütlich“ bewegte. Die hektische Dynamik eines Kleinen Kohlweißlings sieht anders aus. Der Falter flog sehr niedrig in der Vegetation und legte dann tatsächlich ein Ei an Schleifenblume ab. Und siehe da: exakt an diesem Zweig fanden sich noch viele weitere Eier (siehe Foto)! Die weitere Suche an dieser Schleifenblume brachte insgesamt 15 Eier ein. Am folgenden Sonntag (21.8.) beobachtete ich einen weiteren Falter, fing ihn ein und konnte ihn nach einer „Übernachtung“ im Kühlschrank am Folgetag ablichten (Foto). In den Wochen seitdem sehe ich bei sonnigem Wetter regelmäßig P. mannii bei uns im Garten. Die Falter (alles Weibchen) pendeln dann zwischen einer Nektar – Mahlzeit an  Oregano und den letzten Lavendelblüten und unseren Schleifenblumen (Eiablage, Foto) hin und her.

Einige Raupen konnte ich bis zum Falter an Schleifenblume aufziehen. Die Eiraupen zeigten allesamt die für P. mannii typische schwarze Kopfkapsel (Foto), ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu P. rapae, dessen Raupen grüne Kopfkapseln besitzen. Bemerkenswert ist, dass zumindest die jungen Raupen ihr Blatt sauber halten: abgelegte Kotballen werden mit den Mundwerkzeugen gegriffen und über den Blattrand geworfen. Die Färbung der Puppen variiert von creme-weiß bis grün (Foto).

Am 03. September, P. mannii gehörte schon zum Inventar im Garten, konnte ich dann einen Falter bei der Eiablage an „Rucola“ (Eruca sativa) beobachten. Die Begeisterung beim Rest der Familie hielt sich in Grenzen, denn die zahlreichen Raupen entwickelten einen ordentlichen Appetit.

Zusammenfassend lässt sich feststellen (siehe hierzu auch http://www.lepiforum.de):

  • Die Falter von P. mannii sind derzeit nicht selten.
  • Sie fallen durch einen im Vergleich zu P. rapae etwas behäbigeren, jedoch nicht schwächlichen Flug (wie bei Leptidea-Arten) auf.
  • Die Flügel wirken etwas rundlicher als bei P. rapae.
  • Die Flecken auf den Vorderflügel-Oberseiten der Weibchen sind groß und weniger klar abgegrenzt als bei P. rapae. Die Flecken der sind oft quadratisch bis rechteckig.
  • Neben Schleifenblume wird zumindest Eruca sativa (Salatrauke, „Rucola“) als Futterpflanze genutzt. Zudem ist Diplotaxis tenuifolia (wilde Rauke) als Futterpflanze der Raupen beschrieben.
  • Die Tiere benötigen für die Entwicklung vom frisch abgelegten Ei bis zum Falter bei Raumtemperatur 23 bis 25 Tage.

Abschließend eine Bildersammlung (bitte anklicken)!

Veröffentlicht 16. September 2016 von laussmann in Arten / Listen

Furztrocken, und dazu noch warm   2 comments

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Catocala nupta, Haan, Spörkelnbruch, 14. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Morgens um 4 noch über 20°C, tropische Nacht im Spörkelnbruch, 14./15. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Morgens um 4 noch über 20°C, tropische Nacht im Spörkelnbruch, 14./15. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Vor zwei Wochen hatte ich den Sommer schon für erledigt erklärt, aber das war definitiv Kappes! Das Beste kam zum Schluss, und heute Nacht hatten wir hier im Spörkelnbruch wohl die wärmste Nacht des Sommers, mit 21°C morgens um vier, ohne Taufall, und der Anflug war auch nicht so schlecht: 25 Buchsbaumzünsler, ein halbes Dutzend Laspeyria flexula, die zweite jemals hier gesehene Eilema caniola (die erste am Abend zuvor) dazu ein Rotes Ordensband am Köder: Prächtiges Sommerwetter!

Veröffentlicht 15. September 2016 von spoerkelnbruch in Buchsbaumzünsler, Eulenfalter, Phänologie

Wanderfalter unterwegs   2 comments

Chrysodeixis spec., Wuppertal-Barmen, Emilienstraße, 12.IX.2016

Chrysodeixis spec., Wuppertal-Barmen, Emilienstraße, 12.IX.2016

Ammoconia caecimacula, Wuppertal-Barmen, Emilienstraße, 12.IX.2016

Ammoconia caecimacula, Wuppertal-Barmen, Emilienstraße, 12.IX.2016

Heute Morgen wußte ich beim Blick in die Lichtfalle auf meinem Balkon, daß mir da etwas zuvor kaum Bekanntes gegenüber saß. Eine Plusie aus der Gattung Chrysodeixis, chalcites oder sogar womöglich acuta? Goldene Anteile sehe ich auf den Flügeln jedenfalls keine, aber der Falter ist ja auch schon etwas abgeflogen. Die Kollegen im Lepiforum werden bestimmt helfen können, da läuft eine Anfrage.
Daneben wartete zusätzlich unter anderem auch noch eine Ammoconia caecimacula in der Falle, auch ein seltener Anblick hier im Niederbergischen.

Veröffentlicht 12. September 2016 von ntorva in Arten / Listen

Der Sommer ist vorbei   Leave a comment

Atethmia centrago (HAWORTH, [1809]) - Ockergelbe Escheneule

Atethmia centrago (HAWORTH, [1809]) – Ockergelbe Escheneule, Mülheim / Ruhr, 2016. August 2016 am Licht (Foto: Armin Dahl)

Die mörderischen Temperaturen der letzten Tage täuschen noch ein wenig darüber hinweg, aber eigentlich hat der Herbst schon angefangen.  Xestia xanthographa fliegt schon seit ein paar Tagen, und jetzt dann auch die erste „anständige“ Herbsteule.

Veröffentlicht 28. August 2016 von spoerkelnbruch in Eulenfalter, Phänologie

Sesien-Spätzünder: Immer noch vespiformis unterwegs   5 comments

Dieses Wochenende fand die alljährliche Mäh- und Abräumaktion am Heintjeshammer in Wermelskirchen statt, und da liegt die Knechtweide in Wuppertal-Kohlfurt auf halber Strecke, die wir ja in diesem Jahr schon einmal besammelt haben. Also hingen dort ab Mitte der Woche drei Pheromonfallen (Präparate PEHY, SYFO, SYAN), ohne rechte Hoffnung etwas anderes zu erwischen als die allgegenwärtige  Pennisetia hylaeiformis.

Am Samstag vor dem Einsatz wurden vorher rasch die Fallen eingesammelt, und siehe da: Es geht doch noch was Mitte August. Jedenfalls sind die zwischen 16. und 19. August eingeflogenen Männchen von Synanthedon vespiformis (gefangen an SYAN) die spätesten in unseren Daten. Und für P. hylaeifomis haben wir jetzt auch einen Verbreitungspunkt: Sieben  Tiere fingen sich insgesamt, alle drei verschiedenen Präparaten waren wirksam.

Der früheste bisher im Niederbergischen getätigte Nachweis stammt vom 19. Mai 2012  (Willi Wiewel, Duisburg – Ungelsheim), damit erstreckt sich die Flugzeit über einen Zeitraum von drei kompletten Monaten!

Und das angekündigte schöne Spätsommerwetter ab Mitte der kommenden Woche werde ich gewiss ausnutzen und noch ein  paar Fallen irgendwo ins Gelände packen.

Veröffentlicht 21. August 2016 von spoerkelnbruch in Arten / Listen, Glasflügler, Phänologie